Theresa Bäumler ist Bäuerin aus Leidenschaft

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Theresa Bäumler ist eine Bäuerin mit großer Leidenschaft. Sie lebt ihren Kindheitstraum in vollen Zügen und sie versucht auch andere für den schönsten Beruf der Welt zu begeistern. und das obwohl sie gar nicht aus einem Bauernhof stammt.

Die 19-Jährige Theresa Bäumler aus Obetresenfeld hat seit kurzem ihre Ausbildung beendet und ist nun „Staatlich ausgebildete Landwirtin“. Mit einem sagenhaften Notendurchschnitt von 1,1 überzeugte sie bei der Gehilfenprüfung Ausbilder und Prüfer zugleich. Sie war damit die Beste ihres Jahrgangs im Zuständigkeitsbereich des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Weiden (AELF).
von Elisabeth DobmayerProfil

Wenn Theresa Bäumler freudestrahlend aus dem Stall kommt, weiß man, dass die junge Frau ihren Traumberuf gefunden hat. Die 19-Jährige hat seit kurzem ihre Ausbildung beendet und ist nun "staatlich ausgebildete Landwirtin".

Mit einem sagenhaften Notendurchschnitt von 1,1 überzeugte sie bei der Gehilfenprüfung Ausbilder und Prüfer zugleich. Sie war damit die Beste ihres Jahrgangs im Zuständigkeitsbereich des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Weiden. Und das, obwohl Theresa Bäumler nicht einmal aus einer Landwirtsfamilie stammt.

Von Klein auf liebt sie Tiere und vor allem Kühe über alles. In Spielberg auf dem Bauernhof ihrer Großeltern Alfred und Johanna Grötsch ist sie als Kleinkind am liebsten. "Den Schweinemastbetrieb führt heute mein Onkel Wolfgang", erzählt sie. Gerne kommt sie auch auf den Nachbarhof von Manfred Bäumler, um die Kälbchen zu tränken. Die Leidenschaft lässt nicht nach, sondern wird von Jahr zu Jahr größer. Nach der Grundschule besucht sie das Gymnasium in Neustadt/WN. Nach der zehnten Klasse bricht sie nach der mittleren Reife ab. Viel lieber ist sie in der freien Natur und bei den Tieren. Das Lernen war eher Nebensache.

Ihre Zukunft hat sie jedoch ganz klar vor Augen: "Ich will Bäuerin werden." Resolut geht die junge Frau ihren Weg und absolviert in Neustadt/WN ein Berufsvorbereitungsjahr (BVJ). Danach beginnt sie ihr erstes Lehrjahr bei Wolfgang Ziegler in Stein. Die Arbeit auf den Feldern, der Umgang mit den Tieren, all dass kennt sie aus dem Effeff und die Arbeit macht ihr Freude. "Für die 80 Milchkühe stand auch ein Milchroboter bereit." Zu ihren Aufgaben gehört auch das tägliche Füttern der Tiere. Früh am Morgen und abends.

Für Theresa ist das alles kein Problem. Sie geht in ihrer Arbeit auf. Nicht umsonst besagt ein altes Sprichwort: "Erfolg kommt dann, wenn du tust, was du liebst." Im zweiten Jahr ihrer Ausbildung wechselt sie ans Lehr-, Versuchs- und Fachzentrum nach Almesbach.

Während die schriftlichen Prüfungen in den Themenbereichen pflanzliche Erzeugung, tierische Erzeugung, Wirtschaft und Sozialkunde handelten, waren für den praktischen Teil neben dem Lehr-, Versuchs- und Fachzentrum für Milchviehhaltung in Almesbach und dem Betrieb Schieder in Klobenreuth auch der Hof von Martin Fütterer in Sassenhof Prüfungsbetrieb.

Praktische Prüfungsinhalte waren umweltgerechter und naturschonender Pflanzenbau sowie die tierische Erzeugung unter besonderer Beachtung des Tierschutzes und des Tierwohls. In allen Bereichen glänzte Theresa Bäumler. Sie kennt sich aus und es macht ihr Spaß. Die Natur ist ihr ewiger Begleiter und sie schaut auf ihre Umwelt.

