20.09.2021 - 12:41 Uhr
Neustadt an der WaldnaabOberpfalz

IG Metall Amberg setzt auf Solidarität

Solidarität ist für die Gewerkschaft kein Schlagwort, sondern ein Eckpfeiler gewerkschaftlicher Arbeit. Die sechste Delegiertenversammlung der IG Metall Amberg in der Stadthalle in Neustadt/WN liefert dafür viele Beweise.

49 Delegierte aus den Betreiben der IG Metall Amberg beteiligten sich an der sechsten Delegiertenversammlung in der Stadthalle Neustadt/WN.
von Richard BraunProfil

Die Delegiertenversammlung der IG Metall Amberg stellte dieses Mal nicht tarifliche Themen in den Mittelpunkt, sondern sie bezog Stellung zu aktuellen gesellschaftlichen Ereignissen. Bevollmächtigter Horst Ott hieß 49 Delegierte willkommen. Bereits vor der Versammlung machten sich die Delegierten vor der Stadthalle für die Rentenkampagne des DGB stark. Auch in der Halle warb der Vorstand für die Typisierungsaktion in Vohenstrauß, damit dem an Leukämie erkrankten Stefan Reil aus Untertresenfeld geholfen werden kann.

Der Geschäftsbericht von Horst Ott befasste sich im ersten Teil mit dem "kollektiven Versagen in Afghanistan", das die heimischen Gewerkschafter in große Gefahr gebracht habe. Die IG Metall will sich für eine sichere Ausreise der afghanischen Kollegen einsetzen. Der Betriebsrat Harald Enßner aus Sulzbach Rosenberg und Horst Ott waren als ehrenamtliche THW-Helfer bei der Flutkatastrophe im Ahrtal im Einsatz. Ihre Bilder vom Ausmaß der Zerstörungen erzeugten ein beklemmendes Gefühl bei den Delegierten. „Deutschland funktioniert nur durch das Ehrenamt“, appellierte Horst Ott an die Delegierten, sich ehrenamtlich zu engagieren. „Im Ahrtal wurde und wird Solidarität gelebt.“ Lautet sein Resümee nach dem Einsatz. Auch hier half die IG Metall mit einer Notfallunterstützung in Höhe von 1.315.000 Euro.

„Corona – Es nervt alle“ hatte Betriebsrat Josef Bock aus Pirk seinen Bericht überschrieben. Er richtete sein Lob an alle Betriebsräte und Vertrauensleute der IG-Metall in den Betrieben: „Euer Engagement war und ist einfach großartig.“ Anfangs wurden gemeinsam Masken genäht, Kurzarbeit wurde durchgeführt, Arbeitszeitreduzierungen durch Schulausfälle mussten organisiert werden. „Manchmal hemdsärmlich – ohne Gesetz, sondern nur mit dem Willen – packten wir es an“, erinnerte Josef Bock an die schwere Zeit. Was eine Gewerkschaft leistet, sieht man am Beispiel der Umwandlungsmöglichkeit von tariflichen Zusatzgeld in acht Tage zusätzliche Freizeit. „Dies nimmt von vielen Familien mit Kindern oder pflegebedürftigen Angehörigen einen enormen Druck“, freute sich Josef Bock über den gewerkschaftlichen Erfolg. Auch für die Kolleginnen und Kollegen, die täglich an den Werkbänken stehen, wurde durch die Zusammenarbeit mit den Unternehmen vieles erreicht, um Corona in den Betrieben zu meistern.

Ein wichtiges Thema der Delegiertenversammlung war die Vorbereitung der Betriebsratswahlen im Frühjahr nächsten Jahres. Bei letzten Wahl im Jahr 2018 haben in 61 Betrieben Wahlen stattgefunden. 83 Prozent der gewählten Betriebsräte waren IG Metall Mitglieder. „Dieses Ergebnis müssen wir wieder erreichen oder gar noch übertreffen“, rief Horst Ott die Delegierten dazu auf, in den Betrieben die Werbetrommel zu rühren. „Das demokratischste Verfahren ist die Persönlichkeitswahl“, ist Horst Ott überzeugt. „Dies sollte auch beibehalten werden“, gab der Bevollmächtigte die Richtung vor.

Die künftige Ausrichtung der Öffentlichkeitsarbeit stellten Gewerkschaftssekretärin Antonia Enßner und der zweite Bevollmächtigte Udo Fechtner vor. Von einer guten Entwicklung der Neuaufnahmen bei Azubis und dual Studierenden berichtete Matthias Scherr. Nach einer Delle im vergangenen Jahr zeigt die Kurve der Neumitglieder wieder nach oben. Auch in der Öffentlichkeit präsentierte sich die IG Metall als solidarische Gemeinschaft. Die Ausrichtung des „Antikriegstag 2021“ und die Mitwirkung beim Christopher Street Day in Sulzbach-Rosenberg und Schwandorf sind beredende Beispiele.

Hinweis: In einer früheren Version des Artikels hieß der IG-Metall-Bevollmächtigte fälschlicherweise Stefan Ott statt Horst Ott. Dies haben wir mittlerweile ausgebessert und bitten, den Fehler zu entschuldigen.

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In seinem Geschäftsbericht interpretierte der IG Metall Bevollmächtigter Horst Ott aktuelle Ereignisse aus gewerkschaftlicher Sicht.
Den Geschäftsbericht der IG Metall Geschäftsstelle Amberg erstattete Bevollmächtigter Horst Ott. Unterstützt wurde er dabei von der Gewerkschaftssekretärin Antonia Enßner, zweitem Bevollmächtigten Udo Fechner und Gewerkschaftssekretär Matthias Scherr.
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