17.09.2018 - 14:59 Uhr
Neustadt an der WaldnaabOberpfalz

Flatternde Flugsäuger

Auf dem Dachboden der Mutter-Anna-Kirche am Mühlberg leben schon lange Fledermäuse. Jetzt stellen Experten fest, dass es dort drei weitere Arten gibt.

In den Zapfenlöchern des Kirchendachbodens verstecken sich die Fransenfledermäuse bis zum Ausflug in die Nacht.
von Autor DIPProfil

Für Vogelwart Manfred Witt und OWV-Vorsitzenden Rudi Bäumler war wieder einmal die Zeit gekommen, auf dem Dachboden der Mutter-Anna-Kirche im Ortsteil Mühlberg nach der bereits lange nachgewiesenen Fledermauspopulation umzuschauen. Manfred Janker und Willibald Gleißner vom OWV Georgenberg kamen dazu. Sie hatten dieses Mal noch Markus Liebl, den Fledermaus-Betreuer des Landkreises Neustadt, und mit Melanie Döppl eine versierte Expertin, was die Betreuung von Fledermäusen anbelangt, ins Boot geholt.

Nach wie vor ist das Dachgebälk der Kirche das ideale Quartier für die nachtaktiven Flugsäuger, stellte Markus Liebl fest. Denn im Schein der sparsam verwendeten Taschenlampen entdeckten die Experten Ansammlungen von etwa 25 Fledermäusen unter dem Dachfirst und vereinzelt in den Zapfenlöchern. Der Landkreisbetreuer konnte mit großer Bestimmtheit das Vorkommen vom „Großen Mausohr“, dem „Braunen Langohr“ und der Fransenfledermaus bestätigen, eine weitere Spezies vermutete er anhand gefundener Kotresten im Glockenturm der altehrwürdigen Kirche.

Auf Anraten des Experten aus Grafenwöhr zählte die Gruppe die Fledermäuse. In der Abenddämmerung gehen nämlich die Nachtschwärmer auf Beutezug nach Mücken, Schmetterlingen oder Insekten. Nach einer rund einstündigen Zählung konnte der Ausflug aus der Wochenstube von Muttertieren mit ihrem Nachwuchs aus einem der Fenster im Glockenturm mit rund 60 Fledermäusen von drei Arten ermittelt werden.

Liebl verteilte an die Zähler zur Unterstützung Ultraschall-Detektoren, mit denen er anhand der verschiedenen Frequenzen die Arten nachweisen kann. So stellte er fest, dass drei weitere Arten, nämlich Zwergfledermäuse, Mückenfledermäuse und Großer Abendsegler dort leben, die außerhalb der Kirche um die knorrigen alten Linden nach Insekten jagten. Die ermittelten Daten über die ansehnliche Population wird Liebl nun an die Untere Naturschutzbehörde im Landratsamt und außerdem an die Koordinationsstelle für Fledermausschutz Nordbayern in Erlangen weitergeben.

Sie überprüfen die Fledermauspopulation: Manfred Janker (Zweiter von links), Willibald Gleißner (Vierter von links), Markus Liebl (Zweiter von rechts) sowie Melanie Döppl.
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