05.07.2020 - 12:47 Uhr
PfreimdOberpfalz

Statt Abschiedsappell: Vor dem Flug nach Litauen in Quarantäne

Bereits zum zweiten Mal werden Teile des Panzerbataillons 104 aus Pfreimd im Nato-Auftrag nach Litauen verlegt. Rund 250 Soldaten der Panzertruppe sichern durch ihre „verstärkte Vornepräsenz“ die osteuropäischen Staaten.

Ein Ortsschild der Patengemeinde soll auch in Litauen an Gleiritsch erinnern. Bürgermeister Josef Pretzl übergab das Ortsschild an den Kompaniefeldwebel Bernd Orglmeister und den stellvertretenden Kompaniechef Emanuel Brachmanski.
von Richard BraunProfil

Bei ihrem Einsatz betreten die Soldaten kein Neuland. Bereits im Januar 2019 ging die Panzerbrigade 12, der das Panzerbataillon 104 unterstellt ist, mit 600 Mann für ein halbes Jahr nach Litauen. Damals waren die Pfreimder tonangebend. Auch dieses Mal steht das Unternehmen unter dem Kommando des Pfreimder Kommandeurs, Oberstleutnant Peer Papenbroock. Die Verabschiedung sieht jedoch diesmal etwas anders aus.

In Coronazeiten haben sich die Vorzeichen gravierend geändert. Kein großer Appell am Marktplatz, bei dem die Bevölkerung von "ihren Soldaten" Abschiednehmen konnte, stand am Beginn des Einsatzes. Vielmehr befanden sich bereits Teile des Kontingentes seit Tagen in Quarantäne in einem Hotel in Hannover, ehe es am 13. Juli per Flugzeug nach Rukla in Litauen geht. Das gesamte Gerät steht seit Tagen in Container verpackt in der Kaserne in Pfreimd und wartet auf den Bahntransport. Das Gleiche gilt auch für die Kampfpanzer Leopard.

Nicht der erste Litauen-Einsatz

Pfreimd

Ein Einsatz dieser Größenordnung muss sorgfältig vorbereitet werden. Im Gefechtsübungszentrum Herr in der Letzlinger Heide übten die Panzerbesatzungen komplex angelegte Gefechtsszenarien. Wegen der Coronakrise waren im Vorfeld die Ausbildungen sehr eingeschränkt. Eine ausgefallene Erkundung, etwa in Litauen, kompensiert Oberstleutnant Papenbroock mit Erfahrungen aus der letzten Rotation. Die festgelegten Übungsziele werden auch in Litauen weiter verfolgt.

Die Soldaten der Battlegroup werden durch weitere nationale Verbände sowie multinationale Partner verstärkt. Die bis zu 1000 Soldaten sind in einer Kaserne in Rukla untergebracht. Es braucht allein sechs Flüge, um die 250 Soldaten der ersten und zweiten Kompanie sowie Teile des Stabes nach Litauen zu verfrachten. Auch dort gelten strengste Hygienevorschriften. Weihnachten werden die Soldaten allerdings in Litauen verbringen müssen, da sie erst im Februar zurück verlegt werden.

Doch ganz ohne offizielle Verabschiedung wollte die Gemeinde Gleiritsch die Soldaten nicht nach Litauen schicken. Seit 28 Jahren verbindet die Gemeinde eine Patenschaft mit der ersten Kompanie des Panzerbataillons. Zusammen mit dem Gemeinderat besuchte Bürgermeister Josef Pretzl die Soldaten. Als Zeichen der Verbundenheit übergab er dem stellvertretenden Kompaniechef Hauptmann Emanuel Brachmanski und dem Kompaniefeldwebel Bernd Orglmeister ein Ortsschild von Gleiritsch, das bei den Soldaten die Erinnerung an ihre Patengemeinde lebendig halten soll. Kompaniechef Major Lucas konnte an der kleinen Feier nicht teilnehmen, da er sich mit seinen Soldaten in Quarantäne befindet. Nach der Rückkehr der Soldaten stellte der Bürgermeister ein entsprechende Feier in Aussicht.

Zusammen mit dem Gemeinderat von Gleiritsch besuchte Bürgermeister Josef Pretzl die Patenkompanie vor ihrer Verlegung nach Litauen. Ein Ortsschild soll die Erinnerung an die Patengemeinde auch in der Ferne wachhalten.
Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.