19.07.2021 - 17:17 Uhr
OberviechtachOberpfalz

Kreisverkehr in Oberviechtach nur eine von drei Optionen

Der geplante Kreisverkehr an der Kreuzung der Staatsstraßen 2398 und 2159 mit der Ortsstraße "Am Schießanger" bleibt ein Dauerthema in Oberviechtach. Ein Ortstermin mit dem Staatlichen Bauamt bringt jetzt zwei neue Ideen aufs Tableau.

Eine Herausforderung für Autofahrer und Fußgänger: Die Verkehrssituation an der Kreuzung der beiden Staatsstraßen 2398 (links) und 2159 sowie der Ortsstraße „Am Schießanger“ (rechts) bleibt ein Dauerthema. Der seit Jahren geplante Kreisverkehr wird nicht mehr als die einzige Verbesserung angesehen.
von Gertraud Portner Kontakt Profil

Eine „fast unendliche Geschichte“: Seit vielen Jahren laufen Gespräche zwischen der Stadt und dem Staatlichen Bauamt Amberg-Sulzbach dahingehend, die Einmündung der Staatsstraßen 2159 und 2398 mit der Ortsstraße „Am Schießanger“ mittels Kreisverkehr sicherer zu gestalten. Im Zuge der Planungen des Kreuzungsumbaus stellte sich heraus, dass ein Kreisverkehr – in der ursprünglich angedachten Form – private Grundstücke in Anspruch nehmen würde und somit zunächst rechtliche Voraussetzungen zum Bau geschaffen werden müssten.

Mittlerweile wurde die Verkehrssituation durch den Abbruch des AOK-Gebäudes zwar etwas übersichtlicher, aber lange noch nicht zufriedenstellend. Vergangene Woche fand nun ein Besprechungstermin vor Ort statt. Denn Bürgermeister Rudolf Teplitzky wollte die Situation noch einmal neu bewerten lassen und begrüßte dazu Björn Letz, Abteilungsleiter am Staatlichen Bauamt Amberg-Sulzbach.

Mehr Sicherheit für Fußgänger

„Aufgrund des leichten Versatzes der einmündenden Ortsstraße ,Am Schießanger’ und der fehlenden Fußgängerüberwege, ergibt sich eine nicht ganz optimale, innerörtliche Kreuzungssituation“, heißt es in der gemeinsamen Presseerklärung. Wie Björn Letz auf Nachfrage der Oberpfalz-Medien-Redaktion mitteilt, zeigten aktuelle Auswertungen im Vergleich zu anderen Kreuzungen im Landkreis Schwandorf „ein insgesamt eher unauffälliges Unfallgeschehen auf“. Außerdem stellt der neue Abteilungsleiter fest: „Trotz der etwas weiter östlich gelegenen Ampel, queren regelmäßig Fußgänger die Fahrbahn im Kreuzungsbereich. Dieser Querungsbedarf soll in den Planungen daher ausreichend berücksichtigt und verkehrssicher geführt werden.“ Dies ist auch der Wunsch des Oberviechtacher Bürgermeisters, der nicht nur die Sicherheit des Fußgängerverkehrs optimieren möchte, sondern auch die Lage der Busbuchten an der Staatsstraße.

Wie Rudolf Teplitzky auf Nachfrage erklärt, habe man sich nach Beurteilung der Lage darauf verständigt, dass das Staatliche Bauamt weitere Varianten für einen Kreuzungsumbau untersuchen wird. „Für den Umbau der Kreuzung in einen Kreisverkehr fehlte es bisher an den rechtlichen Voraussetzungen“, stellt Björn Letz fest und ergänzt: „Daher sollen nun zunächst alle denkbaren Alternativen und vorhandenen Varianten noch einmal ergebnisoffen untersucht und mit der Stadt Oberviechtach abgestimmt werden.“

Rudolf Teplitzky erklärt dies näher. Zum einen wäre durch die Beseitigung des ehemaligen AOK-Gebäudes der Raum vorhanden, die derzeitige Straßenführung und Kreuzungssituation an Ort und Stelle zu optimieren. Zum anderen wäre ein sogenannter Kreuzungsversatz in Richtung Ortsausgang, im Bereich des BRK-Gebäudes, denkbar. Hierdurch entstünden zukünftig zwei Einmündungen, was die Konfliktpunkte an der bestehenden Kreuzung deutlich reduzieren würde. Letztlich sollen auch die Geometrien eines Kreisverkehrs noch einmal untersucht werden. Mit den Ergebnissen aus dem Staatlichen Bauamt rechnet die Stadtverwaltung gegen Ende dieses Jahres.

Weiter abwarten

Eine zeitliche Perspektive für Umbaumaßnahmen gibt es noch nicht. „Je nach gewählter Lösung ist anschließend zu klären, welche rechtlichen Voraussetzungen für eine Umsetzung zu schaffen sind und ab wann die erforderlichen Haushaltsmittel zur Verfügung gestellt werden können“, stellt der Experte aus dem Staatlichen Bauamt Amberg-Sulzbach fest. Im Oberviechtacher Rathaus spielt man die Möglichkeiten derweil schon durch, inklusive einer Idee für die Erweiterung des Grüngürtels der Allee.

Nach Abbruch mehr Platz für geplanten Kreisverkehr in Oberviechtach zur Verfügung

Oberviechtach
Hintergrund:

Planungen für Kreisverkehr in Oberviechtach

  • Gespräche zwischen der Stadt und dem Staatlichen Bauamt zwecks Kreisverkehr an der Kreuzung der Staatsstraßen 2159 und 2398 mit der Ortsstraße "Am Schießanger" laufen schon lange. Baubeginn sollte im Jahr 2015 sein.
  • Nachdem private Grundstücke tangiert sind, muss eine rechtliche Voraussetzung geschaffen werden. Die Stadt leitet 2020 eine Bauleitplanung ein.
  • Nach Abriss des ehemaligen AOK-Gebäudes im Frühjahr 2021 soll die Verkehrssituation neu bewertet werden. Am 13. Juli findet eine Ortsbesichtigung (Björn Letz vom Staatlichen Bauamt Amberg-Sulzbach und Bürgermeister Rudolf Teplitzky) statt.
  • Das Staatliche Bauamt wird drei Varianten überprüfen: Neben der Untersuchung der Geometrien eines Kreisverkehrs ist dies eine Optimierung an Ort und Stelle (durch Beseitigung des AOK-Hauses ist Raum vorhanden) sowie ein Kreuzungsversatz in Richtung Ortsausgang im Bereich des BRK-Hauses (zwei Einmündungen in die Staatsstraße 2159).
  • Das Ergebnis der Überprüfung soll bis Ende des Jahres vorgestellt werden.
Bürgermeister Rudolf Teplitzky (links) und Björn Letz, Abteilungsleiter am Staatlichen Bauamt Amberg-Sulzbach, erörtern die Verkehrssituation bezüglich der nach dem AOK-Abbruch freigewordenen Fläche.

 

 

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