19.07.2020 - 12:30 Uhr
OberviechtachOberpfalz

Ortenburg-Gymnasium verabschiedet "besonderen Jahrgang"

29 Jugendliche entschieden sich vor fünf Jahren für das achtjährige Gymnasium. Nun halten sie ihr Abiturzeugnis in Händen. Bei der Entlassfeier werden sie in vielerlei Hinsicht als "besonderer Jahrgang" gewürdigt.

Schulleiter Ludwig Pfeiffer (rechts) zeichnete die erfolgreichsten Abiturienten mit dem OGO-Ehrenpreis aus: Von links Tim Schneider (Notendurchschnitt 1,3), Sophia Rappl (1,5), Lena Rückerl (1,0), Verena Scheuerer (1,5) und Elena Zimmer (1,3).
von Georg LangProfil
Die Entlassfeier im Zeichen der Coronakrise: Die Ehrengäste nahmen in der ersten Reihe Platz, während die Absolventen bei ihren Familien saßen – mit dem erforderlichen Abstand über die gesamte Sporthalle verteilt.

"N-abi-gation" war das Motto des Abschlussjahrgangs 2020 am Ortenburg-Gymnasium. Dieser wurde von den Rednern in mehrfacher Hinsicht als besonderer Jahrgang eingestuft. Dazu zählte, dass sich die 29 Jugendlichen bereits seit der 8. Jahrgangsstufe in einem Klassenverband befanden, weil sie sich vor fünf Jahren gegen die Mittelstufe Plus entschieden hatten, die seinerzeit im Zuge der Querelen um das G8 oder G9 angeboten wurde.

Oberstufenkoordinator Stephan Sturm bestärkte die Abiturienten bei der Wahl ihres Leitthemas in der Abizeitung. Denn während der Schlussphase ihrer schulischen Laufbahn sei in den Turbulenzen der Corona-Zeiten ein Navigationssystem dringend erforderlich gewesen. Darauf blendete auch Schulleiter Ludwig Pfeiffer zurück, denn "eure Reise durchs OGO begann ganz gewöhnlich, zeigte aber auch ungewöhnliche Seiten". Die überschaubare Jahrgangsstärke von 29 Teilnehmern eröffnete vielfältige Möglichkeiten "für zusätzliche Projekte".

Die Abiturprüfungen standen im Zeichen des Coronavirus:

Oberviechtach

Keine "Notlandung"

Der Schulleiter erinnerte an ein umfängliches Exkursionsprogramm im Laufe der fünf Jahre, in denen die jetzigen Schulabgänger in einem konstanten Klassenverband zusammengeschweißt waren. Theresienstadt, Berlin, Broadstairs, Prag, Brüssel und Irland waren Ziele von Exkursionen. "Diese Fahrten haben euch andere Länder, Sprachen und Kulturen nähergebracht", merkte der Schulleiter an und würdigte zugleich das Engagement dieses besonderen Jahrgangs bei Wettbewerben, Schüleraustausch und sozialen Projekten. Den "coronabedingten Härtetest" in der Schlussphase hätten alle gut bestanden. Alle Prüflinge erreichten ihr Ziel, manche sogar mit exzellenten Notendurchschnitten. Von einer Notlandung oder Absturz könne keine Rede sein.

Das Bild von der Reise griff auch Jahrgangsstufensprecherin Lena Rückerl auf, die mit einem Notendurchschnitt von 1,0 die Spitzenposition einnahm und den Journalistenberuf anstrebt. In ihrer Rede ließ sie Momente des Exkursionsprogramms bei der Bayerischen Vertretung in Brüssel sowie im Gedenkort Theresienstadt oder bei der Brecht-Aufführung in München Revue passieren, erinnerte sich aber auch an den schulischen Alltag, der mit dem Lockdown abrupt endete.

Nach dem erfolgreichen Abitur sei "jetzt ein neues Ziel in das Navigationssystem einzugeben", nicht ohne vorher einer breiten Schar von Unterstützern namentlich Dank zu sagen, allen voran Oberstufenkoordinator Stephan Sturm und Schulleiter Ludwig Pfeiffer mit den Lehrkräften. Zum Aufbruch aus der Heimat, aber auch zur Rückkehr, nachdem man "andere Lebensmuster kennengelernt hat", riet Oberviechtachs Bürgermeister Rudolf Teplitzky in seinem Grußwort den Abiturienten.

Redner ermuntern

Stellvertretende Landrätin Birgit Höcherl rief die Jugendlichen in ihrem neuen Lebensabschnitt zu mutigem Engagement auf. "Hinschauen und etwas sagen", gab sie als Motto mit auf den Weg. Weitere Redner waren Neunburgs Zweite Bürgermeisterin Margit Reichl, Fördervereinsvorsitzender Manfred Klug, Elternbeiratsvorsitzender Hans Steinsdorfer sowie die beiden Schülersprecher Julia Ostermeier und Roman Fischer. Sie alle würdigten das Gemeinschaftsbewusstsein des Jahrgangs und ermutigten zu eigenverantwortlichem Handeln, nachdem man Schule und "Hotel Mama" hinter sich gelassen habe.

Die Schulabgänger waren nicht als Gruppe platziert, sondern sie saßen bei ihren Eltern. Die Familien und die Ehrengäste hatten in der weitläufigen Sporthalle des Ortenburg-Gymnasiums im vorgeschriebenen Abstand ihre zugewiesenen Plätze aufgesucht. Dem Technikteam kamen bei der Umsetzung des Hygienekonzepts besondere Aufgaben zu. Dabei rückte Schüler Bastian Klug immer wieder ins Blickfeld der Festversammlung, wenn er nach jedem Redebeitrag das Pult desinfizierte. Dasselbe galt für das Klavier, denn die Feier wurde von Musikstücken unterschiedlicher Interpreten begleitet. Dies waren Daniel Roiger, David Alesik, Mirjam Schlinke und Andrea Schneeberger.

Hintergrund:

Auszeichnung für Engagement

Elternbeiratsvorsitzender Hans Steinsdorfer ehrte zehn Abiturienten, die sich während ihrer Zeit am Ortenburg-Gymnasium außerhalb des Unterrichts besonders engagierten. Dies bei Wettbewerben, Projekten, im Sport, musikalisch bei der Big Band oder der Rockband sowie bei der Schülermitverantwortung (SMV). Präsente erhielten: Erik Bauer, Anja Bittner, Bastian Dirscherl, Annalena Dobler, Evi Graf, Michael Kick, Annalena Krämer, Sophia Rappl, Lena Rückerl und Tim Schneider.

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