09.03.2021 - 16:24 Uhr
Oberbruck bei KulmainOberpfalz

Überholmanöver bei Oberbruck missglückt

Ein missglücktes und abgebrochenes Überholmanöver auf der Staatsstraße 2177 bei Oberbruck forderte am Dienstag eine schwerverletzte Person. Zahlreiche Rettungskräfte waren im Einsatz, die Unfallstelle erstreckte sich auf über 100 Meter.

von Michael DenzProfil

Zu einem Verkehrsunfall mit einem Kurierfahrzeug und einem Lastwagen ist es am Dienstag gegen 13 Uhr auf der Staatsstraße 2177 auf Höhe Oberbruck bei Kulmain gekommen. Wie die Polizei vor Ort informierte, wollte der Fahrer eines Kurierfahrzeuges einen Lastwagen überholen, als dieser von der Staatsstraße zwischen Kemnath und Immenreuth nach links in eine Nebenstraße in Richtung Berndorf abbiegen wollte.

Erst nach 100 Metern zum Stehen

Der Fahrer des Kurierfahrzeuges eines Apothekendienstes hatte nach Angaben der Beamten den abbiegenden Lastwagen zu spät erkannt. Schließlich brach der 38-Jährige den Überholvorgang ab, was zum Unfall führte. Denn er zog laut Polizei mit seinem Citroën Jumpy bei hoher Geschwindigkeit nach rechts und krachte mit der linken Fahrzeugseite in das rechte Heck des Lastwagens. Erst rund 100 Meter nach dem Zusammenstoß kam der stark demolierte Kleintransporter innerhalb der Ortschaft Oberbruck zum Stillstand. "Weshalb der Fahrer erst dort anhielt oder das Fahrzeug erst dort zum Stillstand kam, ist noch völlig unklar", heißt es von der Polizei auf die Frage, warum sich die Unfallstelle auf die entsprechende Distanz erstreckt.

Den Informationen nach war der Kurierfahrer, der sich Verletzungen im Kopf- und Halsbereich zuzog, "anfangs ansprechbar und stand erheblich unter Schock". Hinzukommende Verkehrsteilnehmer leisteten auf vorbildliche Art und Weise Erste Hilfe und setzten den Notruf ab. Einsatzkräfte der Feuerwehr Kulmain, des Rettungsdienstes und der Polizei eilten daraufhin zur Unfallstelle. Die Besatzung eines Rettungswagens und Notarzteinsatzfahrzeuges der BRK-Rettungswache Kemnath versorgte den Kurierfahrer vor Ort medizinisch. Aufgrund der Schwere der Verletzungen wurde der Mann mit dem Rettungshubschrauber "Christoph 80" in eine Klinik geflogen. Der Lkw-Fahrer blieb unverletzt.

"Weshalb der Fahrer erst dort anhielt oder das Fahrzeug erst dort zum Stillstand kam, ist noch völlig unklar."

Die Polizei rätselt noch über den genauen Hergang nach dem Zusammenstoß

Unter der Leitung von Kommandant Ernst Braunreuther und Gruppenführer Georg Redl junior waren rund 15 Aktive der Feuerwehr Kulmain im Einsatz. Diese reinigten und sicherten die Unfallstelle weiträumig ab, sorgten für den Brandschutz und regelten den Verkehr. Zur Unfallaufnahme war eine Streife der Polizeiinspektion Kemnath angerückt.

Am Heck des Lastwagens, bei dem es sich um ein Spezialfahrzeug für mobile Schrotung für den landwirtschaftlichen Bereich handelt, entstand ein Schaden in Höhe von 5000 Euro, am Kurierfahrzeug für den Transport eiliger Medikamente Totalschaden in Höhe von 10 000 Euro. Beide Fahrzeuge mussten abgeschleppt werden. Anfängliche Vermutungen, dass das Kurierfahrzeug gefährliche Stoffe mitführte, wurden widerlegt. "Zwar waren Frachtpapiere, welche auf Gefahrstoffe hindeuten, im Fahrzeug mitgeführt, nicht aber entsprechende Stoffe", heißt es von der Feuerwehr. Arbeiter reparierten notdürftig verbogene Rohre und abgerissene Fahrzeugteile am Lastwagen. Nach rund einer Stunde konnten die Straßen wieder für den Verkehr freigegeben werden.

Keine Gefahrenstoffe

Der Vorfall fließt in die Unfallstatistik für 2021 ein

Kemnath

 

 

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