01.12.2021 - 18:17 Uhr
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Ab wann gilt das Zertifikat für die dritte Impfung? Antworten auf Corona-Fragen

Wie schaut es mit der Booster-Impfung und dem Zertifikat aus? Darf ein Arbeitgeber die 2G-Regel einführen und an Corona erkrankte Ungeimpfte kein Gehalt mehr zahlen? Antworten auf neue Fragen von Leserinnen und Leser.

Spritzen liegen in einer Praxis einer Hausärztin für die Booster-Impfung bereit. Aber ab wann gilt dann das Zertifikat?
von Julian Trager Kontakt Profil

Werden die Corona-Toten in der regionalen Statistik von den Krankenhäusern oder den Gesundheitsämtern gemeldet?

Von den Gesundheitsämtern. Von dort gehen die Meldungen über das Landesamt für Gesundheit ans RKI. Entscheidend ist dabei der Wohnort, nicht der Sterbeort, der betreffenden Personen. Deswegen ist es auch möglich, dass es in Kreisen mit kleineren Krankenhäusern mehr Corona-Tote gibt als in Kreisen mit größeren Kliniken. Tatsächlich haben Stadt und Land Regensburg einen niedrigeren Anteil von Todesfällen an der Anzahl von Infizierten als andere Regionen. Das lässt sich unter anderem mit dem niedrigeren Durchschnittsalter der Bevölkerung dort erklären.

Darf ein Arbeitgeber kein Gehalt zahlen, wenn Ungeimpfte positiv getestet sind und Covid-Symptome aufwiesen?

Ungeimpfte Arbeitnehmer, die selbst an Corona erkrankten, sind vom Ausfall der Lohnfortzahlung ausgenommen. Diese Regelung gilt nur für Ungeimpfte in Corona-Quarantäne. „Wer sich infiziert, ist krank und hat ein Anrecht darauf“, erklärte eine Sprecherin des Bundesgesundheitsministeriums der "Tagesschau".

Darf ein Arbeitgeber 2G einfordern?

Nein. „Dieses Vorgehen ist weder in einer Verordnung noch in einem Gesetz vorgesehen“, heißt es bei der IHK Regensburg für Oberpfalz/Kelheim. „Eine betriebliche 2G-Regelung, die über das jeweils einschlägige Bundes- oder Landesrecht hinausgeht, darf der Arbeitgeber nicht einseitig und/oder zu Lasten Ungeimpfter/nicht genesener Beschäftigter anordnen“, heißt es beim Bundesarbeitsministerium. Die IHK betont, dass die Verpflichtung des Arbeitgebers, dem Arbeitnehmer Homeoffice anzubieten, und die Pflicht des Arbeitnehmers, dieses Angebot anzunehmen, dem Arbeitgeber hier aber schon weit reichende Möglichkeiten zum Infektionsschutz geben würden.

Kann eine andere Person einen festen Termin im Impfzentrum übernehmen, ohne das man den Termin vorher storniert?

Nein, zumindest nicht in Amberg. "Das ist leider nicht möglich, es sollte jeweils ein Termin auf den eigenen Namen reserviert sein", erklärt der Amberg-Sulzbacher BRK-Kreis-Geschäftsführer Sebastian Schaller, der das Impfzentrum in Amberg leitet. Das „Abtreten“ von Impfterminen ermögliche man – wie auch schon im Frühjahr – nicht. Das habe einerseits organisatorische Gründe – beim Trubel eines Impfbetriebs unter Volllast wäre es kaum möglich, nachzuvollziehen, ob der ursprüngliche Patient tatsächlich einverstanden ist. Andererseits habe es aber auch grundsätzliche Gründe: "Mit dem Abtreten von Impfterminen müssten wir befürchten, dass diese in Zukunft gehandelt werden und dadurch die Wartezeiten auf einen Termin weiter steigen", erklärt Schaller.

Gibt es für die dritte Impfung ein Zertifikat?

Der Nachweis der Booster-Impfung funktioniert genauso wie bei den Erst- und Zweitimpfungen. Er lässt sich mittels QR-Code in die Corona-Warn-App oder die europäische Covpass-App eintragen. An den QR-Code kommen Dreifach-Geimpfte entweder direkt bei der Impfung in Impfzentren, bei mobilen Impfteams, der Betriebsärztin, im Gesundheitsamt oder in den teilnehmenden Apotheken.

Ab wann gilt das Zertifikat der Booster-Impfung?

Sofort, wenn man bereits zwei Mal geimpft ist. "Nach der Auffrischungsimpfung haben Sie direkt einen Impfschutz", schreibt das Robert-Koch-Institut auf Ihrer Homepage.

Warum ist dann das Zertifikat für die dritte Impfung ungültig oder nicht sofort gültig?

Wenn die Booster-Impfung die zweite Impfung ist, weil man vorher etwa das Präparat von Johnson & Johnson bekommen hat, wird im Zertifikat die Nummer 2/2 vermerkt. Hier kann die App laut RKI nicht erkennen, ob es sich um die zweite Impfung der Grundimmunisierung oder um eine Auffrischungsimpfung handelt und zeigt deshalb eine zweiwöchige Wartezeit an. "Zeigen Sie in diesem Fall bitte solange Ihr altes Zertifikat mit der Nummer 1/1 vor. Dieses ist immer noch gültig", heißt es weiter.

Ist die Auffrischungsimpfung die dritte Impfung, dann muss auf dem Zertifikat bei "Erstimpfung/Wiederimpfung" die Nummer 3/3 stehen. Ist dies nicht der Fall, wurde das Zertifikat falsch ausgestellt. Das RKI bittet, sich dann an den Aussteller des Zertifikats zu wenden, um es korrigieren zu lassen. (jut/paa)

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