25.06.2021 - 15:04 Uhr
OberviechtachOberpfalz

Oberviechtachs neuer Kindergarten auf dem Weg zum Lieblingsplatz mit Froschgequake

Blumenwiesen, Vögel, Frösche: Ein Kindergarten mitten im Biotop soll es sein. Das wünscht sich der Bürgermeister und strebt dafür auch ein Zertifikat an. Bei der Zwischenbilanz baut er auf Unterstützer, die ähnlich denken.

Der Rohbau steht, das Konzept auch: Otto Josef Langenhan und die künftige Kindergartenleiterin Caroline Simon sind sich mit Kämmerin Daniela Eder und Bürgermeister Rudolf Teplitzky (von links) einig, dass dabei die Natur eine Hauptrolle spielen soll.
von Monika Bugl Kontakt Profil

Eigentlich war für Juli ein "Tag der offenen Baustelle" geplant, um den Kindergarten-Neubau im Wiesengrund vorzustellen. "Die Corona-Regeln machen das schwierig", seufzt Oberviechtachs Bürgermeister Rudolf Teplitzky und hat vorerst einen Pressetermin anberaumt. Weil es sich bei dem Gebäude um einen Flachbau handelt, wird es auch kein Richtfest geben. Dafür mangelt es nicht an Plänen, wie sich der Kindergarten im Biotopverbund zum Lieblingsplatz des Nachwuchses mausern soll.

"Mit dem BRK haben wir auf jeden Fall einen kompetenten Partner im Boot", meint der Bürgermeister mit Blick auf BRK-Kreisgeschäftsführer Otto Josef Langenhahn, der auch gleich die zukünftige Kindergartenleiterin zum Ortstermin mitgebracht hat: Caroline Simon. Die gebürtige Nabburgerin arbeitet momentan in Ponholz. Die 27-Jährige hat im März ihr Studium der Kindheitspädagogik abgeschlossen und will im Januar in Oberviechtach mit maximal 74 Kindern durchstarten. Denn dann soll das neue Gebäude mit Gesamtkosten von rund 3,8 Millionen Euro und einer Hauptnutzfläche von 500 Quadratmetern bezugsfertig sein. Auf dem Grundstück in der Nähe des Freibads stehen jetzt schon die Wände für den städtischen Bau mit dem BRK als Träger, auch das Dach ist drauf, und von den großen Fenstern aus geht der Blick ins Grüne, dorthin, wo Teplitzky das große Potenzial der Oberviechtacher Einrichtung sieht: in die Natur.

"Die Frösche quaken auch schon hier", bemerkt Langenhan, der die Idee des Bürgermeisters für ein Naturpark-Kita-Konzept wohlwollend zur Kenntnis nimmt. "Mit dem Biotop-Verbund, Wiesen und einem Weiher unterhalb des Kindergartens findet Teplitzky eine entsprechende Zertifizierung naheliegen. „Es bietet sich hier im Kindergarten wirklich wunderbar an, das Thema Natur aufzugreifen", begeistert sich die künftige Kindergartenleiterin. "Hier gibt es genau das, was die Kinder brauchen, um sich gut zu entwickeln." Auch die Regionalität soll dabei nicht zu kurz kommen für die Stadt, die laut Grundsatzbeschluss den Titel "Biodiveritätsstadt anpeilt. "Viele Menschen wollen aus München wieder zurück in die Region", hat der Bürgermeister festgestellt, "das sind so Trends, die wir unterstützen wollen". Eine Blühwiesen-Runde passt da genauso gut hinein wie die der von der Kindergartenleiterin Besuch auf dem Bauernhof.

Langenhan macht keinen Hehl daraus, wie sehr er innovative Ideen schätzt. Der Montessori-Kindergarten in Maxhütte, drei Waldkindergärten und die Kooperation mit einer Musikschule in Schwandorf führt er als Beispiele ins Feld und fügt hinzu: "In diese Reihe passt der Kindergarten Oberviechtach. Nicht als Geschäftsmodell, sondern wegen der Freude am Projekt habe sich das BRK als Träger engagiert. Allein 250 Mitarbeiter beschäftige das BRK im Landkreis für die Betreuung in 20 Kitas. "Frühkindliche Erziehung ist ein wichtiges Standbein für ein glückliches und erfolgreiches Leben", so die Überzeugung des BRK-Geschäftsführers. "Es geht einfach nichts über ein Kinderlächeln", ergänzt der Bürgermeister, der sich gut vorstellen kann, dass dieser Ort das Zeug zu einem Lieblingsplatz der Kinder hat.

Was die Pädagogen im Kindergarten betrifft, so laufen bereits die Bewerbungen. "Das Personal ist da", versichert der BRK-Geschäftsführer. und an Anfragen von Eltern, die ihre Kinder hier betreut sehen möchten, scheint es auch nicht zu mangeln. Der Startschuss ist gefallen: Ab sofort sind Anmeldungen möglich. Fehlt nur noch ein Name für den neuen Kindergarten. Ein paar Ideen dazu gibt es bereits.

So lief es bisher auf der Kindergarten-Baustelle

Oberviechtach

"Frühkindliche Erziehung ist ein wichtiges Standbein für ein glückliches und erfolgreiches Leben."

Otto Josef Langenhan

Otto Josef Langenhan

„Es bietet sich hier im Kindergarten wirklich wunderbar an, das Thema Natur aufzugreifen."

Caroline Simon, Leiterin des neuen Kindergartens

Caroline Simon, Leiterin des neuen Kindergartens

Bürgermeister Rudolf Teplitzky ist begeistert vom Blick ins Grüne, den der Speisesaal im neuen Kindergarten bietet.
Info:

Als Naturpark-Kita auf dem Prüfstand

  • Geplante Eröffnung: Januar 2021
  • Anmeldung: ab sofort unter simon[at]kvschwandorf.brk[dot]de oder unter kh-oberviechtach[at]kvschwandorf.brk[dot]de; Telefon: 0160/99137550; im Internet sind auch die Anmeldebögen erhältlich.
  • Kapazität: 2 Krippengruppen für jeweils 12 Kinder, 2 Kindergartengruppen für jeweils 25 Kinder; maximal insgesamt 74 Kinder.
  • Konzept: Durch eine Kooperation von Naturparken und Kitas werden Naturpark-Themen Teil des Kitaalltags und zugleich wird das Angebot der Naturparke für diese Zielgruppe erweitert. In einer Naturpark-Kita werden Naturpark-Themen wie Natur und Landschaft, regionale Kultur und Handwerk, Land- und Forstwirtschaft regelmäßig im Alltag, in Exkursionen oder Projekttagen behandelt. Die Kinder lernen auf diese Art ihre Region kennen. Die Auszeichnung „Naturpark-Kita“ wird für einen Zeitraum von fünf Jahren verliehen. Alle fünf Jahre überprüft der Naturpark, ob die Kriterien dafür erfüllt sind. Gefördert wird das Projekt von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU).
  • Kosten: rund 3,8 Millionen Euro, erwartete Förderung rund 2,2 Millionen Euro.

 

 

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