09.11.2020 - 16:38 Uhr
OberviechtachOberpfalz

Vom Michlbauer bis Schousterhias und Wonger

Die Stadt Oberviechtach begrüßt die Leader-Aktion für kostenlose Hausnamen-Schilder. Interessierte sollen sich bis 20. November im Rathaus melden.

Hausnamen sind mit dem jeweiligen Anwesen untrennbar verbunden. Bis 20. November kann bei der Stadt ein kostenloses Hausnamen-Schild (35 mal 25 Zentimeter) bestellt werden.
von Gertraud Portner Kontakt Profil

Hausnamen erzählen Geschichten, die teils durch die Jahrhunderte tragen. Das schätzen zunehmend auch junge Familien. Denn der Hausname blieb mit dem Anwesen verbunden, auch wenn die Besitzer längst gewechselt haben. In Oberviechtach gibt es sogar eine eigene Abteilung für "Handwerk und Hausnamen" im Obergeschoss des Doktor-Eisenbarth- und Stadtmuseums. Hier kann der Besucher interaktiv in eine Zeit eintauchen, in welcher die Hausnamen gebräuchlich waren und auch als Mittel der Unterscheidung dienten.

"Hausnamen sind ein Stück Heimatgeschichte, sie stiften Identität und geben rückblickend häufig Auskunft über das Leben in ländlichen Regionen", heißt es in einem Schreiben der Stadt Oberviechtach. Damit wird informiert, dass die LAG-Regionalentwicklung im Landkreis Schwandorf, in Zusammenarbeit mit den örtlichen Heimatpflegern, Arbeitskreisen und Kulturvereinen den Hausbesitzern die Möglichkeit geben will, ihr Anwesen mit dem Hausnamen zu versehen. Geplant sind Acryl-Schilder (35 mal 25 Zentimeter), auf denen falls gewünscht, auch die Erklärung zum Hausnamen und gegebenenfalls ein früherer Hausname (Jahreszahl/Jahrhundert) angegeben werden kann. Die Kosten für den Druck werden über die Leader-Förderung bezuschusst; die Kofinanzierung trägt der Landkreis. "Den Hauseigentümern in der Stadt und den Ortsteilen entstehen keine Kosten", betont Bürgermeister Rudolf J. Teplitzky. Wer Interesse hat, soll sich bis spätestens 20. November bei der Stadtverwaltung (09671/307-20) melden.

Hausnamen sind in der Region noch immer tief verwurzelt. Viele gehen auf eine ehemalige Landwirtschaft oder auf Berufe zurück, andere lassen sich von den Nachnamen der Vorbesitzer ableiten. "Hausnamen der Stadtgemeinde Oberviechtach: Sozialgeschichtlicher und sprachlicher Befund", lautete ein Vortrag, welchen Ludwig Schießl als Vorsitzender des Heimatkundlichen Arbeitskreises zum Vereinsjubiläum im Jahr 2017 hielt. Sein Hauptaugenmerk galt dabei jenen Hausnamen, die eine Berufsbezeichnung als Wortbildungskomponente aufweisen, wie etwa Naibeck, Michlbauer, Mülgirgl, Schneindermichl, Schouster, Schousterhias, Spangler, Weechmacher und Wonger.

Ludwig Schießl beleuchtete Hausnamen in der Gemeinde Oberviechtach

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