Musikalisches Können statt Waschbrettbauch

Beim Auftritt der "3 Männer nur mit Gitarre" bleibt im Stodl in Pertolzhofen kein Platz mehr frei. Michi Dietmayr, Roland Hefter und der Keller Steff servieren Lieder mit viel Humor und einer Prise Nachdenklichkeit – und begeistern damit.

von Christof FröhlichProfil

Ihre Tournee "Oana muass ja macha" führte das Trio zur Veranstaltungsreihe "Kultur im Stodl". Vor ausverkauftem Haus – im Pertolzhofener Vereinsstodl fast schon eine Selbstverständlichkeit – begeisterten die Musikkabarettisten mit einem abwechslungsreichen und unterhaltsamen Programm. Dass die Chemie zwischen Roland Hefter, Michi Dietmayr und dem Keller Steff stimmt, offenbarte sich dem Publikum bereits nach den ersten Takten und Stücken.

Ihr Erstlingswerk "Die G'schicht von de 3 Männer" hatte das Ensemble bei über 200 Konzerten quer durch Bayern und Österreich geführt. Die musikalische Basis für ihre aktuelle Tour lieferte das neueste Studioalbum "Oana muss ja macha". Beim Gastspiel in Pertolzhofen trafen die drei Künstler buchstäblich den richtigen Ton: Die ausdrucksvollen Stimmen des Gespanns Keller-Dietmayr-Hefter vereinten sich zu runden und harmonischem Chorgesängen. Hauptsächlich mit Akustikgitarre, manchmal auch mit Mundharmonika oder knallroter Trompete, offenbarten sie pure Spielfreude.

Erfrischend lustig und sympathisch echt – so kam der Auftritt beim begeisterten Publikum an. Manchmal zeigten sich die drei auch bayerisch ernst, weil sie eben nicht wahllos auf ein Thema draufhauten, nur weil es gerade angesagt ist. Ihre Lieder und G'schichten waren sorgfältig durchdacht und bodenständig aus der Mitte des Lebens gegriffen. So manche Begebenheit, die in einem Song verarbeitet wurde, dürfte so mancher unter den Gäste schon selbst erlebt haben.

Spontaner Witz würzte die Auftritte und sorgte immer wieder für Gelächter im Publikum. Mit Liedern wie „Des ist doch jedem scho passiert" griffen sie Pleiten, Pech und Pannen des täglichen Lebens auf und schilderten Peinlichkeiten wie einen offenen Hosenstall oder "besondere" Begegnungen zwischen Vater und Sohn. Die Zuschauer gingen begeistert mit, bestanden jeden Stimmungstest und belohnten jede gelungene Pointe mit Szenenapplaus. Mit Liedern wie „Des hob i vergessn“, sprachen Michi, Roland und der Steff nicht nur den älteren Konzertgästen aus der Seele. Sie schilderten wie schön das „Bulldogfoahrn“ sein kann und bescheinigten den Frauen, dass sie für ihre Männer wohl „einmalig auf der Welt“ sind.

Zum Finale bekamen die Zuhörer dann doch noch geboten, was Plakate und Presseveröffentlichungen im Vorfeld versprochen hatten: Nebel waberte über die Bühne, als sich das Trio im Licht roter Scheinwerfer seiner T-Shirts entledigte. Das Gejohle war groß, vor allem bei den weiblichen Fans. Dazu erzählten die drei Männer noch Geheimnisse aus dem „Erotik-Alltag“ und bekannten mit Blick auf die eigene Figur, dass ihnen Waschbrettbauch und ein Six-Pack gar nicht stehen würden. Diese körperlichen Attribute benötigte die Mannsbilder-Combo auch nicht, um beim Publikum zu punkten. Ihr musikalisches Können und ihre Entertainer-Qualitäten genügten, damit sich die Besucher beim Schlussapplaus von ihren Stühlen erhoben.

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