09.05.2021 - 18:10 Uhr
Neustadt an der WaldnaabOberpfalz

Rückkehr zur Normalität: „Luca“ läuft landauf, landab

Sie nennt sich "Luca" und soll das Leben in der Pandemie normalisieren: Die neue App verspricht eine nutzerfreundliche Kontaktnachverfolgung.

Die Luca-App auf dem Smartphone eines Kunden loggt sich über einen QR-Code in einem Laden ein.
von Gabriele Weiß Kontakt Profil

Die regionalen Gesundheitsämter sind alle auf den Zug aufgesprungen und nutzen die "Luca"-App zur digitalen Kontaktnachverfolgung. Parallel dazu ist bereits seit Juni 2020 die Corona-Warn-App des Robert-Koch-Instituts in Betrieb. Wir sprachen mit Dr. Thomas Holtmeier, Leiter des Gesundheitsamtes für den Kreis Neustadt/WN und die Stadt Weiden, über die Unterschiede beider Anwendungen.

ONETZ: Warum hat sich das Gesundheitsamt dazu entschlossen, auch die Luca-App zu nutzen?

Dr. Holtmeier: Wir als Gesundheitsamt haben wir im vergangenen Jahr erleben müssen, wie schwer es ist, handschriftliche Kontaktlisten zu entziffern. Daher bestand schon lange der Wunsch, Kontaktdaten elektronisch nutzen zu können. Diese Möglichkeit bietet die Luca-App. Aus Nutzersicht bietet die App den Vorteil, dass man sich beim Einkaufsbummel das mehrmalige und lästige Eintragen in Listen ersparen kann, denn mit der App reicht es aus, die Daten einmal in die App einzutragen. Das Registrieren im Geschäft, also das „Einchecken“, funktioniert dann völlig unkompliziert durch das Einscannen eines QR-Codes. Vergleichbare Systeme hat es auch schon im letzten Jahr gegeben. Diese waren für Betreiber allerdings - anders als Luca – meist nicht kostenlos nutzbar. Der Vorteil bei der Luca-App liegt inzwischen auch darin, dass sie zunehmend flächendeckend im Einsatz ist. Es reicht also als Kunde im günstigsten Fall aus, nur eine einzige App im Einsatz zu haben.



ONETZ: Was gibt es für Unterschiede zur Corona-Warnapp?

Dr. Holtmeier: Die Corona-Warnapp sieht auf den ersten Blick ähnlich aus. Auch hier kann sich beispielsweise ein Kunde beim Betreten des Geschäfts „einchecken“. Wenn zur gleichen Zeit eine Person im Geschäft ist, bei der eine Covid-Infektion festgestellt wird, dann können die anderen Kunden über die App gewarnt werden. Es handelt sich insofern um eine Ergänzung der bisherigen abstandsbezogenen Funktionsweise. Die Warnapp dient aber nicht dazu, Kontaktdaten zu erfassen, die dem Gesundheitsamt im Falle eines Falles zur Verfügung gestellt werden können.



ONETZ: Wie stark werden beide Apps genutzt?

Dr. Holtmeier: Darüber liegen uns keine Informationen vor. Die Nutzung beider Apps ist grundsätzlich freiwillig. Allerdings müssen in bestimmten Bereichen die Kontaktdaten erfasst werden, und hier bietet die Luca-App eine für alle Seiten komfortable und sichere Lösung an.



Der Vorteil bei der Luca-App liegt inzwischen auch darin, dass sie zunehmend flächendeckend im Einsatz ist.

Dr. Thomas Holtmeier, Leiter des Gesundheitsamtes Weiden/Neustadt

Dr. Thomas Holtmeier, Leiter des Gesundheitsamtes Weiden/Neustadt

ONETZ: Wie sind die Erfahrungen mit der herkömmlichen Corona-Warnapp, haben sich Schwachstellen ergeben?

Dr. Holtmeier: Die Corona-App hat weiterhin ihre Berechtigung, nämlich wenn es darum geht, eine Person über Risikobegegnungen im öffentlichen Raum zu informieren. Manchem sind die anonymen Informationen über die Risikobegegnungen allerdings zu nebulös gewesen, weil konkrete Angaben zu Ort und Zeit fehlten. Mit der neuen Funktion sollte es möglich sein, Personen genauer über Risikokonstellationen zu informieren. Voraussetzung für die Warnmeldungen an Dritte ist allerdings weiterhin, dass eine positiv getestete Person ihr Testergebnis in der App registrieren lässt.



Die Luca-App finden nicht alle gut - was Experten bemängeln und wie die Betreiber der App reagieren, lesen Sie hier.

Deutschland & Welt
Hintergrund:

Zahlen zu den Apps

  • Corona-Warnapp (CWA): bis 30. April insgesamt 27,4 Millionen Downloads; 708435 Anrufe bei den CWA-Hotlines, das entspricht durchschnittlich 1933 Anrufen pro Tag (Quelle: Robert-Koch-Institut)
  • Luca-App: rund 5 Millionen Downloads; bis Anfang Mai Anschluss von 75 Prozent aller Gesundheitsämter an das System; bislang über 110000 registrierte Standorte bundesweit (Quelle: luca-app.de)

 

 

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