21.01.2021 - 17:07 Uhr
OberviechtachOberpfalz

Schlagwurf kontra Pfeil und Bogen: Diskussion ums Eisenbarth-Turnier läuft

Zwei Oberviechtacher Vereine wollen ihr Eisenbarth-Turnier zum gleichen Termin am gleichen Ort veranstalten. Bürgermeister Rudolf Teplitzky vermittelt bisher ohne Erfolg. Jetzt gibt der Stadtrat eine Richtung vor.

Das Bogenclub-Vereinsheim mit Schießplatz ist Teil des städtischen Sportgeländes „Am Sandradl“. Der Handballverein benötigt das gesamte Areal am letzten Juli-Wochenende für das Eisenbarth-Turnier „Handball rockt“, nachdem das Jahnstadion ab heuer für diese Großveranstaltung tabu ist.
von Gertraud Portner Kontakt Profil

„Handball rockt“ heißt es in Oberviechtach seit über 35 Jahren. Wenn Ende Juli das Eisenbarth-Turnier mit Sport und Party angesagt ist, herrscht Ausnahmesituation in der Stadt. Auch 2019 feierten rund 60 Teams aus der Oberpfalz und darüber hinaus mit zahlreichen Gästen ein rauschendes Sportfest im Jahnstadion. 2020 verhinderte die Corona-Pandemie die Großveranstaltung. Doch auch ohne Virus droht dem Event das „Aus“. Denn es gibt zwei Faktoren, welche den Vereinsfunktionären seit Monaten Kopfzerbrechen bereiten. Da ist zum einen die Sanierung des Jahnstadions. Ein Ausweichplatz ist zwar gefunden, doch diesen hat auch der Bogenclub für sein Turnier im Visier.

"Handball rockt" in 2019

Oberviechtach

Kompromiss finden

Das Thema stand bereits auf der Tagesordnung der nichtöffentlichen Stadtratssitzung am 8. Dezember 2020. Am 19. Januar wurde nun bei der Sitzung in der Schulmensa erstmals öffentlich darüber debattiert. Wie der Bürgermeister anführte, steht das Jahnstadion wegen dem Sanierungs-Fokus „Schulsport“ nicht mehr fürs Handballfest mit Partyzelt und Campen zur Verfügung. Als neuer Veranstaltungsort wird das Sportgelände Am Sandradl ins Auge gefasst (Pächter: TSV-Abteilung Fußball und Bogenclub). „Es erfordert das Zusammenspiel aller Beteiligten, denn ein Neubau einer dritten Sportstätte in Oberviechtach ist wenig sinnvoll und nicht finanzierbar“, so Teplitzky. Wie er betonte, könne er die Vereinssicht von TSV Fußball, Bogenclub und Handballverein nachvollziehen, aber er sehe seine Aufgabe darin, „eine für die Stadt am besten geeignete Lösung zu finden. Idealerweise deckt sich diese mit den Wünschen der Vereine.“ Seit Mai 2020 gab es elf Gesprächstermine, allerdings ohne Kompromisslösung. Die TSV-Abteilung Fußball hat am 9. Dezember ihr Einverständnis gegeben. Vorgesehen sind sieben Spielfelder, Camping am Platz sowie ein Festzelt mit angrenzender „Time-Out-Lounge“. Wie der Bürgermeister anführte, stelle dies eine Herausforderung für den Bogenclub bezüglich Termin und Raumplanung für dessen Vorhaben dar. Denn der Club plant ebenfalls für das letzte Juli-Wochenende die Wiederaufnahme seiner Eisenbarth-Turniere.

Nachdem beide Vereine jetzt Planungssicherheit einfordern, wollte Teplitzky von den Stadträten wissen: „Wie wollen wir das Sportgelände in der letzten Schulwoche nutzen? Was machen wir, wenn es keinen Kompromiss gibt?“ Bei der Diskussion kamen mehrere Fakten zur Sprache. So auch die Tatsache, dass die Stadt 2015 dem Bogenclub den Pachtvertrag kündigte. Diese war jedoch nicht rechtswirksam. Mittlerweile läuft das Training mit Pfeil und Bogen wieder gut an.

„Es erfordert das Zusammenspiel aller Beteiligten, denn ein Neubau einer dritten Sportstätte in Oberviechtach ist wenig sinnvoll und nicht finanzierbar.“

Bürgermeister Rudolf J. Teplitzky

Kleinen Verein nicht ausbooten

Weitere Wortmeldungen wiesen darauf hin, dass der Handballverein zwar ein Imageträger für die Stadt ist, aber man alle Vereine, egal ob groß oder klein, gleich behandeln sollte. Deshalb wurde der Bürgermeister beauftragt, noch einmal eine Gesprächsrunde mit allen Beteiligten zu drehen. Dafür wurde er jedoch vom Stadtrat mit einer „klaren Tendenz für das Handballfest am letzten Juli-Wochenende“ ausgestattet. Dabei wurde festgestellt, dass der gleiche Termin kein Nachteil sein muss. Dem Bogenclub soll deshalb als Alternative das sanierte Jahnstadion fürs Turnier angeboten werden. Die dafür notwendige Infrastruktur lasse dies zu. Der Bürgermeister erhielt einstimmig den Auftrag, den alten Pachtvertrag mit dem Bogenclub rechtswirksam zum 31. Dezember 2021 zu kündigen. Gleichzeitig soll ein neuer Vertrag geschlossen werden, der bezüglich der Nutzung des Sportplatzes sowie des Vereinsheimes für Klarheit sorgt. Denn auch hier gab es in der Vergangenheit keinen Konsens.

Details zum Pachtvertrag zwischen der Stadt Oberviechtach und dem Bogenclub

Oberviechtach
Dieser Teil des Sportgeländes wird als Fußballplatz (rechts das TSV-Vereinsheim) genutzt. Fürs Handballturnier wären sieben Spielfelder möglich. Es gibt auch genügend Platz, damit die Sportler campen und gemeinsam feiern können

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