27.04.2020 - 16:05 Uhr
OberviechtachOberpfalz

Maskierte Kundschaft willkommen

Endlich! Klamotten und Schuhe bringt nicht mehr der Paketbote - jetzt ist wieder Bummeln angesagt. Doch die Maskenpflicht und strengen Verhaltensregeln bremsen das Einkaufsvergnügen. Die Ladenbesitzer hoffen noch auf mehr Normalität.

Auch das Team von Mode-Mehler in Oberviechtach trägt Maske. Die Kunden müssen ihre Hände desinfizieren und eine Einlass-Marke ziehen.
von Gertraud Portner Kontakt Profil

Laut Regierungsbeschluss dürfen Einzelhandelsgeschäfte mit einer Fläche bis maximal 800 Quadratmeter ab Montag wieder Kunden bedienen. Oberpfalz-Medien fragte bei einigen Ladenbesitzern im Landkreis nach, wie sich die Erleichterungen in der Coronakrise auswirken.

Leute sind verunsichert

"Ihre Gesundheit und die unserer Mitarbeiter ist uns äußerst wichtig", steht auf einem großen bei Mode-Mehler in Oberviechtach. Eine Stunde nach Öffnung ist es hier noch relativ ruhig. "Die Leute sind verunsichert. Auf der einen Seite gilt die Ausgangsbeschränkung, auf der anderen Seite sperren die Geschäfte auf", sagt Barbara Mehler. Damit niemand Angst beim Shoppen haben muss, gibt es Verhaltens- und Hygieneregeln. Am Eingang steht ein Spender zur Handdesinfektion, jeder muss eine Einlass-Marke ziehen und hat nur Zutritt mit Mund-Nase-Maske. Eine Beraterin kümmert sich um nicht mehr als zwei Personen und von Kunde zu Kunde sind eineinhalb Meter Abstand zu halten. Auch auf die Beachtung der Husten- und Niesregeln wird hingewiesen.

"Jetzt wird auch die Ware wieder zugestellt, die wir vor Monaten bestellt haben", sagt Barbara Mehler mit Blick auf Röcke und Kleider in den neuen leuchtenden Frühlingsfarben Gelb, Orange und Zimt. Doch die umsatzstarken Monate März und April seien leider heuer ausgefallen. Auch der Verkaufsraum von Zweiradtechnik Kostner in der Perschener Straße in Nabburg ist proppenvoll mit Ware. Auch wenn das Frühjahrs-Hauptgeschäft verzögert startet, ist Inhaber Robert Kostner nicht bange: "Ich glaube, dass Zweiradgeschäfte am Ende des Jahres nicht viel weniger Umsatz gemacht haben." Er liefert auch gleich die Erklärung: "Die Leute können heuer nicht ins Ausland fahren und kaufen sich deshalb ein gutes Fahrrad für den Urlaub zu Hause."

Ich glaube, dass Zweiradgeschäfte am Ende des Jahres nicht viel weniger Umsatz gemacht haben.

Robert Kostner, Nabburg

Fahrradsattel desinfizieren

Am ersten regulären Öffnungstag merkt Kostner davon allerdings noch nichts: "Es war ein ganz normaler Montag." So weit, wie ein Einkauf mit Mund-Nase-Maske eben normal sein kann. In den Laden darf nur eine Person/Familie und nach jeder Probefahrt werden Sattel und Fahrradgriffe desinfiziert. Auch wenn der Werkstattbetrieb (systemrelevant) weiterlaufen durfte, steht schon seit längerem ein Schlauchautomat vorm Geschäft. "Das sind pro Tag mindestens fünf Kunden, die nicht in den Laden müssen", betont Kostner.

"Alles, was mit Sport zu tun hat, läuft gut", weiß auch Josef Meier junior. Der Inhaber von Intersport Meier Schwandorf freut sich, dass in der Friedrich-Ebert-Straße wieder mehr Leute unterwegs sind. Die Wochen vorher durften hier nur Eisdiele, Metzger und Bäcker öffnen. "Heute Vormittag waren wir gut beschäftigt, aber es gab keinen Run", sagt Meier. Laufschuhe, Ausrüstung für den Bergsport und fürs Radeln sowie Shirts und Rucksäcke gingen über die Ladentheke. Und auch für Inliner - obwohl schon seit Jahren kein Trendsport mehr - steigt die Nachfrage: "Die Leute haben jetzt Zeit. Und in Schwandorf haben wir schöne Fahrradwege, die sich zum Inlinern wunderbar eignen." Josef Meier hofft darauf, dass die Kundschaft die nächsten Tage verstärkt vorbeischaut. "Die Leute brauchen keine Angst zu haben", betont der Chef und verweist auf Desinfektionsspender, Abstandskontrolle und die Einlassbeschränkung (eine Person auf 20 Quadratmeter).

Etliche Einzelhändler suchten schon bald nach Beginn der Corona-Katastrophe die Rettung auf Online-Plattformen. Ann-Kathrin Mehler beispielsweise puschte den Modeverkauf auf Instagram und Facebook. "Es ist sehr aufwendig, aber es gab ein tolles Feedback", freut sich die junge Frau. "Kauf regional", steht auf Plakaten, welche Rudolf J. Teplitzky, ab 1. Mai Bürgermeister von Oberviechtach, vorige Woche verteilte. Er appelliert: "Unsere Unternehmen dahoam unterstützen und auch den Lieferservice der Gastronomiebetriebe nutzen".

Stadt sponsert Transparente

Dass diese Durststrecke bald vorübergeht, hoffen auch Neunburgs Bürgermeister Martin Birner und Ulrike Meixner vom Stadtmarketing. "Neunburg vorm Wald - Wir halten zusammen!", steht auf drei riesigen Transparenten im Stadtgebiet. Daneben werden auf der Facebook-Seite der Stadtverwaltung fast täglich Geschäfte und Lokale vorgestellt. "Damit es diese nach der Krise noch gibt, braucht es jetzt umso mehr unsere Unterstützung in Form von Einkäufen und Bestellungen", betont Birner.

Bürgermeister Martin Birner und Ulrike Meixner vom Stadtmarketing Neunburg wollen die regionalen Geschäfte mit einer Plakataktion unterstützen. Frank Langer (hinten) half kurzerhand bei der Montage.
Diese Verhaltensregeln gibt es bei Mode Mehler beim Eintritt in den Laden zu beachten.

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