21.07.2021 - 17:53 Uhr
OberviechtachOberpfalz

Konzept für Oberviechtacher Krankenhaus steht: Kompakter Neubau für 35 Betten

Technisch verschlissen, vollkommen überholt: Mit diesen baulichen Tatsachen muss sich die Asklepios-Klinik Oberviechtach bald nicht mehr abfinden: Ein Neubau ist geplant, für die Mittel gibt es grünes Licht, und das Konzept steht.

Das Oberviechtacher Krankenhaus, ein stattlicher, mehrgeschossiger Bau, gilt heute als überdimensionierte Altlast. Ein Neubau soll den weiteren Betrieb der Asklepios-Klinik ermöglichen, dem Freistaat ist das eine Förderung in Höhe von 22,06 Millionen Euro wert.
von Monika Bugl Kontakt Profil

22,06 Millionen Euro: Diese stattliche Summe verkündete Gesundheitsminister Klaus Holetschek nach der Sitzung des bayerischen Kabinetts am Dienstag für den Neubau der Asklepios-Klinik in Oberviechtach. Damit sind die Weichen gestellt für den Fortbestand des Krankenhauses, das in den 70er Jahren gebaut wurde und mit seinen ursprünglich 180 Betten inzwischen als "um ein Vielfaches überdimensioniert" gilt: Aktuell sieht der Krankenhausbettenplan 35 Betten vor, und dabei soll es auch im Neubau bleiben.

"Wir sind erleichtert – nach Jahren der Vorbereitung und Klärung der Frage, ob der Freistaat und die Kostenträger noch einen Bedarf für das Krankenhaus in Oberviechtach sehen", äußert sich Regionalmanager Dr. Joachim Ramming in einer Pressemitteilung zu der Nachricht aus dem Ministerium, die nun für Aufsehen gesorgt hat. Ähnlich sieht das auch Jana Humrich, Klinikmanagerin für Oberviechtach. Bereits seit Jahren sei man wegen des Altbaus in Gesprächen.

"Es stand aus Sicht von Asklepios aber nie zur Diskussion, das Haus zu schließen", erklärt sie auf Nachfrage von Oberpfalz-Medien und zeigt auf, welche Probleme mit dem überdimensionierten Bau einhergehen, dessen Obergeschoss zum Teil leer steht. "Da müssen beispielsweise Wasserleitungen gespült werden." Ein Hauptproblem aber sei der "Vollverschleiß", weshalb längst mehrere Bauoptionen zur Debatte standen. Mit der aktuellen Entscheidung sind solche Probleme nun passé. "Sicherer als im Moment ist das Oberviechtacher Krankenhaus lange nicht gewesen", freut sich der Regionalmanager über die Fördermittel, die den Bestand nun auf Jahrzehnte garantieren.

Auch Abriss ein Option

Laut Ramming erfolgte bereits Mitte 2020 die Bestätigung über den Bescheid der sogenannten Bedarfsfeststellung: "Anschließend machten wir uns in Windeseile an die Vorbereitung des Antrags auf Vorwegfestlegung (Investitionsförderung durch den Freistaat) und Planung des Neubaus." Unterstützung erhielt Asklepios dabei vom Planungsbüro Leinhäupl & Neuber aus Landshut sowie Vertretern der Regierung der Oberpfalz und des Gesundheitsministeriums. Der anvisierte Ersatzneubau soll vor allem deutlich kleiner ausfallen, als das bisherige Gebäude, dessen künftiges Schicksal noch ungewiss ist. Ein Abriss wird als eine von vielen Optionen in Erwägung gezogen.

Was das Konzept für die Belegung betrifft, so bleibt es bei den bewährten Abteilungen: "Es wird ein kleines Haus zur Akut- und Regelversorgung sein", so Klinikmanagerin Humrich, "ein 35-Betten-Haus mit den Fachabteilungen Chirurgie und Innere Medizin". Am Spektrum ändere sich somit gar nichts. Die Zentrale Notaufnahme werde 24 Stunden täglich und sieben Tage die Woche eine Versorgung gewährleisten. Endoskopie, ein OP-Saal, CT, Röntgen, all das soll auch der Neubau vorsehen. Zu den 35 Betten gehören dann auch vier sogenannten Intermediate-Care-Betten (IMC-Betten) für Patienten, die zwar keine Intensivstation benötigen, aber doch etwas mehr als die Pflege auf der Normalstation.

Wie hoch der finanzielle Beitrag von Asklepios dabei ist, lässt sich laut Humrich aktuell nur schwer abschätzen. Da das neue Krankenhaus neben dem bestehenden errichtet wird, wird es laut Pressemitteilung von Asklepios keine Einschränkungen der Versorgung geben. "Wir hoffen natürlich schnellstmöglich beginnen zu können" so die Klinikmanagerin mit Blick auf die umfangreiche Planung. Anvisiert ist ein Bezug des Neubaus für 2025.

Besser als ein MVZ

"Eine großartige Neuigkeit" ist die Förderzusage nicht zuletzt für Oberviechtachs Bürgermeister Rudolf Teplitzky. War ihm bange, dass das marode Haus geschlossen werden könnte? Nein, sagt der Bürgermeister angesichts der Tatsache, dass Oberviechtach einen festen Platz im Bundesbettenplan hat. Er ist froh, dass unter der Vielzahl von Szenarien die Entscheidung für ein Krankenhaus anstelle eines Medizinischen Versorgungszentrums (MVZ), und damit für "das beste für Oberviechtach" gefallen ist. Und er hätte auch gleich noch ein Argument für den Fortbestand in der Tasche: "Corona hat gezeigt, wie wichtig eine dezentrale Struktur und eine regionale medizinische Versorgung sind."

Corona und die Auswirkungen auf das Oberviechtacher Krankenhaus

Oberviechtach
Hintergrund:

Die Asklepios-Klinik Oberviechtach

  • Baujahr: Als mehrstöckiges Gebäude in den 70er Jahren mit 180 Betten errichtet.
  • Organisation: Bis 2010 Teil der Kliniken des Landkreises Schwandorf, dann ebenso wie Burglengenfeld Übernahme durch Asklepios.
  • Verhandlung: 2019 nach mehr als drei Jahren Besprechung mit dem Ministerium und Kostenträgern Antrag auf Bedarfsfeststellung; September 2020 Abstimmung des Funktions- und Raumprogramms, Januar 2021 Einreichen des Investitionsförderantrags.
  • Neubau: Mit rund 2500 Quadratmeter Fläche und 35 Betten deutlich kleiner als der Altbau.

"Sicherer als im Moment ist das Oberviechtacher Krankenhaus lange nicht gewesen."

Asklepios-Regionalmanager Dr. Joachim Ramming

Asklepios-Regionalmanager Dr. Joachim Ramming

"Es wird ein kleines Haus zur Akut- und Regelversorgung sein, am Spektrum ändert sich somit gar nichts."

Klinikmanagerin Jana Humrich

Klinikmanagerin Jana Humrich

 

 

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