12.08.2020 - 17:12 Uhr
Neustadt an der WaldnaabOberpfalz

Hitze und Coronakrise: Keine Wasserknappheit, aber Sparsamkeit angebracht

In der Gemeinde Lauenau in Niedersachsen ist die Wasserversorgung komplett kollabiert, die Stadt Vohenstrauß ruft zum sparsamen Umgang mit Trinkwasser auf. Wie sieht es in Weiden und im Landkreis Neustadt/WN aus?

Auch ohne dramatische Wasserknappheit wie in Teilen Niedersachsens plädieren die Wasserversorger für einen sparsamen Umgang mit Trinkwasser. Das Motto: Rasenbewässerung nein, Gemüsegarten gießen ja.
von Sonja Kaute Kontakt Profil

In der Gemeinde Lauenau in Niedersachsen ist die Wasserversorgung komplett kollabiert, die Stadt Vohenstrauß ruft zum sparsamen Umgang mit Trinkwasser auf. Wie sieht es in Weiden und im Landkreis Neustadt/WN mit der Wasserversorgung aus?

"Wir haben keine Knappheit", sagt Stefan Schinabeck von den Weidener Stadtwerken. Die Hitze der vergangenen Tage habe sich bisher kaum ausgewirkt. "Der Verbrauch ist momentan ungefähr so wie im letzten Jahr. Ein bisschen mehr vielleicht, aber nicht dramatisch. Es ist ja auch erst seit ein paar Tagen so heiß." Sollte die trockene Hitze anhalten, werde der Wasserverbrauch der Weidener sicher steigen, aber "nicht dramatisch", schätzt er. Dennoch betont der Abteilungsleiter Gas und Wasser, das mit dem Wasser nicht herumgespielt werden sollte. "Trinkwasser ist ein hohes Gut. Ich bin persönlich der Meinung, dass man einen Rasen nicht bewässern muss. Die aktuellen Meldungen aus anderen Teilen Deutschlands sollten einen ruhig sensibilisieren: Muss man wirklich sein Auto zwei Mal die Woche waschen?"

Ob die Coronakrise Auswirkungen auf den Wasserverbrauch hat - etwa, weil mehr Menschen von zu Hause aus arbeiten und zu Hause Urlaub machen - vermag Schinabeck nicht zu sagen. "Anfang März wurde unwesentlich mehr Wasser verbraucht als im Vorjahr. Seit dem Lockdown und den Schulschließungen Mitte März ist der Verbrauch etwas zurückgegangen, aber nicht wesentlich. Woran das genau liegt, kann man nicht nachvollziehen."

Viel Regen, wenig Verbrauch

"Wegen der vielen Regenfälle bis Juni ist der Wasserverbrauch heuer etwas geringer", sagt Josef Hammer, Bürgermeister von Irchenrieth und seit sechs Wochen Vorsitzender der Muglhofer Gruppe. "Bisher war es immer nur ein paar Tage warm oder heiß und hat dann wieder geregnet. Viele werden deshalb heuer nicht so viel gegossen haben." Die Muglhofer Gruppe, die Wasser für Teile der Stadt Weiden und der Gemeinde Pirk, für die Gemeinde Theisseil sowie das HPZ Irchenrieth und den Tierpark Gleitsbachtal liefert, verfügt über keinen eigenen Brunnen. "Wir sind nur Weiterverkäufer", erklärt Hammer. "Wir beziehen das Wasser von der Stadt Weiden und der Steinwaldgruppe. Solange die liefern, gibt es keine Engpässe."

In Pirk und Irchenrieth seien die Gemeinden hauptsächlich selbst für die Wasserversorgung zuständig. "Aber in Irchenrieth zum Beispiel reichen die 30 000 Kubikmeter pro Jahr, die die Gemeinde liefern kann, nicht aus. Deshalb gibt es einen Wasserlieferungsvertrag mit der Steinwaldgruppe." Hammer vermutet, dass die Coronakrise vor allem beim HPZ zu weniger Wasserverbrauch geführt haben dürfte. "Dort sind ja normalerweise bis zu 800 Betreuende anwesend."

Beruhigung, aber auch Warnung

Matthias Götz, Betriebsleiter der Steinwaldgruppe, die 21 Orte im Landkreis versorgt, will wie seine Vorredner beruhigen, aber auch warnen. "Wir haben keine Wasserknappheit. Aber wir haben generell einen sehr, sehr hohen Verbrauch. Deshalb sollte man nachhaltig mit Wasser umgehen." Es gebe in den letzten Jahren grundsätzlich ein Problem: "Die Gemeinden haben eigentlich selbst Zusatzwasser. Aber bei vielen sind ihre Quellen versiegt. Das müssen wir ausgleichen." Götz rät: "Ich würde die Finger davon lassen, den Rasen zu bewässern." Auswirkungen dadurch, dass in der Coronakrise mehr Menschen einen Pool betreiben, seien bisher nicht zu erkennen. "Und ein sorgsamer Umgang mit dem Trinkwasser heißt nicht, dass man sein Gemüse nicht bewässern soll."

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