08.12.2020 - 14:47 Uhr
OberviechtachOberpfalz

Oberviechtacher Kolpingfamilie gedenkt dem Gesellenvater

Mit Text aus dem Kolping-Musical leitet Kaplan Florian Fronhöfer die Predigt zum Gedenktag Adolph Kolpings ein. Das Vorbild des Gesellenvaters treibt auch die Mitglieder der Oberviechtacher Kolpingschar an, einige schon seit Jahrzehnten.

Beim Kolping-Gedenktag wurden die Mitglieder (vorne, von links) Michael Mayer, Josef Lorenz, Mathias Thanner und Michael Hösl geehrt. Das langjährige Engagement würdigten (hinten, von rechts) Vorsitzender Thomas Schwingl und Präses Florian Fronhöfer.
von Josef NiederaltProfil

Langjährige Mitglieder der Kolpingfamilie (KF) Oberviechtach sind aus Anlass des Kolping-Gedenktages geehrt worden. "Sie haben durch ihr Engagement viele Jahrzehnte diese Gemeinschaft mitgetragen und auch mitgeprägt“, stellte Vorsitzender Thomas Schwingl nach einem Gottesdienst heraus. Seit 65 Jahren sind Michael Mayer und Josef Lorenz bei Kolping, 50 Jahre gehören Alfred Tragl und Mathias Thanner der KF an, und seit 25 Jahren sind Michael Hösl, Alois Gürtler, Franz Sperl und Ortrud Sperl dabei.

Der Kolping-Gedenktag stand unter "dem Zeichen des Lichts", wie es Kaplan und KF-Präses Florian Frohnhöfer in seinen Worten ausführte. Dies kam nicht nur im Verlauf der Liturgie zum Ausdruck, sondern auch in zahlreichen Lichter, mit denen die Kirche geschmückt war. Den Volksaltar zierte ein großes Bild von Adolph Kolping, dekoriert vor dem schwarz-orangefarbenen KF-Banner. In dieser Atmosphäre, zu der auch dem Advent angepasste Orgelmusik beitrug, feierten Mitglieder der KF und Pfarrangehörige einen feierlichen Gottesdienst.

In Ebnath geht es auf einem Kolping-Weg durch die Natur

Ebnath

Mit einer Textpassage aus dem Musical „Kolpings Traum“ leitete Kaplan Fronhöfer seine Predigt ein: „Steht auf und gebt der Welt ein Lebenszeichen; in jedem von euch brennt dasselbe Licht. Noch ist es dunkel, doch die Nacht wird weichen. Schenkt der Welt ein menschliches Gesicht!“ Dieses Lied und auch das ganze Musical seien inspiriert vom Wirken Adolph Kolpings, wie der Geistliche erläuterte. Zu dessen Zeit hätten sich die Menschen nach Freiheit, Gerechtigkeit, Hoffnung Zuversicht und Sorglosigkeit gesehnt. Adolph Kolping habe es durch seinen Einsatz geschafft, diesem Mangel entgegenzuwirken.

Der Präses sagte weiter: „Auch heute sehnen wir uns nach Freiheit und Gerechtigkeit." Aber auch die Hoffnung auf ein baldiges Ende der Pandemie und die Rückkehr zum "normalen Leben" beschäftige die Menschen. Florian Fronhöher bezeichnete dies als einen "Lichtschein im Dunkel der Zeit". Für einen Hoffnungsschimmer habe auch Adolph Kolping bei seinen Zeitgenossen gesorgt, als er dem Vorbild Jesus Christus folgte. Dies sollte auch den Kolping-Mitgliedern heute als Inspiration dienen.

Bei den Fürbitten erinnerte KF-Vorsitzende Thomas Schwingl an die zuletzt verstorbenen Mitglieder Hermann Schießl und Johannes Krämer. Der Gesang des Kolping-Liedes „S' war einst ein braver Junggesell“ beendete die Gedenkfeier. Nach dem Gottesdienst wandte sich der Vorsitzende mit Dankesworten an den Präses, den Organisten und die Mitglieder. Mit Wehmut blickte er auf die ausgefallenen Veranstaltungen zurück, auch ein neues Jahresprogramm werde es vorerst nicht geben. Im Kalender steht aber der Rorategottesdienst am Freitag, 18. Dezember, 19 Uhr, der coronabedingt in der Pfarrkirche stattfinden wird.

Hintergrund:

Eine Petition und ein Wegbereiter

  • Der 30. Jahrestag von Adolph Kolpings Seligsprechung wird 2021 begangen. Für die Heiligsprechung fehlt noch der Beleg eines anerkannten Wunders. Papst Franziskus könnte aber den Weg mit einer sogenannten Dispens schon vorher frei machen. Das Kolpingwerk Deutschland hat deshalb mit dem Thema „Kolping ist mir heilig“ eine Petition eingeleitet. Die Besucher im Gottesdienst zum Kolping-Gedenktag brachten dieses Anliegen mit dem "Gebet um die Heiligsprechung" zum Ausdruck.
  • Als Wegbereiter Kolpings rückte zum Gedenktag der Lehrer Johann Gregor Breuer in den Fokus. Das Kolpingwerk feiert heuer dessen 200. Geburtstag. Breuer hatte sich schon im jungen Alter stark sozialpolitisch und kirchlich engagiert. Unter anderem gründete er 1846 einen Gesellenverein in Elberfeld; und damit noch vor Adolph Kolping. Die Ziele, die Breuer damals formuliert hatte, griff später Adolph Kolping auf, als er 1949 in Köln seinen ersten Verein gründete. Im Jahr 1850 schlossen sich auf Anregung Kolpings die ersten drei Gesellenvereine Elberfeld, Düsseldorf und Köln zum „Rheinischen Gesellenbund“ zusammen. Dies wird als die Geburtsstunde des Kolpingverbandes gesehen, der Grundstein für das überregionale Wirken als katholischer Sozialverband.
Das Bildnis Adolph Kolpings schmückte den Altar, als Kaplan und KF-Präses Florian Fronhöfer den Gottesdienst zelebrierte.

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