01.10.2021 - 14:34 Uhr
Oberbibrach bei VorbachOberpfalz

Bürgerinitiative gegen Sendemasten spricht sich für bestehendes Mobilfunknetz in Vorbach und Oberbibrach aus

Keiner der 30 Bürger aus Vorbach, Oberbibrach und den Nachbarorten klagt in der Infoveranstaltung der Bürgerinitiative gegen Sendemasten über fehlenden Mobilfunkempfang. Zwei Masten in Vorbach und Oberbibrach braucht es nicht, finden sie.

Im großen Saal des Schützenhauses erläutert Prof. Dr. Klaus Buchner 30 Bürgern die möglichen Gefahren für die Gesundheit durch Mobilfunkmasten.
von Ernst FrischholzProfil

Ort des Geschehens der kurzfristigen Informationsversammlung der Bürgerinitiative gegen Sendemasten in Vorbach und Umgebung ist das Schützenhaus in Oberbibrach. Als Redner des Abends ist Prof. Dr. Klaus Buchner, ehemaliger Europaparlamentarier, zum Gespräch geladen. „Mobilfunk – Gefahr für unsere Gesundheit?“ lautet das Thema. Darauf geht der Professor aus München auch zugleich ein, indem er die möglichen Auswirkungen der Strahlung von Sendemasten auf Mensch und Natur mit Fakten, Zahlen und Studien belegt. Hier trete laut Buchner das im Grundgesetz verankerte „Vorsorgeprinzip“ in Kraft.

Aber was besagt dieses nun? Das Vorsorgeprinzip verfolge den Ansatz der Risikovermeidung, die besage, dass eine Politik oder Maßnahme nicht durchgeführt werden dürfe, wenn sie der Allgemeinheit oder der Umwelt Schaden zufügen kann und weiterhin kein wissenschaftlicher Konsens zu diesem Thema besteht. Für Buchner habe eine Kommune die Pflicht, das Vorsorgeprinzip zu verwirklichen.

"Wir sind gut versorgt"

In einer ausführlichen Diskussion bei der Versammlung tat sich auch niemand hervor, der von einer Berechtigung der Sendeanlagen sprach. Rosemarie Kausler-Heinz merkte beispielsweise an, dass sich in Vorbach bereits eine Sendeanlage auf einem Firmengelände befindet. "Wir sind gut versorgt", meinte die Vorbacherin. Zudem wollte sie wissen, ob es bei Überschreiten der Grenzwerte einen Mindestabstand zu Wohngebäuden gibt.

Glasfaser ausreichend

Roland Gleißner aus Vorbach betonte, dass es 5G-Sendeanlagen nicht brauche, weil man in Vorbach bereits mit Glasfaser versorgt sei. Er hatte bei der Umfrage der Telekom angekreuzt, dass er Glasfaseranschluss wolle und schon habe er ihn auch bekommen. "Bin ich denn da der Einzige", fragte er deshalb. Darauf ging auch Thomas Lautner, einer der BI-Sprecher aus Vorbach, ein. Er habe nachträglich den Glasfaseranschluss bei der Telekom beantragt und problemlos erhalten. Georg Nowak aus Vorbach, er arbeitete zwölf Jahre im Mobilfunkbereich, habe zudem ermittelt, dass Vorbach komplett mit „5G“ abgedeckt sei. Oberbibrach zum Teil. Glasfaser sei das Beste, meinte auch er. Hierauf solle die Gemeinde hinarbeiten und Sendemasten außen vor lassen, so die Forderung von BI-Sprecherin Gabi Fraunholz, um so den kabel- und routergebundenen Netzempfang zu ermöglichen.

Ein weiterer Vorbacher wollte wissen, ob die Vorsorgepflicht eingefordert werden kann. Ein einzelner Bürger kann das nicht, erklärte Buchner daraufhin. "Brauchen wir dann Bürgerbegehren?" Diese Frage stellte sich Fraunholz. Das Problem für Kausler-Heinz sei auch die Tatsache, dass sich auf einmal mehrere Betreiber auf dem Mast mit ihren Anlagen befinden würden. Mehrere Antennen bedeuten mehrere Suchkanäle, mit denen die Betreiber ihre Verbindungen aufrechterhalten, bestätigte Buchner. Kausler-Heinz ärgerte sich, dass die Meinung der Bürger zu wenig gehört werde. "Wir Bürger müssen in den Dialog gehen und das gemeinsam mit der Gemeinde", sagte sie. "Die Gemeinde hat nach wie vor das Recht, Dinge zu steuern", lautete der Schlusssatz von Buchner.

Starker Gegenwind für Oberbibracher Mobilfunkmast

Vorbach
Professor Dr. Klaus Buchner.
Hier soll in der Gemeinde Vorbach ein 40 Meter hoher Sendemast entstehen. Viele Bürger sind dagegen.
Hintergrund:

Die Bürgerinitiative gegen Sendemasten Vorbach und Umgebung

  • Organisiert von fünf Vorbacher und Oberbibracher Bürgern, die zugleich die Sprecher sind. Mitglieder hat die BI nicht, vielmehr jede Menge Unterstützer in Vorbach, Oberbibrach und weiteren Orten, die das Ablehnen der zwei Sendemasten in Vorbach und Oberbibrach mit ihrer Unterschrift anzeigen.
  • Bereits vor 20 Jahren wurde schon einmal ein Sendemast verhindert.
  • Die BI plädiert für andere technische Möglichkeiten wie den Netzempfang per Kabel und Router.
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