21.09.2020 - 09:14 Uhr
Neustadt an der WaldnaabOberpfalz

HPZ-Wohnheim im "Hofgarten" in Neustadt auf der Kippe

Der geplante Umbau des "Hotels am Hofgarten" in ein Wohnheim des Heilpädagogischen Zentrums (HPZ) zieht sich ungut lang hin. Bis Ende des Jahres soll definitiv eine Entscheidung fallen, wie es weitergeht.

Kommt der Umbau, oder wird das frühere "Hotel am Hofgarten" weiterverkauft? Diese Frage beschäftigt die Führung des Heilpädagogischen Zentrums in Irchenrieth in den kommenden Monaten.
von Friedrich Peterhans Kontakt Profil

Die Abkürzung AVPfleWoqG macht HPZ-Vorstandschef Christian Stadler nicht nur deshalb zu schaffen, weil sie obskur aussieht und klingt. Die bayerische "Verordnung zur Ausführung des Pflege- und Wohnqualitätsgesetzes", die sich dahinter verbirgt, ist mit hohen Auflagen verbunden. Auflagen, die den Umbau des "Hofgartens" in ein Wohnheim für Menschen mit Behinderung teuer machen. Über Summen möchte Stadler nicht sprechen. Doch die 2,5 Millionen Euro, von denen noch im Frühjahr die Rede war, werden wohl nicht ausreichen.

Der Bestand des Komplexes sei zwar hervorragend, aber die Anforderungen haben es eben in sich. Neben den üblichen Vorschriften wie Brandschutz und Fluchtwegen, die als Kostentreiber auf dem Bau gelten, müssen im Fall der HPZ-Pläne vor allem Ebenerdigkeit und breite Wege geschaffen werden, die nahe am Pflegeheimstandard liegen. In Neustadt soll ein Wohnheim mit 24 Plätzen für junge Erwachsene entstehen, die in den HPZ-Werkstätten arbeiten, aber durchaus in der Lage sind, eigenverantwortlich ihren Alltag zu gestalten. Das Ganze soll sich über Miete und Pflegesätze finanzieren.

Nun wird alles nochmal durchgerechnet, nicht zuletzt, weil die Corona-Pandemie die Kassenlage beeinträchtigt und die Aktivitäten des HPZ gebremst hat, erklärt Stadler. Unter anderem laufen weiter drei Bauprojekte in Irchenrieth zeitgleich (wir berichteten), jetzt müsse man die Finanzierung des "Hofgartens" neu überdenken. "Es ist alles offen", gibt Stadler zu.

Die Verantwortlichen würden sich auch nach Alternativstandorten umsehen, dabei hätten sie ein bis zwei Objekte im Auge und bereits Gespräche geführt. Falls es hart auf hart komme, würde der "Hofgarten" wieder verkauft. Das HPZ hatte ihn 2018 erstanden. Bis Jahresende soll Klarheit herrschen.

Das Tauziehen um das geplante Wohnheim bringt auch ein weiteres Projekt in Verzug. Nach dem "Hofgarten" wollte das HPZ auf einem Grundstück, das es "Hinterm Rangierbahn" in Weiden gekauft hat, ein ähnliches Projekt starten. Das liegt nun genauso auf Eis. Dabei habe man keinesfalls viel Zeit, räumt Stadler ein: "Die Nachfrage nach integrativen Wohnheimplätzen ist riesig."

Weitere Einzelheiten zum geplanten Umbau des Hotels

Neustadt an der Waldnaab

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