02.12.2020 - 14:56 Uhr
Neustadt an der WaldnaabOberpfalz

Neuer Physiksaal für Mittelschule Neustadt/WN

Die Mittelschule Neustadt soll einen neuen, barrierefreien Raum für Physik-, Chemie- und Biologieunterricht (PCB) bekommen. Darüber sind sich die Parteien im Stadtrat einig. Eine tritt trotzdem auf die Bremse.

Der PCB-Raum der Mittelschule erinnert eher an die Zeit von Otto Hahn, denn an moderne Physik- oder Chemielabore. Nach dem Willen des Stadtrats soll sich das bald ändern.
von Friedrich Peterhans Kontakt Profil

Die Mittelschule auf dem Felixberg kann sich über zu wenig Schüler nicht beklagen. Über den Schulverbund nimmt sie immer mehr Kinder aus den Umlandgemeinden auf. Dies bleibt in den kommenden Jahren voraussichtlich so. Das führt vor allem im PCB-Raum zu Problemen, in dem die Sitzreihen terrassenförmig übereinander angeordnet sind. Der Raum ist erstens überaltet und zweitens nicht barrierefrei. Das ist vor allem für zwei Kinder, die auf den Rollstuhl angewiesen sind, ein Problem.

Am Dienstag fand sich dieses Thema in der Tagesordnung des Stadtrats wieder. Dort sollte darüber abgestimmt werden, ob die Verwaltung einen Förderantrag zimmern soll, um den PCB-Raum barrierefrei umzubauen. Die Details soll das Architekturbüro Binner ausarbeiten. Alles in allem sind dafür samt neuer Möbel 107000 Euro kalkuliert.

Armin Aichinger (CSU) warb als Schulreferent vehement dafür, die Maßnahme einzuleiten, die überwiegend in den Oster- und Pfingstferien angegangen werden könnte. Das Interieur des Raums sei einfach nicht mehr zeitgemäß und lasse lehrplankonformen Unterricht kaum mehr zu. Breche man die Wände zum Vorbereitungsraum durch, habe man gleich mehr Möglichkeiten. Und auch, wenn dies eine Stange Geld koste, sei alles mit Förderung erträglich. Ins gleiche Horn stieß Rainer Hetz (SPD), ebenfalls Lehrer wie Aichinger.

Hermann Schmid brachte im Namen der Freien Wähler eine andere Position vor. Er verwies auf die angespannte Haushaltslage. Der Umbau sei erst übernächstes Jahr notwendig. Schmid präsentierte dazu folgende Rechnung: Aus Floß kämen im nächsten Schuljahr 10 Fünftklässler nach Neustadt. Sie kämen in eine Klasse mit 18 Kindern. Von diesen insgesamt 28 Kindern würden einige an andere Schulen übertreten, so dass nach wie vor genügend Platz wäre.

Dem widersprachen Thomas Hauer (CSU) und Martin Filchner (SPD) vehement. Ihnen lägen Zahlen vor, dass ab Herbst 25 plus 10 Kinder kommen. Damit wäre geordneter Unterricht nicht möglich. "Und bei Bildung sollten wir nicht sparen."

Karl Meier (Freie Wähler) sprang Hermann Schmid zur Seite. "Wir sind nicht gegen das Bauvorhaben, aber wir sollten erst genau ermitteln, was es kostet. Eventuell können wir es verschieben."

Josef Arnold (CSU) sah in der Argumentation einen "typischen Fall von Eigeninteresse". Das zielte auf den in der Sitzung nicht anwesenden Gerhard Steiner. Der Fraktionssprecher der Freien Wähler ist Rektor der Flosser Schule. Arnolds Bemerkung dürfte so aufgefasst werden, dass Steiner als solcher vor allem seine eigenen Schülerzahlen im Blick hat.

Gegen die beiden Stimmen der Freien Wähler beschloss der Stadtrat, einen Förderantrag für den Umbau des PCB-Raums zu stellen.

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