22.09.2021 - 09:24 Uhr
OberviechtachOberpfalz

Heimatkundlicher Arbeitskreis auch in Pandemie-Zeiten nicht untätig

von Externer BeitragProfil

Aus zweierlei Gründen bezeichnete Vorsitzender Ludwig Schießl die Jahreshauptversammlung 2020/21 des Heimatkundlichen Arbeitskreises als „historisch“: Zum einen umfasste der Berichtszeitraum aufgrund der Corona-Pandemie zwei Jahre und zum anderen konnte die Versammlung nach 19 Jahren wieder im Gründungs- und Stammlokal „Eisenbarth-Stüberl“ stattfinden.

In seinem Rückblick bedauerte Schießl, dass wegen der Corona-Pandemie bereits fest geplante Veranstaltungen abgesagt werden mussten wie die Teilnahme am Kulturfest der „Freunde der Kunst“ und ein „Musikalisch-literarischer Streifzug durch den Oberviechtacher Dialektwortschatz“. Dennoch war der Verein nicht untätig: Der Vorsitzende nahm eine beratende Tätigkeit beim Hausnamenprojekt des Landkreises und bei der Erstellung des Dialekt-Memorys der Oberpfalz-Medien wahr. Darüber hinaus setzte er seine Dialektkolumne in der Lokalzeitung und seine Arbeit am Buch über das von Maria Schießl im Rahmen von „MundART WERTvoll“ durchgeführte Dialektprojekt fort.

Zweiter Vorsitzender Siegfried Bräuer sprach bezüglich der Situation des Museums in der Corona-Pandemie von einer misslichen Situation, denn 18 Monate lang seien die Türen des Hauses verschlossen gewesen. Erst am 5. September 2021 seien sie für den allgemeinen Publikumsverkehr wieder geöffnet worden. Mittlerweile sei fast wieder Normalität eingekehrt; die Aktivitäten würden wieder Fahrt aufnehmen. Den Anfang mache am 8. Oktober eine Veranstaltung von Ludwig Berger als Reminiszenz an die ehemalige Dampflok auf der Strecke Nabburg-Oberviechtach-Schönsee. Bereits geplant seien weiterhin die Oberpfälzer Weihnacht im Museum, und für 2022 werde wieder die Erstellung eines Kulturprogramms ins Auge gefasst.

Den Schwerpunkt der Ausführungen von Kreisheimatpfleger Ludwig Berger bildete das Sgraffito mit der Darstellung von Pfarrer von Miller an der Giebelseite des ehemaligen AOK-Gebäudes Am Schießanger 1, das mittlerweile abgerissen wurde. Da die Erhaltung des originalen Bildnisses zu kostenaufwändig gewesen wäre, habe er der Stadt den Vorschlag unterbreitet, vom Fotostudio Kraus ein professionelles Bild davon anfertigen zu lassen. Bürgermeister Rudolf Teplitzky zog für das angesprochene Denkmal eine Granitsäule mit einer Glasskulptur in Erwägung. Diesbezüglich sei ein Planungsauftrag an Architekt Christian Schönberger ergangen. Was die Marterlrestaurierung betreffe, würde er sich gerne für einen Arbeitseinsatz zur Verfügung stellen, sagte er weiter.

In seinem Sachstandsbericht zum „Oberviechtacher Wörterbuch“ blickte Ludwig Schießl auf die Anfänge des Oberviechtacher Dialektprojekts im Jahr 1996 und die 129 Dialektabende bis 2016 zur Erfassung eines Wortschatzkorpus zurück. Seit 2020 sei er dabei, anhand einer Excel-Tabelle die rund 5000 Wörter in einem Wörterbuchkonzept umzusetzen.

Als Beitrag zum Heimatfest 2022 regte Schießl ein Kooperationsprojekt zwischen dem Heimatkundlichen Arbeitskreis und dem Museumsverein mit dem Arbeitstitel „Heimat Oberviechtach im Wandel der Zeit“ als Beitrag der beiden Vereine für das Heimatfest 2022 an.

 

 

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