27.04.2021 - 10:45 Uhr
OberviechtachOberpfalz

Ein Heim für die Singvögel

Zum Frühjahr bauten Schüler des Ortenburg-Gymnasiusm Nisthilfen für die heimischen Vögel. Aber nicht alle fühlen sich in dunklen Nistkästen so wohl wie die Stare und Meisen.

Lena Hauser (links) und Irina Vetter stellen die drei Typen von Nisthilfen vor, mit denen das Schulgelände ausgestattet wurde.
von Georg LangProfil

Das Projektseminar "Schulimkerei" unter Leitung von Oberstudienrat Stefan Obendorfer ist von Haus aus auf Praxis ausgerichtet. Zum Frühjahr haben sich die Schüler an ein neues Aufgabenfeld herangewagt. „Wenn Nistkästen aufgehängt werden, wird den Vögeln geholfen“, meint Lena Hauser aus der 11. Jahrgangsstufe. Hier ist das P-Seminar aktiv, dessen Jugendliche das weitläufige Schulgelände am Oberviechtacher Stadtrand mit Nistkästen ausstatten.

„Das Angebot an passenden Nistplätzen wird generell immer rarer“, stellen die Schüler fest und machen hierfür beispielsweise Haussanierungen verantwortlich, wo Funktionalität und glatte Flächen eine Rolle spielen. Dabei seien die Singvögel nach dem kalten Winter oder einer langen Reise aus dem Süden auf Brutplätze angewiesen.

Die Wahl des Nistkastens richtet sich nach dem Lebensraum und den in ihm vorkommenden Vogelarten, denen die Seminaristen helfen wollen. Für das Schulgelände des OGO hat das Projektseminar Schulimkerei drei verschiedene Arten von Nistkästen gebaut. In Orientierung auf den höchsten Bedarf wurden in erster Linie Meisen- und Starenkästen gezimmert. Hierbei kommt den jungen Häuschenbauern der nahezu gleiche Aufbau zugute. Allerdings muss man die Größe des Fluglochs exakt beachten, welches für Meisen 28 Millimeter beträgt und für Stare fünf Zentimeter. Auch beim Zuschnitt von Boden, Dach und Seitenwänden werden genaue Maßvorgaben beachtet. Selbst ein etwa acht Zentimeter langes Anflugstänglein vor dem Einflugloch haben die Jugendlichen nicht vergessen.

Aber nicht alle heimischen Singvögel bevorzugen geschlossene Nisthilfen. Beispielsweise sind der Hausrotschwanz, der Grauschnäpper, die Bachstelze und teilweise auch das Rotkehlchen sogenannte Halbhöhlenbrüter. Diese Vogelarten schätzen vor allem den stärkeren Lichteinfall in ihre Brutstätte. Die Schüler bauten diese halboffenen Nistkästen eher tief als lang, damit die natürlichen Fressfeinde nicht ein allzu leichtes Spiel haben.

„Uns hat die ganze Aktion richtig Spaß gemacht“, wirbt Lena Hauser für Nachahmer. „Aus eigener Erfahrung können wir sagen, dass es nicht schwierig ist, einen Nistkasten zu bauen und damit die Natur zu unterstützen.“

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