13.08.2020 - 17:47 Uhr
Neustadt an der WaldnaabOberpfalz

Grabstein für Baby Louisa: Welle der Hilfsbereitschaft

Baby Louisa aus Neustadt/WN starb an einem Hirntumor. Auch die Mutter ist schwer krank, der Vater coronabedingt arbeitslos. Die Eltern können sich keinen Grabstein für ihr Kind leisten. Das alles bewegt die Menschen. Viele wollen helfen.

Nur wenige Tage vor Louisas Tod entstand eine Reihe von Familienbildern. Das ist das Lieblingsfoto von Mama Ilona mit Papa Timo (links), Sohn Pascal (rechts) und Louisa im Mittelpunkt.
von Simone Baumgärtner Kontakt Profil

Seit 9. März trauert die Familie Stamminger aus Neustadt/WN um ihr Baby Louisa. Das kleine Mädchen starb mit nur 17 Monaten in Folge eines aggressiven Hirntumors. Stadtpfarrer Josef Häring beerdigte Louisa im Beisein ihrer Lieben, allen voran Mama Ilona, Papa Timo und Bruder Pascal (16). Seine Katholische Kirchenstiftung St. Georg in Neustadt/WN ist es auch, die sich besonders engagiert und unter anderem mit der Einrichtung eines Spendenkontos hilft. Denn die Familie von Louisa kann sich keinen Grabstein für ihr Baby leisten.

Der Grabstein für Louisa: So soll er aussehen

Neustadt an der Waldnaab

Mutter Ilona ist selbst schwer krank. Eine Knochenmarksspende könnte bald nötig sein. Vater Timo Stamminger verlor nach einer Zeit in Kurzarbeit seine Arbeitsstelle bei Nachtmann als Maschinenführer. Wegen der Coronakrise konnte sein Arbeitsvertrag nicht verlängert werden. Bruder Pascal geht noch zur Schule. Gerade für ihn wünscht sich die Mutter eine Grabstelle, die er ohne Hemmungen besuchen kann. Die Kirchenstiftung St. Georg hat deshalb ein Spendenkonto für die Familie einrichten lassen.

Und das braucht es auch dringend. Denn die Anteilnahme und Hilfsbereitschaft am Donnerstag sind überwältigend. Dutzende Anrufe erreichen die Redaktion von Oberpfalz-Medien allein am Morgen, E-Mails fluten die Posteingänge nach dem Bericht über das schwere Schicksal von Louisa und ihrer Familie. Eine Frau etwa meldet sich. Alt sei sie, sagt sie ins Telefon. Viel besitze sie nicht. "Aber ein bisschen was will ich trotzdem geben." Eine Firma erklärt sich bereit, mehr zu geben, ein Privatmann ebenso.

Auch die Stammingers selbst werden angeschrieben. "Echt?", fragt Mama Ilona ungläubig, als sie von der Riesenresonanz hört. "Das ist ja Wahnsinn." In wenigen Stunden muss die 35-Jährige mit Vertretern der Onkologie-Abteilung sprechen, um zu erfahren, wie es mit ihr selbst gesundheitlich weitergeht. Aus Angst länger ins Krankenhaus zu müssen oder womöglich gar nicht mehr heim zu kommen, will Ilona Stamminger schnell "alles regeln – für meine Männer". Das Spendenkonto steht dank der Kirchenstiftung St. Georg bereit. Die erste Einzahlung ist sofort eingegangen: Die Pfarrei selbst unterstützt die Familie prompt mit 300 Euro.

Wie die Familie und Louisa kämpften

Oberpfalz

Die letzten Tage von Louisa

Neustadt an der Waldnaab
Hinweis:

Spendenkonto geschlossen

Liebe Leser,

da mittlerweile genügend Spenden eingegangen sind, wurde das Spendenkonto geschlossen.

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