07.06.2020 - 14:12 Uhr
OberviechtachOberpfalz

Im Kindergarten Oberviechtach sind die "Großen" zurück und üben

Spielen, Lachen und Zeit für die Verkehrserziehung: Die Hälfte der Mädchen und Buben ist in den Kindergarten "St. Marien" zurückgekehrt. Darunter die Vorschulkinder, die lernen, wie sie ab September sicher zur Schule kommen.

Bevor es zum Schulwegtraining mit den Polizeibeamten ins Freie ging, wurde das Überqueren der Straße in der Turnhalle des Kindergartens St. Marien geübt. Die beiden Vorschulkinder gingen dazu nahe am Haus (blaue Matte) entlang und blieben an der Bordsteinkante (rote Matte) stehen, um zu schauen, ob sich ein Auto (Junge mit Bobby-Car) nähert
von Gertraud Portner Kontakt Profil

"80 von 160 Kindern sind da", jubelt Sabine Forster. Der Einrichtungsleiterin ist die Freude darüber anzumerken, dass langsam wieder Normalität in den Kindergarten "St. Marien" und die Krippe "Spatzennest" einkehrt. "Das tut so gut!", meint sie im Gespräch mit Oberpfalz-Medien. Neben dem Nachwuchs von Eltern in systemrelevanten Berufen (Notbetreuung) bevölkern vor allem die 50 Vorschulkinder die bunt dekorierten Räume.

Schulwegtraining nachgeholt

Am 15. Juni folgen die "Mittelgroßen", das sind die Kinder, die im Schuljahr 2021/22 schulpflichtig werden. Gleiches gilt für die "Krippengroßen", also die Kinder, die am Übergang von der Krippe zum Kindergarten stehen. "Ab 1. Juli ist Normalbetrieb anvisiert", betont Forster. Sofern es die Corona-Infektionszahlen zulassen, dürfen dann wieder alle die Kinderbetreuungseinrichtung besuchen.

Nachdem das eigentlich im zeitigen Frühjahr geplante Schulwegtraining ausfiel, war es eine der ersten Aktionen, die nach der Rückkehr der 50 Vorschulkinder in Angriff genommen wurde. Die Verkehrserziehung war zeitintensiv, da coronabedingt nur in Kleingruppen und ohne Durchmischung trainiert werden konnte.

Hildegard Nirschl, die die "Katzengruppe" betreut und als stellvertretende Kindergartenleiterin fungiert, war dabei: "Zuerst stellten sich die beiden Polizisten den Kindern vor und erklärten ihre Uniform und alles was sie dabei hatten." Der langjährige Verbindungsbeamte, Polizeihauptkommissar Karl-Heinz Senft, war seit 2006 für die Verkehrserziehung im Kindergarten zuständig. Bei seinem letzten Einsatz in dieser Funktion erhielt er Unterstützung durch seinen Nachfolger, Polizeihauptmeister Armin Ismail. Die beiden Beamten fanden schnell Kontakt zu den Kindern, die bereits einiges über die Polizeiarbeit wussten und stolz erzählten. Kindgerecht wurde auch abgefragt, warum es so wichtig ist, das richtige Verhalten im Straßenverkehr zu beherrschen.

Doch zunächst wurde im Turnraum geübt. Mit Matten wurde ein Gehsteig abgetrennt und ein Zebrastreifen simuliert. Auch eine Übungsampel stand zur Verfügung. Die Kinder gingen nahe an einer großen blauen Matte entlang, welche die Häuserfront darstellte. Dann lernten sie in Zweiergruppen das sichere Überqueren der Straße bei verschiedenen Gegebenheiten. "Stehen, hören, schauen links und rechts, zügig gehen" - Dieser Satz wurde immer wiederholt und damit tief eingeprägt. Ein Kind stellte mit dem Bobby-Car einen Autofahrer dar, der sich bewusst auch einmal falsch verhielt und am Zebrastreifen nicht stoppte. Auch diese Situation sollten die Kinder kennen und dabei erfahren, wie wichtig der Blickkontakt zum Autofahrer ist. "Das Rollenspiel machte allen viel Spaß", so Hildegard Nirschl.

Danach wurde das Erlernte in Begleitung der beiden Polizisten auf der Straße geübt. Auf dem Weg zur Grundschule fanden sie Ampel, Zebrastreifen, Gehweg sowie auch ein Straßenstück ohne Gehsteig vor. Am Schulparkplatz stand dann das sichere Warten und Einsteigen in den Bus im Fokus. Ein kleiner Wehrmutstropfen: Aufgrund der Corona-Pandemie musste zum Abschluss auf die übliche Besichtigung der Wache und des Polizeiautos verzichtet werden.

Kindergartenleiterin Sabine Forster verabschiedete den langjährigen Verkehrserzieher Karl-Heinz Senft (links) und stellte den Kindern mit Armin Ismail dessen Nachfolger von der Polizeiinspektion Oberviechtach vor.

Urkunde zum Abschied

Für Karl-Heinz Senft hatte Kindergartenleiterin Sabine Forster eine Urkunde und ein Abschiedsgeschenk parat, verbunden mit Dankesworten für die langjährige altersgerechte Verkehrserziehung der Vorschulkinder. Im Kindergarten wurde das Erlernte nicht nur vorbereitet, sondern im Laufe der Woche auch nachbereitet. Besonders das Verkehrslied "Eine kleine Maus hat's schwer, hier bei uns im Stadtverkehr" wollten die Mädchen und Buben immer wieder anstimmen.

Wie der Kindergarten-Alltag zu Beginn der Pandemie aussah, lesen Sie hier.

Oberviechtach
Zeitplan:

Noch zwei Schritte

Das bayerische Konzept sieht mehrere Schritte für den Übergang in den Normalbetrieb in den Kindergärten und Krippen vor. Derzeit dürfen der Nachwuchs von Eltern in systemrelevanten Berufen (Notbetreuung) sowie die Vorschulkinder die Einrichtungen besuchen. Am 15. Juni folgen die Kinder, die im Schuljahr 2021/22 schulpflichtig werden sowie die Jüngeren, die am Übergang von der Krippe zum Kindergarten stehen. Sofern es die Corona-Infektionszahlen zulassen, dürfen dann ab 1. Juli wieder alle Mädchen und Buben betreut werden.

Das tut so gut!

Leiterin Sabine Forster zur Rückkehr der Kinder

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