07.05.2021 - 12:04 Uhr
PfreimdOberpfalz

Zweckverband korrigiert Haushalt

Die Haushaltsplanung der Stadt Pfreimd betrifft direkt den Haushalt des Zweckverbandes zur Wasserversorgung der Glaubendorfer Gruppe. Die Verschiebung einer Straßensanierung verzögert auch den Bau der Wasserleitung.

Im Wasserwerk Meisthof wurde eine UV-Anlage installiert. Damit soll eine weitere Verkeimung des Trinkwassers verhindert werden
von Richard BraunProfil

Der Ausbau der Gemeindeverbindungsstraße von Weihern nach Losau, den die Stadt Pfreimd eigentlich für diese Jahr in ihrem Bauprogramm vorgesehen hatte, muss um zwei Jahre zurückgestellt werden. Dadurch verschiebt sich auch die Sanierung der Wasserleitung in diesem Bereich, die in den Zuständigkeitsbereich des Zweckverbandes fällt, um weitere zwei Jahre.

Für die Sanierung der Wasserleitung waren 238 300 Euro im Haushalt 2021 vorgesehen. Zudem wurde mit Einnahmen aus dem Förderprogramm „RZWas“ in Höhe von 73 650 Euro kalkuliert. Diese Gelder werden nun nicht mehr benötigt, daher verringert sich die geplante Kreditaufnahme in Höhe von 260 000 Euro auf 88 850 Euro. Dies hat auch Auswirkungen auf die eingeplanten Kredittilgungen. Aufgrund dieser Veränderungen musste die Verbandsversammlung einen Beitrittbeschluss fassen. Alle anderen Stellen im Haushalt des Zweckverbandes bleiben unverändert.

Des Weiteren hat sich die Verbandsversammlung dafür ausgesprochen, den Dienstleistungsvertrag mit der Kubus GmbH für die kommunale Strombeschaffung auch weiterhin aufrecht zu erhalten und bis 2025 zu verlängern.

Noch immer gilt die Abkochanordung für das Trinkwasser, die durch Keime im Hochbehälter Woppenhof am 12. April angeordnet worden ist. Dazu gab der Verbandsvorsitzende Richard Tischler eine Sachstandsbericht. Zur Beseitigung der Keime hat das Gesundheitsamt Schwandorf eine sofortige Abkochanordnung mit anschließender Chlorierung im nachfolgenden Versorgungsnetz angeordnet. Die Chlorung wurde im Pumpwerk Glaubendorf installiert. Bis sich das Chlor im gesamten Netz gleichmäßig verteilt vergehen zwei bis drei Wochen. Erst dann kann durch entsprechende Untersuchungen die Wirksamkeit der Maßnahme nachgeprüft werden. Erst wenn kein wirksames Chlor mehr vorhanden ist, erfolgt ein mikrobiologisches Monitoring der Leitung Glaubendorf und der Hochbehälter Woppenhof und Weihern. Erst dann kann die Aufhebung der Abkochanordnung durch des Gesundheitsamt erfolgen. Bis dahin können weitere zwei bis drei Wochen vergehen.

Der Zustand der gesamten Infrastruktur im Zweckverband erregt seit Wochen die Gemüter. Verbandsvorsitzendem, Bürgermeister Richard Tischler, ist es ein großes Anliegen, die Mitglieder und Wassergäste offen und ungeschminkt über die Sachlage genauestens zu informieren. Nur so könnten die oft emotional geführten Diskussionen auf den Boden der Tatsachen zurückgebracht werden. Gerade der Unterschied zwischen Verbandsmitglied und Wassergast wird oft falsch interpretiert. Aus den vier Mitgliedsgemeinden der Glaubendorfer Gruppe zählen 969 Personen verteilt auf 324 Haushalte zu den ordentlichen Verbandsmitgliedern. Denen stehen 1233 Personen verteilt auf 490 Haushalte als Wassergäste gegenüber.

An einfachen Beispielen versuchte Richard Tischler den Unterschied herauszustellen. Gegründet haben den Zweckverband 1959 die Gemeinden Glaubendorf und Woppenhof. Hinzu kamen noch die ehemaligen Gemeinden Söllitz und Weihern und ein Teil der Gemeinde Luhe-Wildenau. Alle anderen Ortsteile aus den verschiedenen Gemeinden zählen zu den Wassergästen. Der Zweckverband stellt für seine ordentlichen Mitglieder die gesamte Technik und das Leitungsnetz bis zum jeweiligen Hausanschluss zur Verfügung. Bei anfallenden Reparaturen oder Rohrbrüchen ist der Zweckverband zuständig und muss für die Kosten aufkommen.

Anders verhält es sich bei den Wassergästen. Das Leitungsnetz des Zweckverbandes reicht in diesem Fall bis zu einem Übergabeschacht an der Gemeindegrenze. Ab diesem Punkt ist für die Verteilung und den Unterhalt die jeweilige Gemeinde zuständig. Von daher ist auch die unterschiedliche Preisstellung innerhalb des Zweckverbandes begründet.

Künftige Investitionen können aber nur gemeinsam bewältigt werden, ist der Verbandsvorsitzende überzeugt. Die Verbandsmitglieder alleine können die zu erwartenden Kosten nicht stemmen. Es müssen auch die Wassergäste mit herangezogen werden.

Schwere Entscheidung im Zweckverband

Pfreimd
Vom Pumpwerk Glaubendorf aus wurde mit der Chlorierung der Leitungen begonnen. Bis das Chlor die Endpunkte erreicht vergehen zwei bis drei Wochen.
Als vordringlichste Aufgabe steht die Sanierung des Brunnen II in Meisthof an. Rund eine halbe Million Euro sind dafür eingeplant.
Hintergrund:

Nur gemeinsam zu finanzieren

  • Bei den künftigen Investitionen des Zweckverbandes zur Wasserversorgung der Glaubendorfer Gruppe müssen sich laut Vorsitzendem Richard Tischler auch die Wassergäste mit beteiligen.
  • Dies kann durch Erhöhung des Wasserpreises und durch Verbesserungsbeiträge geschehen.
  • In den Lieferverträgen sind Verbesserungsbeiträge für Wassergäste bisher nicht vorgesehen. Deshalb werden die Lieferverträge gekündigt und neu gestaltet.
  • Über das weitere Vorgehen soll ein in Auftrag gegebenes Sanierungskonzept Aufschluss geben, dessen Ergebnis bis Jahresende erwartet wird.

Für Sie empfohlen

 

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.