02.08.2019 - 14:41 Uhr
PfreimdOberpfalz

Der "Wohnlöwe" schnurrt

Brandschutz-Auflagen haben den "Wohnlöwen" in Pfreimd etwas gebremst, doch jetzt steht sein "Käfig" fast schon offen. Falls auch noch die "Wächter" vom Landratsamt einverstanden sind, kann die Gebäudesanierung 2020 starten.

Noch wirkt der "Wohnlöwe" reichlich verschlafen, aber im nächsten Jahr könnte die Sanierung der früheren Gaststätte beginnen. Jetzt fehlt nur noch die Genehmigung vom Landratsamt.
von Monika Bugl Kontakt Profil

"Wohnlöwe": Unter dieser Bezeichnung firmiert ein Projekt, das ein prominentes Gebäude an der Hauptstraße zwischen westlichem Stadteingang und Marktplatz betrifft. Seit 2015 standen dort die Räume der früheren Gaststätte leer. Die Stadt hatte das Anwesen zunächst erworben und ein Konzept dafür entwickelt, das ein privater Investor nun umsetzen will. Der entsprechende Bauantrag lag am Mittwoch bei der Stadtratssitzung auf dem Tisch.

"Es freut mich ganz besonders, dass unter den fünf Bauanträgen heute auch der des Wohnlöwen dabei ist", zog Bürgermeister Richard Tischler einen vorläufigen Schlussstrich unter die Bemühungen der Stadt, dem "Löwen" wieder Leben einzuhauchen. Die Kommune hatte im Vorfeld die Statik des Hauses überprüft, den Bestand vermessen, Fördermöglichkeiten ausgelotet und den Denkmalschutz mit einbezogen. Als Nutzungsmöglichkeit kristallisierte sich schon bald ein Wohnprojekt heraus: Das Gebäude sollte auszubildende Jugendliche beherbergen, die im ländlichen Raum ihre Betriebe nur schlecht erreichen können. Das frühere Gasthaus bot sich als "Zwischenaufenthalt" in einem zentralen Ort an. Die KHB GbR, deren Namen sich aus den Anfangsbuchstaben von Stefan Köhler, Stefan Hader und Peter Braun zusammensetzt, fungiert als Bauherr für das auf 1,5 Millionen Euro veranschlagte Projekt.

Insgesamt 12 Apartments in der Größenordnung von 25 bis 30 Quadratmeter sollen hier geschaffen werden, 8 von ihnen barrierefrei. Doch auf dem Weg durch die Behörden hatte der "Wohnlöwe" eine hohe Hürde zu nehmen: den Brandschutz. Das führte zu Verzögerungen. Doch wie der Bürgermeister in der Sitzung berichtete, hat sich nun eine Lösung gefunden für das Objekt, das zur Judengasse hin recht nah an weitere Gebäude grenzt. "Die Fenster wurden so gewählt, dass sie nicht kippbar sind", erläuterte Tischler. "Sie können geöffnet werden, sind aber im Brandfall selbstschließend."

Einstimmig billigte der Stadtrat den Bauantrag für den "Wohnlöwen". Jetzt liegt es am Landratsamt, das Projekt zu genehmigen, dann könnte die Sanierung bereits 2020 beginnen. Ebenfalls einstimmig gingen die vier weiteren Bauanträge über den Ratstisch. Sie betrafen einen Wohnhaus-Anbau in Gnötzendorf, den Teilabbruch einer Scheune in Oberpfreimd zum Bau einer Doppelgarage, den Anbau an ein bestehendes Wohnhaus in Weihern Nummer 311 und nicht zuletzt auch einen Neubau: "Auf der Holzlohe" lautet die Adresse eines Einfamilienhauses mit Doppelgarage, das im neuen Pfreimder Baugebiet entstehen soll. Das ist das erste Bauwerk in diesem Bereich, das den Stadtrat passiert hat.

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