05.12.2021 - 11:52 Uhr
Neustadt an der WaldnaabOberpfalz

So wünschen sich die Kunden ihren "Traum-Christbaum" im Landkreis Neustadt

Weihnachten ohne Christbaum? Undenkbar. Der Trend geht zu "heimisch, ökologisch, frisch". Kein Problem in der Region, wie Oberpfalz-Medien von den Händlern erfährt.

Fotosession mit Christbäumen: Ein Vohenstraußer Studio nimmt das satte Grün auf dem Christbaumhof in Döllnitz gerne als Hintergrund. Davor postieren sich Müttern und Kinder.
von Ernst FrischholzProfil

Das zweite Kerzlein brennt am Adventskranz, Frau Holle hat auch schon mal einen Probelauf gemacht. Nun wird es Zeit, sich um einen Christbaum zu kümmern. „Hauptsache billig“ – und nach fünf Tagen rieseln die Nadeln? Eben das wollen viele Menschen nicht. Sie kaufen beim regionalen Händler ihres Vertrauens. Oberpfalz-Medien sprach mit drei Christbaumanbauern aus dem Landkreis Neustadt: Gerhard Hösl vom Tannenland in Pressath, Bernhard Kammerer vom Christbaumhof in Döllnitz (Markt Leuchtenberg) und Bernhard Holfelder, der sein Angebot beim Sparrer-Wirt an der Staatsstraße Weiden-Vohenstrauß präsentiert.

Alle drei stehen in der Zeit bis Weihnachten mächtig unter Strom, weil es ihnen darum geht, "den schönsten Christbaum für Weihnachten" im Bestand zu haben. Die Bäumchen mal anpflanzen, wachsen lassen und dann absägen – so einfach ist das nämlich nicht. Es gilt, auf die Wünsche der Kunden einzugehen. Und der will idealerweise einen schmalen, gleichmäßig vollen Baum mit engen Reihen. Das betonen Holfelder, Kammerer und Hösl unisono. Wie erreicht man das? "Erziehungsschnitt, Triebregulierung, und was es sonst noch gibt. Ich arbeite bis zu 15 Mal an einem Baum, bevor er im Wohnzimmer steht", sagt Holfelder. Kammerer bestätigt, dass das ganze Jahr auf schöne Bäume hingearbeitet werden müsse.

Reservierung schon im Oktober

Nicht zu übersehen ist, dass die riesigen hektargroßen Kulturen, die nicht mit Pestiziden gespritzt werden, ein idealer Lebensraum für Kleinstlebewesen, aber auch für Hasen sind. Der Kunde bekommt hier keinen Christbaum hingeknallt. Er kann sich in den Kulturen frei bewegen und sich sein Weihnachtssymbol selbst aussuchen, sowohl bei Holfelder als auch am Christbaumhof von Kammerer und in Hösls Tannenland.

Dies beginnt schon im Oktober. Der Kunde kann sich seinen Baum aussuchen, mit Fähnchen kennzeichnen und so für sich reservieren, bis er ganz frisch ein paar Tage vor Weihnachten geschlagen wird. Ein Erlebnis für Familien wie am Christbaumhof in Döllnitz, die mit den Kindern unter den abertausenden Christbäumen „bummeln“ können und sich den schönsten aussuchen. Und Bewirtung gibt es dazu auch noch. Kammerer bietet das ganze Jahr über Christbaumführungen für Kindergärten und Schulen an.

Perfektes "Christbaumjahr"

Im Tannenland bekommen die Kinder schon mal Sägen an die Hand und dürfen mit Unterstützung vom Papa ihren Traumbaum selbst absägen. 2021 sei "ein Christbaumjahr", meint Holfelder: Viel Regen das ganze Jahr habe die Bäume "fett" gemacht und mit dunklem Grün ausgestattet.

Die Hits? In der Regel die Nordmanntannen, antwortet Holfelder. Das seien die "Wunschbäume", stimmt Kammerer zu, der aber auch Blaufichte, Kork- oder Koreatanne auf seinem Areal wachsen lässt. Noch mehr Artenvielfalt präsentiert Forstmann Hösl. Dies ist wohl der Nähe zu Grafenwöhr geschuldet. Denn die Amerikaner liebten exotische Baumarten – und da steht die Coloradotanne ganz oben. Am besten buschig. US-Amerikaner stellten ihren Baum auch schon an Thanksgiving Ende November auf – und kurz nach Weihnachten hat er bereits wieder ausgedient. Nicht wie in deutschen Wohnzimmern, in denen der Christbaum bis nach Heilig Drei König leuchtet.

Buschig ohne Reihen: Gerhard Hösl zeigt im Tannenland bei Pressath den Lieblingsbaum der Amerikaner.
Stammkunden begutachten den Baum: Mutter und Tochter fahren aus Weiden hoch "zum Holfelder beim Sparrerwirt". Das seit Jahren.
Service:

Tipps zur Haltbarkeit von Christbäumen

  • Regionalen Baum aufstellen, der nicht schon Monate vorher geschlagen wurde
  • Lagerung vor dem Aufstellen an einem kühlen Ort
  • Nicht zu nah am Heizkörper aufstellen. Je kühler der Raum, desto länger hält der Baum
  • Christbaumständer mit Wasser füllen. Eventuell auch noch eine Stammscheibe vor dem Aufstellen abschneiden
  • Die Zweige täglich mit Wasser besprühen, da die Bäume so Feuchtigkeit aufnehmen

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.