09.07.2020 - 16:13 Uhr
PfreimdOberpfalz

Pfreimd auf dem Weg zum schnellen Internet

Jeder will es, doch es dauert, bis es kommt: schnelles Internet. In Pfreimd hat sich in den vergangenen Jahren viel getan. Doch der Ausbau geht weiter. Wer wissen will, wie viel Bandbreite daheim ankommt, kann das einfach herausfinden.

In Pfreimd schreitet der Internetausbau voran. Bis 2023 soll es niemanden mehr geben, der sich mit weniger als 30 Mbit pro Sekunde zufrieden geben muss.
von Wolfgang Ruppert Kontakt Profil

Wie steht die Stadt Pfreimd da, wenn es um schnelles Internet geht? Eduard Maier ist einer, der genau weiß, wie viele Mbit in den Häusern der Stadt ankommen. Er ist Fachberater für Breitbandplanung und -technik und wurde vom Stadtrat beauftragt, Pfreimd unter die Lupe zu nehmen. Mbit steht für "Mega-Bit pro Sekunde" und beschreibt die Geschwindigkeit, mit der Daten übertragen werden. Was Pfreimd angeht, sagte Maier bei der Stadtratssitzung: "Die Stadt hat bislang alle Möglichkeiten ausgeschöpft, die es gibt".

Mit einem Verfahren, das sich Bitraten-Analyse nennt, kann er genau nachvollziehen, welche Bandbreite an welcher Adresse in Pfreimd ankommt. Die Bitraten-Analyse zeigt, wie sich die Internetversorgung in den vergangenen zehn Jahren entwickelt hat. Sie kann auch zeigen, wie es 2023 mit der Internet-Bandbreite stehen wird.

Für jede Adresse

Maier: "Wir können die Ist-Versorgung für jede Adresse darstellen." Dabei würden nicht nur die Angaben der jeweiligen Netzbetreiber berücksichtigt, sondern auch weitere Variablen mit einberechnet. "Wir können so einen Wert darstellen, der sich mit dem in anderen Gemeinden vergleichen lässt", sagt er.

Maier ist auch gleichzeitig Stadtrat. "Die Stadt will das alles transparent machen. Sie will jedem einzelnen zeigen, was sich in den vergangenen Jahren getan hat und im Laufe der nächsten noch tun wird", erklärt er. Wer sich dafür interessiert, der kann sich auf der Website der "Breitbandberatung Bayern" die Daten für seine Wohnadresse anschauen.

So sieht die Entwicklung des Breitbandausbaus in Pfreimd in der Grafik aus. Kreise zeigen jeweils, zu welchem Zeitpunkt wie viel Prozent der Adressen (von links nach rechts) mehr als 30, 100 oder sogar über ein Gigabit ins Haus bekommen haben. Beim Startpunkt der Untersuchung (2010) hatten nur sechs Adressen die Möglichkeit, mehr als 30 Gigabit zu empfangen. 2023 wird das bei 99 Prozent der Fall sein.

Entwicklung von 2010 bis heute

Anhand einer sogenannten Bitraten-Karte kann Maier die einzelnen Entwicklungsstufen des Internetausbaus in Pfreimd zeigen. Einzelne Meilensteine stehen für die jeweiligem Maßnahmen, die seit 2010 in Pfreimd abgeschlossen wurden oder gerade ausgeführt werden.

Zum Ausgangspunkt 2010 kamen nur bei sechs Prozent der Pfreimder Adressen mehr als 30 Mbit pro Sekunde an. Bei 25 Prozent der Haushalte waren es nicht einmal sechs Mbit. Maier: "Das war damals, als noch keiner über Breitband gesprochen hat." Einen zweiten Untersuchungspunkt stellt das Jahr 2016 dar, als der staatliche geförderte VDSL-Ausbau des Anbieters "Amplus" östlich und nordöstlich des Pfreimder Stadtkerns abgeschlossen wurde. Zu diesem Zeitpunkt war schon eine deutliche Verbesserung zu erkennen. 75 Prozent aller Adressen bekamen durch ihre Leitungen bereits mehr als 30 Mbit, 74 Prozent sogar mehr als 50. Über 100 Mbit kamen immerhin bereits bei 59 Prozent an.

