06.03.2020 - 16:14 Uhr
Neustadt an der WaldnaabOberpfalz

U-18-Wahl in Neustadt/WN: CSU vorn, SPD weit abgeschlagen

Der Kreisjugendring veranstaltet in der Lobkowitz Realschule U-18-Wahlen. Am 5. März können alle minderjährigen Schüler des Schulzentrums ihre Stimme für Landrat und Kreistag abgeben. Die Veranstaltung kommt gut an.

Die Schüler der Lobkowitz Realschule Neustadt/WN nehmen an der U-18-Wahl vom KJR teil. Es ist eine "Generalprobe" für ihre erste richtige Wahl.
von Julia BendzinskiProfil

Die Aula der Lobkowitz-Realschule glich am Donnerstag einem Wahllokal. Aber sind die Kommunalwahlen nicht erst am 15. März? Ja, jedoch gibt es eine Ausnahme: Im Landkreis Neustadt/WN fanden in der ersten Märzwoche die U-18-Wahlen, organisiert vom Kreisjugendring sowie dem Jugendforum von "Neustadt lebt Demokratie", statt. Dabei konnten Schüler ab der achten, oder, wenn die jeweilige Schule so will, siebten Klasse, freiwillig teilnehmen. Bei der symbolischen Wahl konnten die Schüler je eine Stimme für den Landrat sowie eine für den Kreistag abgeben, erklärt Martin Neumann, Geschäftsführer des Kreisjugendrings. Die meist 14- bis 17-jährigen Schüler müssen sich aber nicht mit dem Kreistagswahlzettel in Originalgröße herumschlagen, wie Neumann erzählt. Sie bekommen einen deutlich kleineren Wahlzettel, auf dem sie ausschließlich ein Kreuz für ihre Partei setzen müssen.

Für die Landratswahl gibt es ebenfalls eine andere Version des Stimmzettels, der dem Original aber deutlich ähnlicher ist. Wem der Name "U18-Wahl" neu ist, wird überrascht sein. Diese Veranstaltung gibt es bereits seit 2009 in Bayern, in Neustadt seit der Landtagswahl 2018. Was damals nur in den Städten Neustadt/WN, Eschenbach und Vohenstrauß möglich war, sei heute im ganzen Landkreis verbreitet, berichtet der Leiter des KJR.

Das Angebot kommt an: In den ersten drei Tagen haben bereits 250 Schüler von sieben verschiedenen Schulen ihre Stimme abgegeben. Am Ende der Woche waren es ganze 1102 Wählerinnen und Wähler, sagt Neumann. Auch die Schulleitungen waren begeistert.

Dabei geht es nicht darum, ein Kreuz hinter eine Partei zu setzen. "Die Schüler sollen nicht unvorbereitet zur Wahl kommen", meint Neumann. Der KJR habe deshalb einen Fragebogen an die vier Landratskandidaten geschickt. Dieser enthalte Fragen zu Themen wie Klimawandel, Wahlalter, warum Jugendliche in der Region bleiben sollten und wie sie sich für die Region einsetzen können.

Der ausgefüllte Fragebogen wird anschließend an die Schulleitungen weitergeschickt und soll in einer Schulstunde vor der U18-Wahl, zum Beispiel im Sozialkundeunterricht, besprochen werden, erläutert Neukamm. "Die Schüler sollen an das Thema Politik herangeführt werden.", sagt Rupert Seitz, Vorsitzender des KJR. Die U-18-Wahl sei eine Art "Generalprobe" für die Schüler, bevor sie in wenigen Jahren oder Monaten an der offiziellen Wahl teilnehmen dürfen, erklärt Seitz. Dabei soll das Ambiente ähnlich wie in einem richtigen Wahllokal sein, sodass die Schüler einen ersten Einblick ins Wahlgeschehen bekommen. Aus diesem Grund habe man auch die Idee einer Wahl-App für Schüler nicht weiter ausgeführt, meinen die beiden Vertreter des KJR. Die Schüler sollen das Wahllokal wirklich erleben können.

Doch wie kommt das bei den Schülern an? Zwei 17-jährige Mädchen der Berufsschule erzählen, dass dies ihre erste U18-Wahl sei und finden das Angebot interessant. Wie ihre Einstellung zur richtigen Wahl ist? "Das muss dann wohl sein.", meinte eine der 17-jährigen. Aber es dauere ja noch, bis es so weit sei. Ein Landkreis, 20 Schulen und 1102 Schüler, die in Neustadt gewählt haben: Seitz und Neukamm sind optimistisch, dass es die U-18-Wahl auch in Zukunft geben wird.

Zum Ergebnis: Andreas Meier (CSU) lässt bei der Landratswahl mit 40,8 Prozent seine Konkurrenten weit zurück. Überraschung bei der Kreistagswahl: Auch hier liegt die CSU (32%) vorne, gefolgt von Freien Wählern (16%), Grünen (15%), AfD (13%) und SPD (12%). "Das Wahlergebnis für den Kreistag ist durch die fehlende Persönlichkeitswahl eher mit einer Landtagswahl zu vergleichen, da unsere Schüler nur die Möglichkeit hatten, eine Partei zu wählen", kommentiert Neumann das Ergebnis." Auch vor zwei Jahren erreichte die AfD schon zweistellige Zahlen.

 

 

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