30.07.2020 - 14:50 Uhr
OberviechtachOberpfalz

Soldatenheim auch ein Thema für Grünen-Politiker

Bei seinem Einsatz für das Emil-Kemmer-Haus holt Bürgermeister Rudolf Teplitzky Politiker mehrere Couleur mit ins Boot. Als Gast im Rathaus begrüßt er Stefan Schmidt, den einzigen Bundestagsabgeordneten der Grünen aus der Oberpfalz.

Bürgermeister Rudolf Teplitzky (links) bedankte sich bei MdB Stefan Schmidt (Bündnis90/Die Grünen) für seinen Besuch und das Interesse.
von Elfriede WeißProfil

Der aus dem Neumarkter Landkreis stammende und in Regensburg wohnende Abgeordnete ist im Bundestag für die Kommunalfinanzen zuständig und sitzt im Tourismusausschuss. So ergaben sich viele coronabedingte Diskussionspunkte wie steigende Ausgaben und fehlende Einnahmen aus Gewerbe- und Einkommensteuer, mit denen die Kommunen belastet werden. Im Bereich Tourismus sei laut Bürgermeister Teplitzky festzustellen, dass Radtourismus und Wanderungen mit Übernachtungen in der Region gegenwärtig zunehmen und das „Goldstück“ Oberviechtach gut angenommen werde.

Mehr Digitalisierung

Zwei Themen wurden auf Vorschlag des Bürgermeisters ausgiebig erörtert. Zum einen sprach Teplitzky, der ja zuvor in einem Betrieb „ohne Papier“ gearbeitet hatte, die Digitalisierung der Dienste der Rathäuser an. Es müsse ähnlich wie bei Schulen Fördermittel für die Digitalisierung geben, so dass Bürger viele Geschäfte mit dem Rathaus online erledigen können. Schmidt verwies darauf, dass die Kommunen in erster Linie bei den Ländern angesiedelt seien, stimmte aber voll zu, dass viele Dienste online erledigt werden sollten. Der Bund sollte die Länder anweisen, Gelder dafür locker zu machen, und auch selber die Digitalisierung unterstützen.

Beharrliche Suche nach Lösungen

Oberviechtach

Als weiteren Punkt nannte Teplitzky die Nutzung des Emil-Kemmer-Hauses (Soldatenheim), sein Steckenpferd. „Wir brauchen dringend dieses Haus mit dem großen Saal, und auch die Verbindung der Soldaten mit der Bevölkerung ist uns wichtig“, so Teplitzky. Erst vor zwei Wochen sei er deswegen in Berlin gewesen und habe dort seine Pläne erläutert. Mehr Flexibilität in den Geschäftsmodellen sei laut Teplitzky dringend erforderlich. Er bat Schmidt, sich dafür gemeinsam mit den Oberpfälzer Abgeordneten Karl Holmeier und Marianne Schieder einzusetzen.

Drei Optionen

Schmidt zeigte großes Interesse und diskutierte die vom Bürgermeister vorgebrachten drei möglichen Optionen: Die Stadt wird Pächter des Hauses, das der Katholischen Arbeitsgemeinschaft für Soldaten (KAS) gehört, die Stadt wird Teilhaber oder, finanziell eher unwahrscheinlich, die Stadt kauft das Gebäude. „Es ist sehr wichtig für uns, dass das Haus wiederbelebt wird", bekräftigte Teplitzky und bot an, nach Berlin zu kommen und zusammen mit den Abgeordneten aus der Region das Anliegen vorzubringen. Abschließend stellte er die segensreiche Schwarz-Stiftung vor, die für Oberviechtach „Gold“ wert ist. Mit deren Unterstützung will er Jugendliche in regelmäßigen Abständen einladen, um ihnen die Angebote der Heimat aufzuzeigen und sie zu animieren, ihren Lebensmittelpunkt in die Region zu legen.

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