27.05.2020 - 17:47 Uhr
ParksteinOberpfalz

Das Wunder im Stall in Parkstein: Rettung in letzter Sekunde für Minipony Fips

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Fortsetzung einer Glücksgeschichte: Es geht um Sekunden. "Der Tierarzt hat gesagt, das Fohlen ist tot", erinnert sich Pferdebesitzer Wolfgang Hümmer aus Parkstein. Doch nach 24 Stunden steht fest: Minipony Queeny hat einen kleinen Bruder.

Queeny hat sich total verändert. Die Stute geht mit ihrer blonden Mähne ganz nach ihrem Papa. Fohlen Fips ist hingegen noch braun gescheckt. Charakterlich sind sich die Geschwister aber ganz ähnlich.
von Sophie MennerProfil

Ein Jahr ist es her, dass Minipony Queeny das Licht der Welt erblickte und die Herzen der Oberpfalz-Medien-Leser im Sturm eroberte. Heute ist der kleine Star kaum wiederzuerkennen. Stute Queeny geht ganz nach ihrem Papa: graues Fell und blonde Mähne. Ob Fips, wie seine Schwester, das braun-weiß gescheckte Fell ablegen wird, steht noch in den Sternen. Zumindest charakterlich ist aber klar, die beiden sind Geschwister.

Kleine Ponys ganz groß im Bild

Doch das Familienglück begann holprig. "Das Fohlen ist tot": So lautete die erste Nachricht, die Sybille Baier-Hümmer von ihrem Mann vor drei Wochen bekam. Vom Stallbesitzer alarmiert, war Besitzer Wolfgang Hümmer zuvor sofort zum Hof in Hagen gefahren. Auf dem Weg benachrichtigte er noch den Tierarzt. "Bei normalen Pferden kündigt sich die Geburt vorher an. Bei den Miniponys ist das nur schwer zu erkennen", erklärt Hümmer. Mama Urmel brachte Queeny im letzten Jahr ganz ohne Hilfe zu Welt – und das, obwohl Minipony-Geburten sehr schwierig sind, da die Fohlen im Verhältnis zur Mutter sehr groß sind.

Grausames Bild im Stall

Als Hümmer im Stall ankam, bot sich ein grausames Bild: "Man konnte den Kopf und ein Bein schon sehen. Die Lippen waren blau angelaufen und der Kopf angeschwollen. Der Tierarzt hat gesagt, das Fohlen ist tot." Vermutlich lag der Kleine bereits im Mutterleib verkehrt herum, mit dem Kopf nach oben. Bei der Geburt drückte Mama Urmel dann automatisch die Halsschlagader ab. "Wir haben versucht, das Fohlen herauszuziehen, aber der zweite Fuß hatte sich verhakt. Uns ging es inzwischen nur noch darum, die Mutter zu retten. Im Notfall hätten wir Fips ein Bein brechen müssen."

Doch dann geschah ein Wunder. "Wir haben den Kopf zu fassen bekommen und konnten das Fohlen herausziehen. Wir dachten ja, es sei tot und haben es dann einfach fallen gelassen", erinnert sich Hümmer. Doch der harte Aufprall auf dem Boden rettete dem Minipony-Fohlen das Leben. "Ich weiß auch nicht wie, aber durch den Aufprall muss das Herz nochmal einen Sprung gemacht haben." Fips begann zu atmen. Jetzt hieß es erstmal abwarten. Kritisch seien die ersten 24 Stunden nach der Geburt. Doch dem kleinen Hengst ging es schnell besser. Nach fünf Stunden waren seine Lippen wieder normal, nach einer Woche hatten sich auch die Beinchen von der Tortur erholt. "Normalerweise wäre so etwas nicht gut gegangen." Kleine Ponys haben wohl einen großen Schutzengel. "Das war für uns aber eine Warnung." Jetzt sei für Pflegepapa Wolfgang Hümmer erst mal Schluss mit Minipony-Fohlen.

Mini-Pony auf dem Schoß vom Pflege-Papa

Fips: Laut Duden wird so ein "kleiner, unscheinbarer Mensch" beschrieben. Klein ist Fips – sogar sehr klein, 48 Zentimeter, aber bestimmt nicht unscheinbar. "Normalerweise haben Fohlen Angst vor Menschen und sind totale Mama-Kinder. Aber unsere Zwerge sind nicht normal."

Herumtollen und mit Kindern und den Hofhunden spielen: Das macht den beiden Mini-Ponys Spaß. Mama Urmel ist dabei nur noch Nebensache, auch wenn sie unruhig wiehert, wenn ihr Jüngster doch mal zu weit wegläuft.

Auch Queeny hat im Erwachsenenalter ihre Menschenliebe nicht abgelegt. "Wenn ich mich hinsetzte, möchte sie immer noch auf meinen Schoß. Aber langsam wird sie ein bisschen schwer", erzählt der Pflegepapa.

Auch Fips bekommt in Zukunft die Möglichkeit, sein großes Herz mit vielen Kinder zu teilen. "Unser Fips wird ein Steirer." Wenn der Kleine alt genug ist, geht es für ihn auf eine Hütte in Österreich. "Wir haben im letzten Jahr dem Hüttenwirt Fotos von Queeny gezeigt, und er hat sich sofort verliebt. Unsere Queeny ist aber unverkäuflich." Wolfgang Hümmer und seiner Frau Sybille kam dann die Idee mit Fips. "Wir haben Mama Urmel nochmal decken lassen." In ungefähr einem halben Jahr kann Fips dann auf den grünen Bergwiesen toben und Herzen weit über die bayerischen Grenzen hinaus erobern.

Die Königin der Herzen: So sah Fips Schwester Queeny als Fohlen aus!

Parkstein

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