06.05.2021 - 17:00 Uhr
OberviechtachOberpfalz

Meinung: Man muss die Werte der Werteunion nicht teilen

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Rechts neben der Werteunion kommt die AfD. Solange sich die Wertkonservativen von den Völkischen abgrenzen, kann das der pluralistischen Demokratie nur gut tun, kommentiert Jürgen Herda.

Juliane Ried mit Ex-Verfassungsschutzpräsidenten Hans-Georg Maaßen, Leuchtgestalt der Werteunion.
von Jürgen Herda Kontakt Profil
Kommentar

"Die Werte der Werteunion muss man nicht teilen." Diesen sympathischen Satz sagt die Frau, die Bundesvorsitzende dieser konservativen Vereinigung am Rande der Unionsparteien werden will. Das spricht dafür, dass es Juliane Ried mit dem Bekenntnis zu einem wichtigen Verfassungsgrundsatz ernst meint: Deutschland ist ein pluralistisches Land.

Mehrheit für konservativen Modernisierer Söder

Tatsache ist, dass die Werteunion mit ihren Werten einem Teil Unionsparteien aus dem Herzen spricht. Ob es, wie Ried meint, die Mehrheit ist, sei dahingestellt. Eine relative Mehrheit der Gesellschaft aber scheint - wenn Umfragen nicht völlig aus der Luft gegriffen sind - eher dem Leitbild des konservativen Modernisierers Markus Söder zu folgen.

Die Werte dieser rund 4500 Seelen starken Union sind für Teile unserer Gesellschaft harter Tobak: Das traditionelle Familienbild mit Vater, Mutter, Kind funktioniert schon bei den nicht so wenigen Geschiedenen nicht mehr so richtig - selbst bei gläubigen Menschen.

Nicht alle Christen schieben ab

Apropos Glauben: Die Werteunion irrt, wenn sie glaubt, die Besinnung auf das christliche Menschenbild würde eindeutige Antworten zutage fördern: Der radikalen Ablehnung der Flüchtlingspolitik, die Forderung nach rigider Abschiebung ohne Einzelfallprüfung, das Beharren, Zuwanderer müssten sich nicht nur integrieren, sondern auch assimilieren, steht den Werten altruistisch gesinnter Christen diametral entgegen.

Dennoch: Die Stimme der Werteunion ist legitimer Teil dieser pluralen Gesellschaft, an deren anderem Pol die Vertreter einer Vielzahl von Splittergruppen stehen, von denen jede im Mittelpunkt des Interesses stehen möchte. Stichwort: eigene Toilette für jede sexuelle Orientierung. Eine gefestigte Demokratie hält das gelassen aus. Solange die wahren Konservativen sich klar von den völkischen Kräften der AfD distanzieren.

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