01.09.2020 - 16:02 Uhr
OberviechtachOberpfalz

Projektgebiet an der Murach möglich

Schlamm und Wasser sollen nach einem Starkregen in der Flur bleiben. Dieses Ziel gibt das Amt für Ländliche Entwicklung mit der Initiative "boden:ständig" aus. Erste Gespräche für ein Projektgebiet im Bereich der Murach laufen.

Bereits vorbildlich: Ein hügeliger Grünstreifen zwischen Feld und Flussbett verhindert Ausschwemmungen. Die Murach fließt zwischen Oberlangau (Bild) und Mitterlangau ein Stück der Straße entlang.
von Gertraud Portner Kontakt Profil

Der Klimawandel mit Starkregen und langen Trockenphasen ist auch in der Region angekommen. Die Folge: Überschwemmungen und Bodenerosion. Der Abtrag mindert die Fruchtbarkeit der Felder und belastet die Gewässer. Seit 2015 gibt es das Programm "boden:ständig", eine Initiative der Bayerischen Verwaltung für Ländliche Entwicklung: Bei Projekten zum Erhalt der Böden und zum Schutz der Gewässer können Gemeinden und Landwirte gemeinsam aktiv werden.

Ein "boden:ständig"-Projekt im Stiftland läuft mit drei Kommunen

Waldsassen

Ortstermin an der Murach

Vergangene Woche fand ein erster Ortstermin mit Bürgermeister Rudolf Teplitzky, Bauamtsleiter Andreas Mandl und den beteiligten Behörden statt. Vertreter vom Amt für Ländliche Entwicklung Tirschenreuth (ALE), vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) aus Nabburg sowie vom Wasserwirtschaftsamt Weiden stellten die Initiative und auch ihre Pläne für ein "boden:ständig"-Projekt im Bereich zwischen Oberlangau und Mitterlangau vor.

Andreas Mandl informiert im Gespräch mit Oberpfalz-Medien über das Treffen. Wie von den Experten dargestellt wurde, bestehe an einigen wenigen Stellen zwischen den beiden Dörfern die Gefahr, dass Sedimente und Stickstoff in die Murach eingetragen werden. Teilweise sei es bereits zu schädlichen Verunreinigungen gekommen. Betont wurde, dass landwirtschaftlich nutzbare Flächen eine knappe Ressource sind. Bodenabtrag mindere die Fruchtbarkeit der Böden und belaste zudem die Gewässer. "Die aktuellen klimatischen Veränderungen mit zunehmenden Starkregenereignissen und Trockenphasen erfordern Anpassungen der Flurgestaltung und Bodennutzung", so der Kontext. Das Amt für Ländliche Entwicklung Tirschenreuth habe deshalb die Initiative zum Erhalt lebendiger Böden und zur abflussbremsenden Flurgestaltung gestartet. Bei "boden:ständig" seien Gemeinden und Landwirte gemeinsam gefordert.

Prinzip der Freiwilligkeit

Beim Ortstermin wurde betont, dass es dabei eine gute Arbeitsteilung gibt: Die Landwirte engagieren sich mit erosionsmindernden Bewirtschaftungsmethoden, die Gemeinden kümmern sich um die Flächen an den Bächen. Gemeinsam sind sie in der Flur bei der Anlage von Puffersystemen aktiv. "Kernelement ist das Prinzip der Freiwilligkeit", stellt Bauamtschef Mandl fest. Unterstützt werden die Landwirte und Kommunen dabei vom Amt für Ländliche Entwicklung und vom Landwirtschaftsamt.

Die Stadt Oberviechtach will nach dieser ersten Gesprächsrunde noch weitere Informationen einholen, insbesondere auch über Fördermöglichkeiten. "Das Projekt steht erst ganz am Anfang", betont Mandl. "Sobald ausreichend Details vorliegen, wird der Stadtrat darüber entscheiden, ob man in dieses Projekt einsteigt."

Hintergrund:

Programm "boden:ständig"

  • Initiative
    Mit der Initiative "boden:ständig" soll das Wasser in der Feldflur zurückgehalten und die fruchtbare Ackerkrume erhalten werden. Dies will das Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten über die Ämter für Ländliche Entwicklung erreichen.
  • Projektgebiet
    Wenn Kommunen und Landwirte Handlungsbedarf bei Boden- und Gewässerschutz haben, kann dazu ein Projektgebiet ausgewiesen werden. Voraussetzung ist eine aktive Mitarbeit. Lösungen werden gemeinsam mit den Fachbehörden erarbeitet.
  • Maßnahmen
    Im Mittelpunkt stehen pflanzenbauliche Maßnahmen zur Erosionsminderung und Verbesserung der Wasseraufnahme- und -speicherfähigkeit der Ackerböden (wie Zwischenfruchtanbau). Verbessert werden soll der Wasserrückhalt in der Fläche (beispielsweise durch Rand- oder Blühstreifen). Im Fokus stehen auch zielgerichtete Maßnahmen in der Landschaft, an Gewässerrändern und an Gewässern selbst.

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