23.09.2020 - 15:05 Uhr
Neustadt an der WaldnaabOberpfalz

Weihnachtsmarkt hat noch Chance

Sollen wir, sollen wir nicht? Der Kulturausschuss des Stadtrats musste sich am Mittwoch entscheiden, ob er unter Coronabedingungen Kirchweih und Weihnachtsmarkt veranstaltet. Zumindest ein bisschen was soll gehen.

So viele Engel mit so wenig Abstand wird es beim Christkindlmarkt der Musikschule dieses Jahr mit Sicherheit nicht geben. Die Verantwortlichen im Rathaus und in der Schule zerbrechen sich unterdessen die Köpfe, ob Alternativen möglich sind.
von Friedrich Peterhans Kontakt Profil

Karl Wildenauer und Reinhold Schwarzmeier würden ungern auf den von ihrer Musikschule ausgerichteten Weihnachtsmarkt verzichten, schon allein, weil er eine der Haupteinnahmequellen der Organisation ist. Doch ihnen ist bewusst, dass er heuer unattraktiver ausfallen wird und auf dem Stadtplatz keine Budenstadt entstehen kann. Alternativen diskutierten sie mit den Stadträten. Das Fazit: Im Felixwald ist es ganz nett, aber umständlich. Verpflegung, Beleuchtung und Technik sind dort schwieriger in den Griff zu bekommen. Bei der Besucherzahl ist obendrein schnell der Überblick verloren.

Tobias Knauer (CSU) brachte als Standort das Parkdeck an der Stadthalle ins Spiel. Das Gelände sei leicht zugänglich, die Besucherströme kontrollierbar. Weil die Musikschule in einem Pandemiejahr mit Hygiene-, Desinfektions- und Abstandskonzept etwas davor zurückscheut, die Verantwortung ganz alleine zu übernehmen, bot Knauer als OWV-Vertreter an, dass sich der Waldverein mit dranhängt. Damit konnten sich fast alle anfreunden. Seniorenbeauftragte Gabi Fröhlich und Hermann Schmid (Freie Wähler) bleiben jedoch skeptisch: zu umständlich, zu gefährlich.

In der Tat sind weiter viele Fragen offen: Wer kontrolliert die Besucherzahl? Wie viele dürfen gleichzeitig bummeln? Braucht es eine Security an den Eingängen? Können die Musikgruppen auf der Bühne den Sicherheitsabstand wahren? Wie sind Stände zu desinfizieren und mit Spuckschutz auszustatten? Sollen noch andere Vereine mitmachen, oder bringen die zu viele Gäste mit?

Weil auf die Schnelle so viele Antworten nicht zu finden waren, wies Achim Neupert (SPD) einen Weg: Der Musikschulvorstand soll entscheiden, ob und an welchem Wochenende er den Weihnachtsmarkt abhalten will. Danach kann der Stadtrat einen Beschluss fassen, und alle gemeinsam können Nägel mit Köpfen machen.

Eindeutiger fiel das Votum aus, den Kirwamarkt abzusagen. "Auch da sind die Besucherzahlen kaum zu kontrollieren", äußerte Bürgermeister Sebastian Dippold sein Bedauern. Für Rainer Hetz (SPD) ist es das Jahr der "Kirwa daham". Dazu hatte Dippold einen Vorschlag im Gepäck: OTV böte an, den Kirwaauftakt beim "Weißen Rössl" der bereits abgesagt ist, mit den gleichen Musikgruppen, aber ohne Publikum aufzuzeichnen und zeitnah auszustrahlen. "Die Zupfer-Moidln wären dabei, und 2000 Euro hätten wir dafür im Haushalt", warb er für die Initiative von OTV-Geschäftsführer Lothar Höher. Bis auf Hermann Schmid hielten alle die Fernsehkirwa für einen halbwegs passablen Ersatz und stimmten zu.

Mit steigendem Infektionsrisiko stehen weitere unangenehme Beschlüsse an, war aus dem Tagesordnungspunkt Sonstiges herauszuhören. Nächste Woche hat sich der Faschingsverein im Rathaus angesagt. Zusammen mit Dippold wollen die Vorstände beraten, ob es wie am Rhein besser ist, den Umzug 2021 zu beerdigen. Gleiches deutet Gabi Fröhlich für Seniorenfasching und Seniorennachmittag in der Stadthalle an.

Schon eher möglich ist das traditionelle Neustadt-Treffen 2021 in Neustadt/Holstein. Dort sei es wunderschön, warb Organisator Hans Schreyegg für die Teilnahme. Mit einer etwas kleineren Delegation als sonst könne man nächstes Jahr die Fahrt an die Ostsee durchaus mal ins Auge fassen, verbreitete er etwas Zuversicht im Sitzungssaal.

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