26.09.2021 - 13:12 Uhr
Oberwildenau/Luhe-WildenauOberpfalz

Widerstand wächst: Funkmast höher als der Oberwildenauer Kirchturm

Mitten in Oberwildenau soll ein neuer Funkmast aufgestellt werden. Die Gegner bringen ihre Argumente vor, aber machen gleichzeitig Lösungsvorschläge für einen anderen Standort.

Am Ende der Maistraße (Mitte) soll im Bereich des Knickes Margeritenweg auf dem rechts angrenzenden Grundstück eines holzverarbeitenden Betriebes der rund 28 Meter hohe Funkmast aufgestellt werden.
von Walter BeyerleinProfil

Die geplante Aufstellung eines Funkmastes in der Ortsmitte von Oberwildenau schlägt hohe Wellen. Der Marktrat hatte in seiner Sitzung im April dem Vorhaben das gemeindliche Einvernehmen verweigert. Ende August starteten die Familien Dorner und Edhofer, Frühlingsstraße, eine Unterschriftenaktion, der sich über 150 Bürger anschlossen, um ihre Ablehnung zu unterstreichen.

Der Mast, rund 28 Meter hoch, soll auf dem Grundstück eines holzverarbeitenden Betriebes errichtet werden. Damit würde er den Kirchturm von St. Michael überragen. Zugleich ist der geplante Standort in der Luftlinie nur rund 150 Meter vom Kindergarten entfernt.

Nicht die perfekte Lösung

Mit ihrer Unterschrift vertreten die Bewohner die Ansicht, dass bei Errichtung des Funkmastes das eigene Grundstück an Wert verliert und gesundheitliche Schäden nicht ausgeschlossen werden können. Gleichzeitig bejahen die Gegner des Funkmastes aber die Notwendigkeit des Ausbaues des Mobilfunknetzes, sehen mit der Aufstellung des Mastes in der Ortsmitte Oberwildenaus nicht die „perfekte Lösung“. Deshalb müsse eine alternative Lösung außerhalb des Ortskernes gefunden werden.

Das Landratsamt Neustadt/WN erklärt in der Beantwortung schriftlich gestellter Fragen, über die rechtliche Situation auf. Zur Sammlung von Unterschriften merkt das Landratsamt an, dass die Zahl der Einwände unerheblich ist. Wichtig sei aber, dass die Einwände innerhalb des Prüfungsumfanges der Baugenehmigung liegen.

Als Baugenehmigungsbehörde prüfe das Landratsamt die Zulässigkeit des konkret beantragten Vorhabens, also im Fall dieses Mastes auch nur den beantragten Standort. Das Landratsamt weist aber auch daraufhin, dass im baurechtlichen Verfahren der Kreisbaumeister und der Kreisheimatpfleger als Fachstellen beteiligt werden.

Bessere Mobilfunkversorgung

Die Deutsche Funkturm GmbH lässt auf Anfrage über ihren Pressesprecher wissen, dass ein anderer Standort für einen Funkmast funktechnisch geeignet sein muss, um das Versorgungsziel im gewünschten Gebiet zu erreichen. Der Standort Oberwildenau erfülle diese Kriterien, er sei nahe am zu versorgenden Gebiet und „gut angebunden“. Klar die Aussage der Deutschen Funkturm GmbH zum Funkverkehr: Der geplante Mast wird die allgemeine Mobilfunkversorgung in Oberwildenau und Umgebung verbessern und nicht nur den, entlang der Bahnlinie. Vom Mast werden in erster Linie Telekom-Kunden profitieren, der Mast stehe aber auch allen anderen Mobilfunkanbietern zur Verfügung.

Bürgermeister Sebastian Hartl gibt im persönlichen Gespräch im Rathaus Oberwildenau seine Stellungnahme zur derzeitigen Situation ab, die aber noch immer von der Ablehnung der Erteilung des gemeindlichen Einvernehmens geprägt ist. Dieses Nein des Marktrates habe aber für die geplanten Maststandorte in Luhe und Oberwildenau gegolten.

Das Marktoberhaupt verweist auch auf die relativ flache Bebauung in Oberwildenau, bei der sich ein Mast wie in der beantragten Höhe störend auf das Ortsbild auswirkt. „Der Mast wäre an einem alternativen Standort am Ortsrand besser aufgehoben“, betont Sebastian Hartl. Der Bürgermeister verhehlt zugleich nicht, dass es auch Stimmen, beispielsweise aus der Eichenstraße gibt, die den Ausbau des Mobilfunknetzes generell befürworten. „Damit uns 2021 das Telefonieren mit dem Handy möglich wird“, heißt dazu die Begründung.

Bürgermeister Sebastian Hartl wartet jetzt die Entscheidung des Landratsamtes Neustadt/WN als Baugenehmigungsbehörde ab, bevor der Markt eventuell wieder vermittelnd tätig werden kann.

Eine nette Geste der Stadt Neustadt/WN

Neustadt an der Waldnaab
Arno und Carmen Dorher haben gemeinsam mit Meinrad und Emma Edhofer die Unterschriftenaktion gegen die Aufstellung des Funkmastes auf dem Grundstück eines holzverarbeitenden Betriebes in Oberwildenau gestartet. Arno Dorner zeigt an: Das ist die in etwa die Linie auf der der Funkmast auf dem nicht direkt angrenzenden Grundstück aufgestellt werden soll.

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.