03.08.2020 - 15:35 Uhr
NürnbergOberpfalz

Polizei in Nürnberg stoppt ungenehmigte „Critical Mass“

Bei den Touren der „Critical Mass“ fahren Radler in großen Gruppen durch die Stadt. Weil eine derartige Tour in Nürnberg ohne Genehmigung stattfinden sollte, griff die Polizei teilweise zu ungewöhnlichen Maßnahmen.

Die Polizei in Nürnberg griff zu ungewöhnlichen Maßnahmen gegen uneinsichtige Radler.
von Alexander Unger Kontakt Profil

Einmal pro Monat bewegt sich die „Critical Mass“ durch Nürnberg. Diese Versammlung muss beim Ordnungsamt angemeldet und genehmigt werden. Für die Tour am Freitag, 31. Juli, trafen sich laut Polizei circa 150 Fahrradfahrer, um eine nicht angezeigte und auch nicht genehmigte Tour zu fahren. Die eingesetzten Polizeibeamten klärten die Personen über die rechtlichen Bestimmungen auf, woraufhin ein großer Teil den Treffpunkt verließ.

"Dennoch mussten von 31 Personen die Identitäten zur Prüfung von bußgeldbewehrten Handlungen in Zusammenhang mit den Infektionsschutzbestimmungen erhoben werden", heißt es im Bericht des Polizeipräsidiums Mittelfranken. 50 Personen wurden mündlich zur Einhaltung der Infektionsschutz-Vorschriften belehrt, gegen 40 Personen ergingen Platzverweise. Eine Gruppe von 30 Radfahrern blockierte den Gehweg, so dass Fußgänger erheblich behindert wurden.

Luft aus den Reifen gelassen

Den Einsatzkräften fiel zudem eine elf Personen umfassende Fahrradgruppe aufgrund ihrer "rücksichtslosen Fahrweise" wie etwa Rotlicht- und Vorfahrtsverstößen auf. Weil diese Gruppe trotz vorheriger Belehrungen weitermachen wollte, griffen die Beamten zu eher ungewöhnlichen Methoden. "In diesen elf Fällen wurde auf die Sicherstellung der Fahrräder verzichtet und als geringfügigeren Eingriff die Luft aus den Reifen gelassen." Die Räder wurden nicht beschädigt. Die Polizei schreibt dazu: "Hierbei handelte es sich sicherlich um eine ungewöhnliche Maßnahme, stellt aber den geringsten Eingriff in die Rechte der uneinsichtigen Betroffenen dar, um die mit Beharrlichkeit begangenen Verstöße zu unterbinden."

Auch in Amberg ist die "Critical Mass" unterwegs

Amberg

Bericht des Polizeipräsidiums Mittelfranken

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