30.10.2020 - 11:43 Uhr
PfreimdOberpfalz

Kellerweg Pfreimd: Ein langer Weg geht zu Ende

Nach vierjähriger Bauzeit ist die direkte Verbindung zwischen Untersteinbach und Iffelsdorf wieder für den Verkehr freigegeben. Alle Beteiligte sind erleichtert, dass diese schwierige Baumaßnahme ein gutes Ende nahm.

Eine große Herausforderung für Planer und Baufirma war die Sicherung der Stützmauer zum Bahngleis hin.
von Richard BraunProfil

Es verging in letzter Zeit so gut wie keine Stadtratssitzung, in welcher der Kellerweg nicht zur Sprache kam. Schon zu lange war die Verbindungsstraße zwischen Untersteinbach und Iffelsdorf unterbrochen. Jetzt kann sie wieder ohne Einschränkungen befahren werden. Doch bis es soweit war floss viel Wasser die Naab hinab. Bürgermeister Richard Tischler erinnerte an die vielen Unwägbarkeiten und Hindernisse, die für das teuerste Straßenstück im gesamten Stadtbereich aus dem Weg geräumt werden mussten. Die Planungen begannen bereits im Jahr 2006. Die Stützmauer, die den Weg zur Eisenbahnlinie hin sicherte, war brüchig geworden und es bestand die Gefahr, dass Felsenteile auf die Schienen stürzen könnten. Den Stadtvätern war schon damals klar, dass das Vorhaben schwierig und kostspielig sein wird. Am besten wäre es gewesen - so das Wunschdenkern vieler- die Stützmauer fiele in die Zuständigkeit der Bundesbahn. Doch dem schob eine alte Erblast einen Riegel vor. Im Jahr 1882 hatte der Gemeinderat der damals noch selbstständigen Gemeinde Iffelsdorf beschlossen, die Baulast für die längs zur Bahn verlaufenden Stützmauer zu übernehmen. Die Gemeinde Iffelsdorf gibt es schon lange nicht mehr und als Rechtsnachfolgerin stand die Stadt Pfreimd in der Pflicht. Dies hatte das Verwaltungsgericht München im Jahr 2012 verbindlich bestätigt. Durch dieses Urteil war zumindest die Zuständigkeit eindeutig geklärt. Mit der Planung der Baumaßnahme wurde das Ingenieurbüro König betraut.

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Ziemlich schnell stellte sich heraus, dass Straße und Stützmauer zwei verschiedene Bauabschnitte werden müssten. Als erstes sollte die Stützmauer an der Reihe sein. Die Ausschreibung brachte dann die große Ernüchterung: Keine Baufirma war bereit, die Arbeiten während des laufenden Bahnbetriebes auszuführen. Zu viele Unterbrechungen und zu viel Gefahr für die Arbeiter standen im Raum. Erst im zweiten Anlauf gab die Spezialbaufirma Spesa aus Schrobenhausen ein Angebot ab. Jetzt konnte es endlich losgehen. Die anfänglichen Bedenken wegen Lärmbelästigung und Gefährdung der Arbeiter sollten sich dann doch nicht ganz so schlimm herausstellen. Als glücklicher Umstand kam zur Hilfe, dass zur selben Zeit die Bundesbahn Gleisarbeiten durchführte und der Zugverkehr dadurch ziemlich eingeschränkt war. In nahezu Rekordzeit konnte die Firma die 1500 Baunägel einbauen, welche die Mauer sichern mussten. Im zweiten Abschnitt folgte dann der Straßenbau. Die Firma Braun aus Rothenstadt erhielt als wirtschaftlichster Bieter den Auftrag. Jetzt, noch vor Winterbeginn ist die Baumaßnahme abgeschlossen und der Verkehr kann wieder rollen. Freuen wird das auch die Radfahrer, denn der Kellerweg ist Teil des viel frequentierten Naabtalradweges. Die Kosten für die 350 Meter Straße mit Stützmauer beliefen sich auf rund 1,5 Millionen Euro. Gefördert wurde die Baumaßnahme mit 710 000 Euro.

Der Kellerweg ist wieder für den Verkehr freigegeben. Über das unfallfreie Ende der schwierigen Baumaßnahme freuen sich von links: Bauleitern Daniel Lutz von der Baufirma Braun, Bauhofleiter Josef Paulus, die Mitarbeiter des Ingenieurbüros König und Bürgermeister Richard Tischler.
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