27.06.2021 - 10:36 Uhr
Oberbruck bei KulmainOberpfalz

Kemnather Talentklasse in der Holz-Keramik-Werkstatt

Manfred Hutzler, Regina Nusstein-Hutzler, Silke Hertel und Daniela Dötterl (stehend, von links) betreuten die Schülerinnen der Talentklasse 8 in der Keramik-Werkstatt in Oberbruck.
von Josef ZaglmannProfil

Sehr gut gefallen hat den 18 Schülerinnen der Talentklasse 8 der Realschule Kemnath der Besuch der Holz-Keramik-Werkstatt „MaRe“ in Oberbruck. Kreatives Gestalten mit Keramik und Holz lautete die Aufgabe des Workshops. Begleitet wurden sie von den beiden Lehrkräften Daniela Dötterl und Silke Hertel.

„Wir stellen Keramik und Holzkunst nach unseren eigenen Vorstellungen und Ideen her“, erklärten Manfred Hutzler und Regina Nusstein-Hutzler den Achtklässlerinnen bei der Führung durch die Werkstätten und die Ausstellungsräume. Für die Holzartikel ist Manfred Hutzler zu ständig. Er benutzt nur heimische, unbehandelte Hölzer. „Alle Glasuren werden bei unserer Keramik selbst zusammengemischt“, betonte Regina Nusstein-Hutzler. Sie will wissen, welche Rohstoffe darin enthalten sind. In der Gebrauchskeramik werden nur ungiftige keramische Farbkörper benutzt. Sie ist lebensmittelecht und spülmaschinenfest.

Unter schattenspendenden Pavillons durften die Schülerinnen gleich loslegen. Beim Arbeiten mit Holz leitete sie Manfred Hutzler in seiner Werkstatt beim Drechseln, Sägen, Bohren und Schleifen an. Wer mochte, konnte mit Ton (Paperclay) verschiedene Formen, Figuren, Tiere, Schälchen, Kugeln, Skulpturen, Pilze, Rosen und eine Vogeltränke formen. Auch Verzierungen mit Metall waren möglich. Der Kreativität und dem Einfallsreichtum waren dabei keine Grenzen gesetzt. Die Mädchen waren mit Feuereifer bei der Sache. Wer Hilfe brauchte oder einen Rat wollte, konnte sich an „MaRe“ (Manfred und Renate) wenden. Spontan entschlossen sie sich, Nagelmenschen als Abschiedsgeschenk für eine Lehrerin zu fertigen.

„Wie geht es weiter?“, lautete die Frage, als die Schülerinnen mit ihren gestalterischen Projekten fertig waren. „Die Tonobjekte müssen jetzt zwei bis drei Wochen an der Luft getrocknet werden“, antwortete Regina Nusstein-Hutzler. Wenn sie trocken sind, werden sie im Elektroofen bei 1050 Grad gebrannt (Schrühbrand).

Dann kommen sie in die Tonne, wo sie mit Holz, Sägespänen und Eisenoxyden erhitzt werden. Bei einer Temperatur von etwa 800 Grad werden sie noch einmal gebrannt. Das dauert ungefähr drei Tage. Anschließend werden sie mit einem Dichtungsmittel behandelt, damit der Raucheffekt bleibt.

Mit Beginn des Schuljahres 2017/18 wurde an der Realschule am Tor zur Oberpfalz in Kemnath in der siebten Jahrgangsstufe eine Talentklasse mit Kunsterziehung als Kernfach eingerichtet. Diese sieht für Schüler mit deutlich überdurchschnittlichen Leistungen die Möglichkeit vor, über ein fünftes Abschlussprüfungsfach, in diesem Fall Kunsterziehung, eine höhere Qualifikation anzustreben und sich damit von anderen mittleren Bildungsabschlüssen noch deutlicher abzuheben. Der Unterricht setzt sich aus den Teilen bildnerische Praxis, Kunstgeschichte, Kunstbetrachtung und Kunst sowie Kommunikation zusammen. Auch Digitale Bildbearbeitung, CAD sind ein Bestandteil der Talentklasse. Neben Kunstgeschichte, Zeichnen, malerischen und plastischen Aufgaben nehmen die Schülerinnen auch an verschiedenen Projekten teil.

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