09.07.2020 - 14:40 Uhr
Neustadt an der WaldnaabOberpfalz

"Das Gesicht des BRK in der Region"

Er steht seit Jahrzehnten wie kein anderer für das Rote Kreuz in der Region. Nachfolger in verschiedenen Ämtern betrachten ihn als Ziehvater: Herbert Putzer, jetzt dekoriert mit der Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik.

Herbert Putzer und seine Frau Barbara (Mitte) mit den Festrednern der Ordensverleihung: Landrat Andreas Meier (von rechts), BRK-Kreisgeschäftsführer Sandro Galitzdörfer, BRK-Bereitschaftsleiter Sebastian Windschügl, Bürgermeister Andreas Wutzlhofer und Alfred Rast, Geschäftsleiter des Zweckverbands Rettungsdienst- und Feuerwehralarmierung.
von Gabi EichlProfil

Lang ist die Aufzählung der Verdienste, die Landrat Andreas Meier vorliest, ehe er dem 66-jährigen Vohenstraußer in der Kapelle des Landratsamtes die hohe Auszeichnung überreicht. Der Vohenstraußer Bürgermeister Andreas Wutzlhofer, BRK-Kreisgeschäftsführer Sandro Galitzdörfer und der Neustädter BRK-Bereitschaftsleiter Sebastian Windschügl finden weitere lobende Worte. Am Ende steht Putzer selbst am Pult und bekennt, keine Ahnung zu haben, warum er diese Ehrung verdient habe.

"Nur meine Arbeit gemacht"

„Ich habe nur das gemacht, zu dem ich berufen worden bin. Ich habe meine Arbeit gemacht, das, was der andere von mir erwartet“, sagt er in der typischen Bescheidenheit all derer, die weit über das normale Maß hinaus in ihren Funktionen aufgehen und selbst nicht zu bemerken scheinen, wie sehr sie die Norm hinter sich gelassen haben. Aber Putzer sagt auch, „es hat mir Spaß gemacht. Es war eine schöne Zeit“, und macht damit deutlich, was unbedingt zu einem solchen Engagement gehört.

Putzer, ein gebürtiger Moosbacher, hat 1970 in der Rotkreuz-Bereitschaft Vohenstrauß angefangen und dort eine BRK-Dynastie seines Namens begründet. Die Vohenstraußer Bereitschaft galt viele Jahre lang unter Putzer-Führung als kaum zu erreichendes Vorbild über die Stadt- und Landkreisgrenzen hinaus. Herbert Putzer machte sich von dieser Bereitschaft aus auf den Weg zu hauptamtlichen Führungspositionen im Rettungsdienst. Zuletzt war er bis zu seinem Ruhestand im vergangenen Jahr Leiter der Integrierten Leitstelle Nordoberpfalz (ILS).

In mehr als 40 Jahren Arbeit im Rettungsdienst hat Putzer unter anderem die zuerst belächelten, dann bayernweit viel beachteten Helfer vor Ort (HvO) als eine Basis der ehrenamtlichen Mitarbeit begründet, den Umbau der Rettungsleitstelle zur ILS angestoßen und sich für den Hubschrauber-Standort in Latsch stark gemacht. Neben der hauptamtlichen Arbeit fand er immer auch noch Zeit für ehrenamtliches Engagement, unter anderem in den vergangenen Jahren als Vorsitzender der Kinderkrebshilfe Oberpfalz Nord.

Der Landrat lobt die besonderen Führungsqualitäten Putzers –„Sie waren über viele Jahrzehnte das Gesicht des Bayerischen Roten Kreuzes in der Region“ – und stellt dessen Fähigkeit heraus, andere für den Dienst zu begeistern und jahrelang bei der Stange zu halten. Wie sehr es Putzer gelungen ist, jüngere Menschen auf seinem Weg mitzunehmen, bekräftigen Galitzdörfer und Windschügl: Letzterer hat Putzer unermüdlich und schließlich erfolgreich für den Orden vorgeschlagen.

"Der Herbert war immer vor Ort"

Galitzdörfer spricht davon, dass es fast nicht möglich sei, in Putzers Fußstapfen zu treten, denn „der Herbert war immer vor Ort, war einfach immer da“. Wutzlhofer hat Putzer in all den Jahren niemals "Nein" sagen hören, wie er sagt; er stellt besonders Putzers Engagement um die Kinderkrebshilfe heraus und dankt dessen Frau Barbara für ihre jahrelange Nachsicht mit einem Mann, der so viel Lebenszeit in den Dienst des Rettungswesens gestellt habe.

Die Verabschiedung von Herbert Putzer als ILS-Leiter

Weiden in der Oberpfalz
Eintrag ins Goldene Buch im Beisein von Ehefrau Barbara: Herbert Putzer ist der jüngste Träger der Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik im Landkreis.

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