27.12.2020 - 13:39 Uhr
PfreimdOberpfalz

Zu Weihnachten in Pfreimd getrennt und doch zusammen

Im Coronajahr 2020 ist an den Feiertagen vieles anders: weniger Gemeinschaft und mehr Einsamkeit. Um dies zu überbrücken, initiiert die Kolpingsfamilie im Internet die "Pfreimder Weihnacht".

Kolping-Vorsitzender Georg Hirmer hatte die "Pfreimder Weihnacht" im Internet initiiert. Zusammen mit Sebastian Most fügte er die einzelnen Beiträge zu einem Film mit dreieinhalb Stunden Laufzeit zusammen. Über 3000 Menschen bestaunten das Ergebnis.
von Redaktion ONETZProfil

Spätestens als am dritten Adventssonntag die Corona-Einschränkungen über die Weihnachtsfeiertage bekannt wurden, war klar, dass das Christfest heuer im Vergleich zu den Vorjahren unterschiedlich ausfallen wird. Daraufhin hat sich die Vorstandschaft der Kolpingsfamilie spontan entschieden etwas Neues zu wagen und zum ersten Mal die "Pfreimder Weihnacht" im Internet umzusetzen. Aus dieser - anfangs kleinen - Idee wurde schnell ein Angebot, an dem sich weit über 100 Mitwirkende und zahlreiche Vereine, Organisationen und Einzelpersonen beteiligt haben und die Vielfalt der Darbietungen war enorm. "Jeder und jede hat mit dem eigenen Können den Blumenstrauß an Beiträgen kreativ ergänzt und so kam Lustiges, Besinnliches, Nachdenkliches, Nettes zusammen und das garniert mit Musik und Gesang", so berichtet der Initiator und Kolping-Vorsitzender Georg Hirmer.

Altbürgermeister Arnold Kimmerl las vor dem Mühlrad die "Geschichte vom Auszug der Ausländer"

Verein entscheidet sich, die Christbaumversteigerung digital abzuhalten

Amberg

Ursprünglich seien nur einige kleine Angebote geplant gewesen, aber fast alle angefragten Personen und Gruppierungen haben spontan zugesagt. "Man spürt, dass in Pfreimd die Gemeinschaft noch in Ordnung ist und man sich gemeinsam hilft", freut sich Hirmer weiter. Insgesamt konnte über die Weihnachtsfeiertage über die Homepages der Stadt und der Kolpingsfamilie ein Film vom insgesamt dreieinhalb Stunden Laufzeit in den heimatlichen Wohnzimmern abgerufen werden.

Dominik (links) und André (rechts) Pflaum ließen ihre Trompeten in der barocken Pfreimder Pfarrkirche erklingen.

Insgesamt waren vierzig Beiträge zu bestaunen, die die einzelnen Mitwirkenden dezentral filmten und welche dann durch Georg Hirmer und Sebastian Most zu einem Stück zusammengefügt wurden. Dadurch konnte auch unter den bestehenden Kontaktbeschränkungen ein eindrucksvolles Ergebnis erzielt werden. So gestalteten die beiden Kindergärten je eine Geschichte mit Texten, Geräuschen und Musik. Matthias Zenger und Franziska Käsbauer ließen die Orgeln in Hohentreswitz und Pfreimd festlich erklingen und die Kolping-Familienkreise trugen mit Musik, Gedichten und einem lustigen Weihnachts-Dingsda bei. Die Stadtkapelle, der Projektchor, die Musikschule, der Männerchor mit der Gruppe Saitenklang, der Gesang- und Orchesterverein, Dominik und André Pflaum, Franziska und Stefanie Schreyer mit Leontien Luber, Verena und Anna Fischer und Kreuz&Quer&Friends ergänzten mit hörenswerten musikalischen Darbietungen. Bürgermeister Richard Tischler, Altbürgermeister Arnold Kimmerl, Carola Reul, Kurt F. Stangl, der Frauenbund, die Marianische Männerkongregation und der Pfarrgemeinderat ließen mit ihren, teils selbst verfassten, Beiträgen bei den Zusehern weihnachtliche Stimmung aufkommen. Viele Bilder lieferten die Fotofreunde und Hans Paulus.

Der Kolping-Familienkreis "Familienbande" gestaltete auf dem Eixlberg ein Hirtenspiel mit Theresa Brunner (links) und Felix Brunner (rechts)

"Aus der aktuellen Corona-Situation erwuchs ein Hauptanliegen dieser Pfreimder Weihnacht: getrennt und doch zusammen", erläutert Georg Hirmer eine Intention. Er hoffe, dass alle die allein Weihnachten feiern mussten zumindest ein kleines Gefühl der Gemeinschaft spüren können, wenn sie viele Pfreimderinnen und Pfreimder auf den Bildschirm sehen können. Aber nicht nur die Zuschauer hatten ihre Freude. Auch alle Mitwirkenden konnten, wenn auch in kleine Gruppen aufgeteilt, kurzzeitig aus der häuslichen Isolation entfliehen und wieder Gemeinschaft erfahren, wenn auch nur virtuell.

Stefanie Schreyer (links am E-Piano), Franziska Schreyer (Mitte) und Leontien Luber (rechts, Geige) ließen ihre Lieder in der Wallfahrtskirche St. Barbara auf dem Exlberg erklingen.

Die Mühen aller Beteiligten haben sich gelohnt: an den ersten drei Tagen sahen sich über 3.000 Menschen die "Pfreimder Weihnacht" im Internet an. Zugriffe kamen sogar aus den USA und Kanada, "von ehemaligen Pfreimdern, die jetzt über die Welt verstreut sind", vermutet Georg Hirmer. Aufgrund dieses Erfolges wird die „Pfreimder Weihnacht“ noch bis 31.12.20 abrufbar sein.

Kreuz&Quer&Friends nahmen zwei Lieder auf. Sie entstanden jeweils getrennt am heimischen Computer und wurden nachträglich von Sebastian Most (obere Reihe, 3. v. rechts) zusammengefügt. Das Ergebnis war ein wunderschöner, vielstimmiger Gesang.
Bürgermeister Richard Tischler las in seinem Amtszimmer die Geschichte "4 Kerzen am Adventskranz"

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.