23.11.2021 - 14:12 Uhr
PechbrunnOberpfalz

Bürger dürfen mitreden bei der Gestaltung von Pechbrunn

Viele Vorhaben schilderte Bürgermeister Stephan Schübel bei der Bürgerversammlung. Genannt wurde auch das Stadtentwicklungskonzept "Isek". Es soll auch gegen den Einwohnerschwund helfen, hieß es beim Punkt "Wünsche und Anträge".

Gut besucht war die Pechbrunner Bürgerversammlung im Landgasthof Obst. Bei dem Treffen wurden viele Themen besprochen.
von Josef RosnerProfil

„Wir brauchen ein Integriertes Stadtentwicklungskonzept, wenn wir unsere Projekte weiter voran bringen wollen“, sagte Bürgermeister Stephan Schübel bei der Bürgerversammlung im Landgasthof Obst. Schon am 20. Januar 2022 soll eine erste Bürgerbeteiligung starten. Ziel sei es, in der Gemeinde über das Konzept (Isek) verschiedene Projekte in der Gemeinde auf den Weg zu bringen.

Dazu hatte der Rathauschef das Gelände der ehemaligen Basalt AG im Blick oder auch die Weiterentwicklung verschiedener Wohngebäude. Der Bürgermeister wünschte sich eine rege Bürgerbeteiligung; es könnten Vorschläge eingebracht werden. Schon im Dezember soll der Gemeinderat darüber beraten.

Bürgermeister Stephan Schübel konnte rund 40 Zuhörer begrüßen, darunter – bis auf wenige Ausnahmen – die Gemeinderäte. Ein weiteres Thema waren die Gemeindefinanzen. In den Jahren 2020 und 2021 wurden 900 000 Euro an Krediten aufgenommen, der Schuldenstand zum Jahresende 2021 beläuft sich dann voraussichtlich auf 961 836 Euro. Die Pro-Kopf-Verschuldung zum Jahresende 2021 beläuft sich dann auf 716,72 Euro. Dem gegenüber verfügt die Gemeinde über erhebliche Rücklagen – zum Jahresbeginn 2021 lagen diese bei 1,39 Millionen Euro. Dieses Jahr sollten davon 640 000 Euro entnommen werden; dies sei aber voraussichtlich nicht nötig.

Anschießend listete Bürgermeister Stephan Schübel viel Zahlenmaterial auf – Schlüsselzuweisungen, Umlagen, Einnahmen aus der Gewerbesteuer und Grundsteuereinnahmen. „Steigende Steuereinnahmen, sowie höhere Förderungen im Kinderbetreuungsbereich haben die Einnahmesituation der Gemeinde deutlich verbessert.“ Größter Ausgabeposten im Verwaltungshaushalt sind die Personalkosten in Höhe von 760.000 Euro sowie der Kindergarten mit einem Defizit von 234.700 Euro. "Wir leisten uns im Kindergarten einen guten Betreuungsschlüssel, den wir auch beibehalten wollen.“

500.000 Euro für Kläranlage

Die Restkosten für die Kläranlage in Höhe von 500.000 Euro müssen noch bezahlt werden, voraussichtlich kommendes Jahr, so Schübel. Die Ertüchtigung der Kläranlage bezeichnete er dabei als alternativlos. Bislang hat die Gemeinde dafür 1,7 Millionen Euro ausgegeben; das Geld soll über die Gebühren wieder hereinkommen. Bei der Umstellung auf Funkwasserzähler werde der Kostenrahmen von 40.000 Euro eingehalten.

In Planung sind die Sanierung der Außenfassade und der Einbau der Außenbeschattung am Kindergarten und der Grundschule. „Wir leisten uns auch weiterhin einen eigenen Kindergarten mit Nachmittagsbetreuung der Grundschüler, auch um für Familien attraktiv zu bleiben“, sagte Schübel. Die beiden Sanierungen sind mit 125.000 Euro veranschlagt. Für die Schulturnhalle wird ein eigenes Sanierungskonzept angestrebt.

Straßensanierungen

Ein wichtiges Thema für die kommenden beiden Jahre sind Kanalauswechslungen. Hier rechnet der Bürgermeister pro Jahr mit rund 800.000 Euro an Kosten. Den Zustand der Straßen im Gemeindegebiet bezeichnete er als gut. „Dennoch müssen wir einige Straßen grundlegend sanieren.“ Begonnen werde damit in Groschlattengrün „Am Neubau“.

Für Sanierungen und Erschließungsmaßnahmen wird zunächst mit 240.000 Euro gerechnet. Verbesserungen stehen zudem am Feuerwehrhaus in Pechbrunn an. Genannt wurden die Heizung und neue Fenster – bei möglichen Kosten von 40.000 Euro. Weiter soll die Feuerwehr Pechbrunn bald ein neues Fahrzeug bekommen.

