17.12.2020 - 11:55 Uhr
OberviechtachOberpfalz

Oberviechtacher Gymnasium befasst sich mit Wohnen im ländlichen Raum

Die "Lust auf die Provinz" ist gestiegen, der ländliche Raum ist als Wohngegend gefragt. Mit dem Thema "Wohnen auf dem Land" befassen sich Achtklässler des Oberviechtacher Gymnasiums. Eine Bürgermeisterin steht Rede und Antwort.

Neu ausgewiesene Baugebiete bleiben nicht lange leer. Auch in ländlichen Regionen wird verstärkt der Traum vom eigenen Haus verwirklicht. Das Thema "Wohnen auf dem Land" ist aktuell.
von Georg LangProfil

„Dass in München die Mieten hoch sind, weiß jeder. Doch wie sieht es in Oberviechtach und Umgebung aus?“ Mit diesem Thema setzte sich die Klasse 8b des Ortenburg-Gymnasiums im Fach Wirtschaft/Recht unter der Leitung von Studienreferendarin Miriam Konrad auseinander. Die Jugendlichen richteten ihre Untersuchungen auf die Marktgemeinde Winklarn aus und konnten deren Bürgermeisterin Sonja Meier für ein ausführliches Interview gewinnen, das in Coronazeiten per Videoschaltung geführt wurde. Eine Schülerin aus der Marktgemeinde hatte im Vorfeld den Kontakt zur Bürgermeisterin hergestellt.

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Bei der Einstiegsfrage zur Wohnsituation bestätigte Sonja Meier, dass „die Menschen hier das Leben in der Gemeinde durchaus zu schätzen wissen“. Deutlich werde dies in der Tatsache, dass viele nach ihrer Berufsausbildung oder Studium wieder in die Marktgemeinde zurückkehren. Bei der Frage nach der Ausweisung neuer Wohngebiete für junge Familien verhehlte die Bürgermeisterin nicht die hierbei zu überwindenden Hürden politischer und organisatorischer Art. „Verkaufswillige Grundbesitzer sind nicht immer leicht zu finden“, so ihre Erfahrung. Nur wenn junge Familien sich niederlassen können, seien auch Kindergärten und Schulen in den Ortschaften dauerhaft gesichert, merkte sie allgemein für die ländlichen Gemeinden an. Die Größe der Grundstücke und die Quadratmeterpreise seien hier für die Bauwilligen vorteilhafter als beispielsweise im Regensburger Speckgürtel.

Auch über die Zusammenarbeit der Kommune mit staatlichen Behörden wie der Landesplanungsstelle oder der Naturschutzbehörde wurden die Schüler informiert. Diese Zusammenarbeit sei auch bei der Beseitigung von Leerständen erforderlich, die einige Schüler in den Fokus ihrer Untersuchung rückten. Unbenutzte Altbauten seien auch in Winklarn ein Problem, doch konnte die Bürgermeisterin auch auf ein äußerst erfolgreiches Projekt bei der Leerstandbeseitigung verweisen. Die Sanierung des Thammer-Hauses am Marktplatz erfolgte zu 80 Prozent mit Förderprogrammen. Hier wurden auch drei Wohneinheiten geschaffen, die in kürzester Zeit vermietet waren.

Ganz konkret wollten die Jugendlichen auch Angaben zu den Mietpreisen in Winklarn wissen, denn in verschiedenen Internetportalen waren sie auf ganz unterschiedliche Daten gestoßen. Vier bis fünf Euro pro Quadratmeter ist der durchschnittliche Preis, der deutlich unter dem Niveau vergleichbarer Orte liege. Entscheidend sei auch, ob die Vermietung eine reine Geldanlage sei oder ob der Vermieter einen verlässlichen Bewohner für sein Objekt suche.

Bürgermeisterin Sonja Meier beantwortet die Fragen der Schüler bei einer Videoschaltung von Winklarn aus.
Die Schüler verfolgen die Ausführungen der Bürgermeisterin per Beamer. Die Corona-Pandemie beflügelt den Einsatz neuer Unterrichtsformen.

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