14.04.2021 - 14:18 Uhr
Neustadt an der WaldnaabOberpfalz

Neue Freizeitanlage in der Fabrikstraße in Neustadt/WN: Stadtratsmehrheit sagt Nein

Wenn es ganz schlecht läuft, muss die Stadt Neustadt in den nächsten Jahren die Freizeitanlage schließen, weil unter den Wiesen und Sportplätzen Altlasten schlummern. Ein möglicher Alternativstandort gefällt den meisten Stadtträten nicht.

Wo zurzeit Abbruchreste eines Hauses in der Fabrikstraße liegen, könnten sich Bürgermeister und Stadtverwaltung eine Alternative zur Freizeitanlage in der Gramau vorstellen. Doch die beiden größten Parteien im Stadtrat halten nichts davon.
von Friedrich Peterhans Kontakt Profil

Mitte März flatterte der bislang wohl unerfreulichste Brief auf den Schreibtisch von Neustadts Bürgermeister Sebastian Dippold (SPD). Absender war das Landratsamt. Hintergrund: Die städtische Freizeitanlage war bis 1977 eine Mülldeponie. Nun soll die Stadt prüfen lassen, ob von den unter der Oberfläche vermuteten Abfällen eine Gefahr ausgeht. Im Zweifelsfall müsste sie das Erholungsgelände an der Waldnaab sperren und den Boden abtragen lassen (www.onetz.de/3 193 320).

Zwar ist längst nicht ausgemacht, dass es so weit kommen muss, trotzdem bleibt die Sache ärgerlich. Zumal gerade jetzt bekannt wurde, dass die Stadt in ein Förderprogramm aufgenommen wurde, mit dem der Freistaat 80 Prozent der Kosten für die Ertüchtigung der Sportstätten in der Freizeitanlage übernehmen würde.

Niederlage für Bürgermeister

Soll die Stadt es riskieren und loslegen, oder lieber abwarten und auf einem anderen Gelände mit der Förderung Felder für Volleyball, Basketball, Fußball und Dirtbike anlegen? Die Stadtverwaltung um Bürgermeister Dippold schlägt vor, einen Landschaftsplaner zu beauftragen, der eine Verlegung der Sportstätten von der Gramau in die Fabrikstraße, auf das Gelände der ehemaligen Bauerhütte gegenüber dem einstigen Ascherl-Wirtshaus, untersuchen soll.

Dieser Antrag fiel mit 5 zu 16 Stimmen krachend durch. Unterstützung bekam Dippold nur von den Freien Wählern. Die Begründung lieferte Fraktionssprecher Gerhard Steiner. Der ist sauer, dass das Thema Altlasten in der Freizeitanlage 20 Jahre lang nicht angegangen worden ist. Seine Fraktion habe damals schon einen Antrag auf eine Skateranlage auf dem Gelände gestellt, der wegen der Müllproblematik nicht durchkam. "Wenn man sich das vor Augen hält, sind dort unten bald keine baulichen Veränderungen mehr möglich." Zudem würden mögliche Untersuchungen des Untergrunds jahrelang dauern.

Steiner: Günstige Distanz

Ein Freizeitareal in der Fabrikstraße sei auch deshalb sinnvoll, weil junge Familien, die am Rumpler wohnen, es dorthin nicht weiter hätten, als in die Gramau. CSU und SPD sind dagegen. "Neue Sportplätze kommen mit Sicherheit teurer, als die alten zu ertüchtigen", warf SPD-Sprecher Rainer Hetz ein. Denn bereits die Ertüchtigung in der Freizeitanlage koste 400 000 Euro. Die Fabrikstraße sei auch deshalb nicht ideal, weil sie eventuell mal Teil eines Landesgartenschaugeländes werden könnte. Wenn schon, dann solle man eher einen Standort weiter Richtung Osram-Gelände ins Auge fassen. Ganz ähnlich sehen es die Christsozialen. Lieber mal abwarten, was die auf ein bis zwei Jahre angesetzten Beprobungen in der Freizeitanlage ergeben, schlug Fraktionsführer Thoma Hauer vor. Die CSU sei auch aus einem anderen Grund skeptisch: Laut Stadtplanungskonzept mit der Firma Kuchenreuther und dem Wasserwirtschaftsamt sollen die Floßauen in diesem Bereich von natürlichen Flächen umgeben werden. Es ergebe wenig Sinn, deswegen nochmal einen Planer für das gleiche Areal zu beauftragen.

Die Regierung der Oberpfalz würde auch ein Freizeitareal in der Fabrikstraße fördern. Voraussetzung sei aber, dass es im geplanten neuen Sanierungsgebiet des Städtebaukonzepts liegt.

Die Altlastenproblematik in der Freizeitanlage Neustadt/WN

Neustadt an der Waldnaab

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