Immer weniger Trinkwasser

Weiter gab der Bürgermeister bekannt, dass die Gemeinde immer weniger Trinkwasser verbraucht. Waren es 2020 noch 60.340 Kubikmeter Wasser, so sind es im Vergleichszeitraum 2021 nur 56.383 Kubikmeter. Nun will der Bürgermeister prüfen lassen, ob sich der Wasserbezug vom Zweckverband Steinwaldgruppe verringern ließe. Zum Schluss bescheinigte er mit allen Gemeinderäten ein gutes Arbeiten. „Wir ziehen zumeist an einem Strang für unsere Bürgerinnen und Bürger.“

In der Fragerunde freute sich Andre Grundl über die geplanten Maßnahmen bezüglich Kindergarten und Schule. „Was tut die Gemeinde für ältere Personen, damit diese im Ort bleiben?" Bürgermeister Stephan Schübel bestätigte diesbezüglich Gespräche und meinte: „Es gibt schon Ideen und Überlegungen, aber es dauert noch etwas. Wir wollen natürlich unsere älteren Mitbürger im Ort halten“, sagte Schübel und hoffte auf das Isek.

Grünabfall-Entsorgung rund um die Uhr

Roland Zeitler sprach das Thema Gartenabfälle an. Bürgermeister Schübel berichtete von Abgabemöglichkeiten am Bauhof; dort würden Grünabfälle fachgerecht entsorgt. Wie dies künftig gehandhabt wird, darüber muss noch gesprochen werden. Die Kosten für die Entsorgung des Grünabfalls steigen. „Damit müssen wir uns noch auseinandersetzen.“ Für Wolfgang Stamm ist die Entsorgung von Grünabfällen an 24 Stunden rund um die Uhr Luxus: „Wie lange können wir uns das noch leisten?“ Schübel hielt diesen Service für die Bürger schon für wichtig.

Wolfgang Stamm fragte nach dem aktuellen Stand der Planung eines Radwegs nach Waldershof und Marktredwitz. Bürgermeister Schübel berichtete von Gesprächen mit seinen Bürgermeisterkollegen. Vorstellbar wäre demnach ein Radweg Groschlattengrün, Lengenfeld, Waldershof und nach Marktredwitz. Wenig Hoffnung machte Schübel für einen Radweg entlang der Staatsstraße von Pechbrunn nach Marktredwitz. Alt-Bürgermeister Ernst Neumann machte deutlich, dass ohne Grundstücke der Landwirte kein Radweg gebaut werden könne.

Impfung und Stabihilfe

Roland Zeitler wollte wissen: „Was macht die Gemeinde bezüglich der Corona-Impfungen?" Laut Bürgermeister bietet der BRK-Kreisverband für 24. November einen Impftermin in Pechbrunn an, weitere Impftermine sollen folgen. Schübel kündigte an, sich persönlich darum zu kümmern, dass die Gemeindebürger sich auch impfen lassen können.

Wolfgang Stamm erkundigte sich danach, warum Pechbrunn keine Stabilisierungshilfe bekam. „Bei den derzeitigen Regularien fallen wir hinten runter“, sagte Bürgermeister Stephan Schübel. „Unsere Altschulden sind nicht hoch genug. Ich bin auch nicht zufrieden, wie das aktuell mit der Stabihilfe läuft“, sagte Schübel und betonte: „Klar würde das Geld uns derzeit gut tun.“

Thomas Flügel brachte einen gemeinsamen Weihnachtsmarkt mit allen Bürgern aus Pechbrunn und Groschlattengrün ins Gespräch und fragte: „Was haltet ihr davon“? Bürgermeister Stephan Schübel berichtete von früheren Ideen, die sich alle nicht hätten umsetzen lassen. „Wir haben dieses Thema für 2022 auf der Agenda, vielleicht klappt es ja.“ Die Baustellen, so der Bürgermeister abschließend nach einer entsprechenden Anfrage, sollen weitestgehend noch heuer beendet werden.

Das Pechlattenfixner Dorftheater blickt optimistisch in die Zukunft

Pechbrunn
Rund um die Uhr können Gemeindebürger am Bauhof Pechbrunn ihre Grünabfälle anliefern. Wie lange es diesen Service noch gibt, darüber muss im Gemeinderat gesprochen werden, hieß es, zumal die Entsorgung immer teurer wird.
Eine teure Angelegenheit war die Ertüchtigung der Pechbrunner Kläranlage. Noch liegen nicht alle Rechnungen vor. Für kommendes Jahr rechnet der Bürgermeister noch mit Zahlungen von bis zu einer halben Million Euro.
Info:
  • Zu Beginn der Bürgerversammlung gab es viel Statistisches. Die Zuhörer erfuhren, dass Pechbrunn zum 31. Oktober dieses Jahres 1338 Einwohner zählte – zehn weniger als zum 1. Januar 2020.
  • Die Kindertagesstätte besuchen aktuell 47 Kindergartenkinder und 13 Krippenkinder. Die Nachmittagsbetreuung wird von 14 Kindern in Anspruch genommen.
  • Die Grundschule besuchen aktuell 55 Kinder.

„Steigende Steuereinnahmen sowie höhere Förderungen im Kinderbetreuungsbereich haben die Einnahmesituation der Gemeinde deutlich verbessert.“

Bürgermeister Stephan Schübel

Bürgermeister Stephan Schübel

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