05.01.2021 - 08:44 Uhr
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LEO Blog: Die Frage der großen Freiheit

Das Gefühl von Freiheit. Frei von ellenlangen To-Do-Listen, dem penetranten Piepen des Handys. Frei von ... auch ja, einfach frei von allem. Wann hast du dich das letzte Mal so richtig frei gefühlt?

In unserem Leben gibt es viele Augenblicke, in denen wir uns so richtig frei fühlen. Manchmal müssen wir uns diese Freiheit aber auch bewusst schaffen.
von Julia Hammer Kontakt Profil

Erinnerst du dich? Es ist nicht schlimm, wenn es länger als zwei Minuten dauert, bis dir etwas einfällt. Mir ist es genauso gegangen. Eigentlich bin ich erstmal an der Frage gescheitert, was Freiheit für mich überhaupt bedeutet. Ich habe überlegt, ob sich meine Vorstellung von Freiheit während der Corona-Krise, den Ausgangsbeschränkungen und der Distanz, die uns alle vor Herausforderungen gestellt hat und immer noch stellt, verändert hat. Ich habe überlegt ... und gemerkt, dass es "die Freiheit" für mich nicht gibt. Sie ergibt sich viel mehr aus bestimmten Situationen, Eindrücken und Erlebnissen. Unsere ganz persönliche Freiheit beginnt in unseren Gedanken. Unseren Herangehensweisen, unserem Willen, Situationen so zu nehmen, wie sie sind.

Ich fühle mich frei, wenn ich keinen Zeitdruck habe, mir nichts im Nacken sitzt und ich den Moment im Hier und Jetzt genießen kann. Das kann eine Kleinigkeit wie ein guter schwarzer Kaffee in der Sonne sein - oder eine Reise ans andere Ende der Welt. Ich fühle mich frei, wenn ich komplett ich selbst sein kann. Mit all meinen Ecken und Kanten. Ob das für alle anderen Beteiligten immer schön ist, bezweifle ich. Aber mich befreit die Tatsache, mich nicht verstellen zu müssen. Ich fühle mich frei, wenn ich an meinem Klavier sitze und sich die Musik mit meinen Gedanken vermischt. Wenn ich lauthals loslachen oder auch hemmungslos weinen kann. Wenn ich meinem kleinen Hund in die großen, dunklen Augen schaue und mir denke: Das Leben kann so bedingungslos schön sein. Ich bin frei, wenn ich mir meine Laufschuhe schnüre, durch den Wald laufe und dabei nichts als Natur um mich spüre.

Kein schlechtes Gewissen

Ich fühle mich frei in Entscheidungen, die ich nur für mich treffe. Frei darin, mich mit Menschen zu umgeben, die mir guttun. Frei darin, alle anderen, die es nicht gut mit mir meinen, zu ignorieren. Freiheit bedeutet, Prioritäten auf die wirklich wichtigen Personen in unserem Leben zu legen, auf erfüllende Abenteuer, bereichernde Gespräche und Erlebnisse - und alles andere ohne schlechtes Gewissen ausblenden zu können. Ich bin frei, wenn ich für ein paar Stunden mein Smartphone ausmache, einen Stephen-King-Roman aus meinem Bücherregal ziehe, eine Kanne Kaffee mache und mich in die Geschichte vertiefe - solange ich will.

Wenn ich so darüber nachdenke, fühle ich mich oft frei. Vermutlich viel öfter als gehetzt, gestresst oder vom Alltag gegeißelt. Aber wie so oft im Leben sind es die negativen Eindrücke, die uns in Erinnerung bleiben. Deshalb will ich in Zukunft all die befreienden Situationen bewusster leben, sie mehr verinnerlichen, mehr von ihnen zehren. Ich will Raum schaffen für das, was wirklich wichtig ist - unsere ganz persönliche Freiheit.

Ein Kinderbuch für Groß und Klein weckt Erinnerungen und Sehnsüchte. Leo-Redakteur Wolfgang Fuchs stellt es vor

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