05.03.2019 - 15:04 Uhr
Neustadt an der WaldnaabOberpfalz

Regenten trennen sich von der Macht

Freude und Wehmut liegen manchmal eng beisammen, besonders beim Rathausfasching am Faschingsdienstag. Während die Mitarbeiter der Stadt die Rückgabe der Stadtkasse feiern, heißt es für die Tollitäten langsam Abschied nehmen.

Wettschulden sind Ehrenschulden: Bürgermeister Rupert Troppmann hat beim Inthronisationsball versprochen, als Frau verkleidet beim Rathausfasching zu tanzen. Er löst seinen Wetteinsatz natürlich ein.
von Benedikt GrimmProfil

"Es war eine tolle Saison. Es ist mir eine Ehre, an der Spitze des Vereins zu stehen", sagte Jürgen Trescher vor den Mitarbeitern von Rathaus, Kindergarten und Bauhof. Kinderprinzessin Lena II. (Lena Hauer) und Kinderprinz David I. (David Schäffler) dankten in Reimform für die einzigartigen Erfahrungen während der vergangenen närrischen Wochen.

Für Prinz Maximilian I. von der Technikschmiede (Maximilian Pregler) und Andrea I. vom Bildungswerk (Andrea Venzl) war es der Moment, in dem sie sich mit der Rückgabe von Stadtkasse und Stadtschlüssel langsam auch von ihren hoheitlichen Ämtern trennen müssen. Seit dem Inthronisationsball hatten sie unter dem Motto "Mim schwarzen Kater Hand in Hand, zieht frischer Wind durchs Narrenland" für knapp sieben Wochen das Sagen in der Kreisstadt. Unter der langen Regentschaft hatte freilich auch der Inhalt der Stadtkasse zu leiden. Leer kam sie dennoch nicht zurück. Da war etwa ein Handventilator, der Bürgermeister Rupert Troppmann auch an heißen Sommertagen noch an den frischen Wind aus dem Fasching erinnern soll. Außerdem gab's eine kleine Definitionssammlung über Geschlechtsidentitäten, um beim Rathauschef die kleinen Unsicherheiten angesichts der jüngsten gesetzlichen Entwicklungen zu beheben, die er beim Inthronisationsball offenbart hatte. Und sollte da angesichts dieser diffizilen Materie der Kopf zu schwirren beginnen, wird der Schwarze-Kater-Likör für Linderung sorgen. Troppmann war voll des Lobes für den Verein. "Beim Faschingszug haben 10 000 Leute friedlich gefeiert. Wenn da 50 Leute sind, die spinnen, dann ist das halt so", sagte der Bürgermeister und musste gleich noch eine Wettschuld begleichen. Beim Inthroball war es den Stadträten samt Rathauschef nicht gelungen, die genaue Zahl der aktiven Tänzer des Vereins zu ermitteln. Troppmann hatte versprochen, als Frau verkleidet beim Rathausfasching zu tanzen, und prompt präsentierte er sich als orientalische Tänzerin mit Gesichtsschleier - sehr zur Freude von Mitarbeitern und Faschingsverein.

Präsident Daniel Sommer bat einige Honoratioren zur Ordensverleihung, darunter die Bürgermeister Markus Ludwig und Ernst Schicketanz. "Es war ein schöner Fasching mit ganz vielen unvergesslichen Momenten. Der Zusammenhalt im Verein war super. Jetzt ist es eigentlich bloß schade, dass es vorbei ist", sagte Prinzessin Andrea I. Für Kinderprinz David war der Faschingszug das größte Erlebnis: "Weil so viele da waren und man gesehen hat, dass es allen Spaß macht!"

Zurück zur Normalität: Prinz Maximilian I. von der Technikschmiede (von links) und Prinzessin Andrea I. vom Bildungswerk geben Stadtkasse und Stadtschlüssel an Bürgermeister Rupert Troppmann zurück.
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