22.10.2020 - 15:34 Uhr
Neustadt an der WaldnaabOberpfalz

Kreisarchivpfleger Hans Schreyegg gibt sein Amt ab

Hans Schreyegg (sitzend) und die anderen Gäste der Ehrung tragen sich ins Goldene Buch des Landkreises ein. Von links: Personalleiter Edmund Frummet, der neue Kreisarchivpfleger Harry Grimm, Dr. Maria Rita Sagstetter, Leiterin des Staatsarchivs Amberg, und Landrat Andreas Meier
von Externer BeitragProfil

Nach zehn Jahren wurde der bisherige Kreisarchivpfleger des Landkreises Neustadt, Hans Schreyegg, in den Ruhestand verabschiedet. Sein Nachfolger ist Harry Grimm.Trotz der schwierigen Situation für Veranstaltungen war es Landrat Andreas Meier ein Anliegen, Hans Schreyegg in einem würdigen Rahmen zu verabschieden. So kam ein kleiner Kreis in der Lobkowitzer Schlosskapelle zusammen, um die Verdienste Schreyeggs zu würdigen.

Landrat Meier dankte dem 75-jährigen Neustädter für sein besonderes Engagement. Das "wandelnde Gedächtnis" des Landkreises habe neben dem allgemeinen Interesse an Geschichte durch seine frühere Tätigkeit als Geschäftsstellenleiter der Verwaltungsgemeinschaft auch fundierte Kenntnisse der Verwaltung, die ihm bei seiner Arbeit als Archivpfleger hilfreich waren.

Dr. Maria Rita Sagstetter, Leiterin des Staatsarchivs Amberg, unterstrich die Bedeutung der Dokumentation des Zeitgeschehens. Archive seien nicht immer staubige Akten, sondern immer mehr auch digitale Datenträger. Ein Archiv müsse deutlich von einer Registratur unterschieden werden.

Der für die Archivierung Zuständige müsse stets prüfen, was auch ausgesondert oder vernichtet werden könne. Bei dieser schwierigen Herausforderung seien auch Aspekte wie Datenschutz, Persönlichkeitsrechte und ähnliches zu beachten. Und hier unterstütze der Kreisheimatpfleger die Gemeinden.

Schreyegg habe hier immer ein besonderes Gespür bewiesen und sei nie oberlehrerhaft, aber immer mit der nötigen Bestimmtheit aufgetreten. Sagstetter bedauerte sehr, dass er seine Amtszeit nicht mehr verlängern habe wollen. Seinen Nachfolger habe Schreyegg selbst vorgeschlagen. Für Harry Grimm gelte es nun, große Fußstapfen auszufüllen. Da dieser aber aus der Verwaltung komme und bereits eine Fortbildung besucht habe, habe sie keine Zweifel, dass er der Herausforderung gewachsen sei.

Schreyegg betonte, einige Gemeinden hätten inzwischen vorbildlich angelegte und geführte Kommunalarchive, aber bei den meisten sei noch viel zu tun. Oft scheitere es nicht am Willen, sondern an Raum- oder Personalkapazitäten, oder die Aufgabe werde aus Zeitmangel hinaus geschoben. Er regte an, auch hier über interkommunale Zusammenarbeiten nachzudenken.

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