09.05.2021 - 12:12 Uhr
Pfaben bei ErbendorfOberpfalz

Bei Pfaben nur zu Fuß auf waldhistorischem Pfad

Spaziergänge, Wanderer und Mountainbiker sind gleichermaßen im Steinwald unterwegs. Kein Wunder, dass es dabei zu gefährlichen Situationen auf den Wegen kommt. Die Staatsforsten sperren nun bei Pfaben bestimmte Passagen für Fahrräder.

In Anwesenheit von (von links) Revierleiter Carsten Klöble, Forstbetriebsleiter Norbert Zintl, Naturpark-Geschäftsführer Ernst Tippmann, Ranger Jonas Ständer, Bürgermeister Johannes Reger, Steinwald-Allianz-Geschäftsführer Martin Schmid und des Naturpark-Vorsitzenden Eberhard Freiherr von Gemmingen-Hornberg wurde das erste Sperr-Schild angebracht.
von Jochen NeumannProfil

In den vergangenen Monaten lockte der Steinwald mit seinen Attraktionen besonders viele Waldbesucher an. Ein beliebtes Ausflugsziel für große und kleine Wanderer im südlichen Steinwald ist das Waldhaus bei Pfaben mit Spielplatz, Rotwildgehege und - hoffentlich bald wieder - Außengastronomie.

"Von Pfaben aus führt der informative waldhistorische Lehrpfad dorthin", weiß Revierleiter Carsten Klöble. Zuletzt kam es nach seinen Worten aber immer häufiger zu gefährlichen Begegnungen zwischen Mountainbikern und Spaziergängern. "Gerade der waldhistorische Pfad führt teils über schmale Wurzelwege mit kleinen Felsen hoch zum Waldhaus", erklärt Klöble. "Das reizt nicht nur Wanderer, sondern auch Mountainbiker, und so kommt es daher immer wieder zu brenzlichen Situationen, wenn die ,Downhiller' mit hohen Geschwindigkeiten auf die Spaziergänger treffen."

"Wir haben uns dazu entschlossen, in Absprache mit allen Beteiligten bestimmte Passagen des frequentierten Wanderweges für Mountainbiker zu sperren."

Forstbetriebsleiter Norbert Zintl

Noch keine Unfälle

Zu tatsächlichen Unfällen sei es bisher zwar noch nicht gekommen, jedoch musste der Forstbetrieb Waldsassen nun tätig werden. Radfahren im Wald soll nur auf solchen Wegen erlaubt sein, die sich hierfür eignen, so dass es möglichst zu keinen Konflikten kommt.

"Wir haben uns dazu entschlossen, in Absprache mit allen Beteiligten bestimmte Passagen des frequentierten Wanderweges für Mountainbiker zu sperren", sagte Forstbetriebsleiter Norbert Zintl. "Wir hoffen, dass das zu einer Entspannung der latenten Gefahrenlage führt."

Aufeinander Rücksicht nehmen

Zustimmung zu der Sperrung kam von der Stadt Erbendorf, vom Naturpark Steinwald, von der Unteren Naturschutzbehörde und der Steinwald-Allianz. Sowohl Revierleiter Klöble als auch Erbendorfs Bürgermeister Johannes Reger wissen, dass sich 95 Prozent der Mountainbiker vorbildlich auf den Wegen benehmen. "Ich appelliere an die Vernunft der Radfahrer, Rücksicht aufeinander zu nehmen", so Reger. Forstbetriebsleiter Zintl fügte an, dass Fußgänger auch im Wald Vorrang haben.

"Der Forstbetrieb Waldsassen weist ausdrücklich darauf hin, dass natürlich auch die Fahrradfahrer im Steinwald willkommen sind", betonte Zintl. Im Zuge eines Besucherlenkungskonzeptes, das derzeit in Arbeit ist, sollen mittelfristig abwechslungsreiche Routen für Wanderer, Schneeschuhgeher und auch für Mountainbiker entstehen, und zwar in der gesamten Region Fichtelgebirge und Steinwald.

Mountainbiker können auf Strecken um Waldsassen ausweichen

Waldsassen

"Attraktive Trails - auch mit anspruchsvollen Passagen - sollten dort verlaufen, wo dies aus forstlicher und naturschutzfachlicher Sicht unbedenklich ist und keine Spaziergänge und Wanderer gefährdet werden", meint Zintl. Der Vorsitzende des Naturparks Steinwald, Eberhard Freiherr von Gemmingen-Hornberg, weist vor allem in Bezug auf das wilde Mountainbiken darauf hin, dass auch die Natur zu ihrer ungestörten Entwicklung ihren unberührten Platz brauche.

Eigenhändig schraubte Revierleiter Carsten Klöble das erste Schild "Fahrradfahren verboten" an den waldhistorischen Pfad Richtung Zipfeltanne.

 

 

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