Ein Jahr später - also 2017 - baute die Telekom ihr Netz aus, was unter anderem dazu führte, dass 81 Prozent über 30 und 78 Prozent schon über 50 Mbit bekamen. Allerdings lagen knapp fünf Prozent der Adressen noch immer unter einer Rate von sechs Mbit. 2019 legte die Telekom im Nahbereich noch einmal nach. Als die Arbeiten abgeschlossen waren, wurden schon 83 Prozent der Adressen mit mindestens 30 Mbit versorgt, 63 Prozent kamen über eine Bandbreite von 100 Mbit, und ein Prozent von ihnen hatte bereits Glasfaseranschlüsse bis ins Haus.

Weiter verbessert

Der derzeitige Ist-Zustand hat sich nach einer weiteren Maßnahme noch einmal verbessert. Seit März 2020 ist an manchen Adressen eine Bandbreite von bis zu 250 Mbit pro Sekunde möglich. Insgesamt kommen 64 Prozent über die 100-Mbit-Marke. Maier weist darauf hin, dass derzeit ein weiterer Ausbau in Pfreimd umgesetzt wird. Es handelt sich dabei um ein Förderprogramm des Bundes. Maier: "In das Förderprogramm sind 314 Pfreimder Adressen mit rein genommen worden. Bis 2023 werden diese Glasfaser bis ins Haus hinein haben. Das ist eine stattliche Zahl". Das macht 18 Prozent der Adressen aus.

Ziel des Projekts sei es bis 2023, dass es bis dahin so gut wie keine Adressen in Pfreimd mehr gibt, die unter die 30-Mbit-Grenze fallen. Dann werden auch 81 Prozent der Adressen über 100 Mbit pro Sekunde nach Hause bekommen. Zum Vergleich: In Oberviechtach werden Ende 2022 gerade einmal zehn Prozent einen Glasfaseranschluss haben und nur 39 Prozent werden eine größere Bandbreite als 100 Mbit bekommen.

In das Förderprogramm sind 314 Pfreimder Adressen mit rein genommen worden. Bis 2023 werden diese Glasfaser bis ins Haus hinein haben. Das ist eine stattliche Zahl.

Eduard Maier über die aktuelle Fördermaßnahme

Eduard Maier über die aktuelle Fördermaßnahme

Maier zufolge könnte die Stadt schon jetzt damit anfangen, darüber nachzudenken, welche Fördermöglichkeiten künftig noch eine Option darstellen. Der Stadtrat könnte sich vorstellen, dass die neue bayerische Gigabit-Richtlinie noch Potenzial für Pfreimd bietet. Diese besagt laut dem bayerischen Staatsministerium für Finanzen und Heimat Folgendes: "Die bayerische Förderung ermöglicht jetzt eine flächendeckende Förderung in Gebieten, die bereits über einen Breitband-, aber nicht über einen Gigabitanschluss verfügen und zum Beispiel gewerbliche Nutzer einen besonders hohen Bedarf haben.

Auch private Nutzer profitieren von der Förderung. Der Freistaat fördert künftig nur noch Glasfaseranschlüsse bis in die Gebäude". Wie genau aber eine Förderung in Pfreimd aussehen könnte, und wer dann als förderfähig gilt, oder in welchem Umfang die Gemeinde so etwas stemmen könnte, ist laut Maier noch nicht absehbar. Die Bitratenkarte im Internet: www.bitratenkarte.de/sad/pfreimd

Lesen Sie hier: Großinitiative der Regierung zum Glasfaser-Ausbau

Deutschland & Welt

Wie viel kommt bei Ihnen daheim an? Hier finden sie die Bitraten-Karte für Pfreimd und viele weitere Oberpfälzer Gemeinden

Hintergrund:

Die Karten, die die Ergebnisse der Bitraten-Analyse für jedermann einsehbar machen, haben Maier zufolge auch den Grund, die Bürger darüber zu informieren, ob sie den Tarif, den sie bei einem Anbieter abgeschlossen haben, auch tatsächlich nutzen können oder ob nicht vielleicht ein kleineres und preiswerteres Paket ebenso ausreicht, weil eh nicht mehr Bandbreite bei einem im Haus ankommt. Damit das auch genau funktioniert, hat die Breitbandberatung Bayern ein eigenes Messinstrument entwickelt, das unabhängig von Netzbetreibern arbeitet. Es werden für jede einzelne Adresse Kabeldaten miteinberechnet und die in den Verteilerkästen vorhandene Technik miteinbezogen .

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