Verantwortung im Stall

Seit 1. August ist sie nun in ihrem Heimatort Obertresenfeld bei Manfred Bäumler und trägt mit ihm eine große Verantwortung für Stall und Betrieb. Theresa ist spürbar entspannt, wenn sie erzählt, wie sie ihre Liebe zu diesem Beruf entdeckte. Auf dem Pferdezuchtbetrieb Grubmühle bei Josef und Michaela Pühler in Waldthurn ist sie ebenfalls gerne gesehen. Dort reitet sie, aber nicht nur das: "Ich miste auch den Stall aus und kümmere mich auch sonst um die Vierbeiner. "

Wenn sie abends nach Hause kommt, ist sie längst noch nicht fertig. 15 verschiedene Hühnerrassen warten dann auf sie und ein großer Gemüsegarten, um den sie sich eigenverantwortlich kümmert. "Nahrungsmittel zu erzeugen, hat mir schon immer gefallen." Obwohl ihre Mama nicht so der große Freund von allerlei Getier ums Haus sei, habe sie sich durchgesetzt, lächelt Theresa.

Im Gemüsegarten wachsen Salate, Gelbe Rüben, Kürbisse, Zwiebeln, Gurken, Tomaten, Stangenbohnen, Dorschen, Brokkoli, Kohlrabi, Blumenkohl und selbst Erdäpfel. "Meine Oma hilft mir schon noch, soweit sie kann. Sie kümmert sich hauptsächlich um den Salat und bereitet die Beete mit vor." Theresa Bäumler hat eine große Beobachtungsgabe und die braucht sie auch, denn sie muss sehr genau feststellen, zum Beispiel wann eine Kuh "rindert", also besamungstauglich ist. Alles wird genau im Computer festgehalten. Sie verliert nie den Überblick.

Eine Frau in einem Männerberuf

Oberpfalz

Ihre Kühe sind ihre Passion. Sie kennt den Charakter jedes einzelnen Tiers und weiß, wie sie sich ihnen gegenüber verhalten muss und die Rinder kennen sie. Sobald Theresa Bäumler den Stall betritt, wenden die Kühe zutraulich ihre Köpfe zu ihr. Natürlich ist der Beruf nicht nur romantisch, ganz klar. Doch sie hält ein zündendes Plädoyer für den Beruf der Landwirte: "Landwirt ist ein sehr schöner Beruf und es können auch junge Leute eine solche Ausbildung beginnen, die keinen Bauernhof zu Hause haben. Die Möglichkeiten sind vielfältig. Arbeit ist in diesen Bereichen immer vorhanden."

Sie wirbt mit feurigem Herzen für diesen Berufsstand, der ihr so viel bedeutet. Gelernte Landwirte finden als Besamungstechniker, als Mitarbeiter des Maschinenrings, auf einem großen Hof, der Arbeitskräfte braucht oder auch beim Landeskuratorium der Erzeugerringe für tierische Veredelung in Bayern (LKV) Anstellung.

Image steigern

Ein großes Anliegen ist es ihr, das Image der Landwirtschaft und des Landwirts zu steigern. "Die Landwirte sollen für alles, was nicht so gut in Natur und Umwelt läuft, schuld sein." Das ärgert die junge Bäuerin maßlos. "Jeder braucht die Landwirtschaft."

Die Corona-Pandemie habe deutlich gezeigt, wie wichtig die regional erzeugten Lebensmittel für die Menschen sind. Ihre Überzeugung kommt von ganz innen. Ihre Stimme ist mal ganz sanft, dann wieder kompromisslos dominant. Sie weiß, was sie will und sie ist die geborene Führungsfigur für einen Bauernhof. Jeder Landwirt würde sich die Finger nach so einer tüchtigen Bäuerin abschlecken. Doch sie hat ihre große Liebe schon mit Patrick Neuber aus Ziegelhütte bei Pfrentsch gefunden, erzählt sie bereitwillig. Natürlich ist er Landwirt und besitzt einen Bauernhof und somit das Glück perfekt.

Meister oder Techniker

Theresas schnelle Auffassungsgabe ist auch ihrem Arbeitgeber Manfred Bäumler bereits aufgefallen, der ihr viel Verantwortung überträgt und zutraut. Nicht umsonst wurde Theresa Bäumler bereits in den Vorstand der Jungzuchtgemeinschaft gewählt.

Ihre Planung für die Zukunft: Entweder ich mache meinen Meister an der Höheren Landbauschule in Weiden oder ich gehe nach Triesdorf an die Landwirtschaftliche Lehranstalt, um den Techniker zu absolvieren. Das werde aber die Zeit mit sich bringen.

Landwirt ist ein sehr schöner Beruf. Es können auch junge Leute eine Ausbildung beginnen, die keinen Bauernhof zu Hause haben.

Theresa Bäumler

Theresa Bäumler

Am liebsten ist die junge Landwirtin im Stall bei den Kühen. Das frühe Aufstehen am Morgen bereitet ihr keine Probleme. Sie macht ihre Arbeit eben mit Herz und Leidenschaft.
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