15.06.2020 - 16:36 Uhr
Neustadt an der WaldnaabOberpfalz

Drei statt einer: CSU Neustadt/WN hat neue Vorsitzende

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Obwohl der Paukenschlag schon bis zur Kommunalwahl im März zurückreicht, ist der Hall immer noch vernehmlich: Neustadts CSU-Chef Thomas Spörl hat hingeworfen. Nun führt ein Dreier-Gremium die größte Partei der Kreisstadt.

Thomas Spörl hat unvermittelt den Vorsitz der Neustädter CSU abgegeben.
von Friedrich Peterhans Kontakt Profil

Nach Informationen von Oberpfalz-Medien hat Thomas Spörl einen Tag nachdem CSU-Kandidat Armin Aichinger die Bürgermeister-Stichwahl gegen Sebastian Dippold (SPD) knapp verloren hat, per E-Mail den Mitgliedern, aber nicht der Öffentlichkeit mitgeteilt, dass er den CSU-Vorsitz zur Verfügung stellt.

Keiner mache ihn für die Niederlage verantwortlich, sagt ein Christsozialer mit viel Einblick, aber Spörl habe wohl mit seinem eigenen Ergebnis bei der Stadtratswahl gehadert. Er wurde von Platz 2 auf Rang 14 durchgereicht und verpasste damit klar ein Mandat. Spörl selbst war am Montag nicht zu erreichen.

Einige vermuten auch, dass der Oberstleutnant der Reserve und Leiter des Kreisverbindungskommandos Neustadt/WN stark im Corona-Krisenstab der Nordoberpfalz eingespannt ist und sich daher von der Parteispitze zurückgezogen hat.

Der heute 52-Jährige hatte im März 2017 den CSU-Vorsitz von Alois Zehrer übernommen. Er war 1998 dem CSU-Ortsverband Weiden-Rehbühl beigetreten und sieben Jahre später nach Neustadt gezogen. Dort nahm ihn der frühere Parteichef Franz Gleixner gleich in Vorstandssitzungen mit.

Spörl wurde zu einem Aktivposten und packte kräftig mit an. Nach einigen Jahren als Beisitzer und stellvertretender Schriftführer wurde er 2011 zum stellvertretenden Vorsitzenden gewählt. "Immer wenn wir eine helfende Hand brauchten, war Thomas zur Stelle", lobte ihn Vorgänger Zehrer. Spörl gab den Vize-Posten 2012 gleich wieder ab, weil er beruflich stark in Landshut gebunden war.

Fünf Jahre später kehrte er als Ortsvorsitzender zurück und visierte den Stadtrat an. Dass es dafür nicht gereicht habe, sei wahrscheinlich daran gelegen, dass er kein gebürtiger Neustädter sei, vermutet ein Insider.

Bis sich die CSU neu formiert hat, dauerte es bis 1. Mai. Seitdem führt ein Trio die Partei mit rund 120 Mitgliedern. Es steht geschäftsführend bis zu den regulären Neuwahlen im Februar oder März 2021 an der Spitze. Gebildet wird es von Lehrer Oliver Völkl, OTH-Dozentin Simone Orlowski und dem Bundespolizisten Sandro Schäffler.

Über den Wechsel wurden lediglich die Mitglieder per E-Mail, nicht die Bevölkerung informiert. Lediglich auf den Webseiten des Ortsverbands ist die Nachricht versteckt. Aber warum so leise? "Da war auch noch das Hickhack um die Wahl des Zweiten Bürgermeisters, da wollten wir nicht reingrätschen", sagt Simone Orlowski. Zudem fänden pandemiebedingt zurzeit ohnehin kaum Veranstaltungen statt. "Wir könnten also nicht einmal vernünftig eine Versammlung abhalten." Keiner der neuen Vorsitzenden, die bisher alle drei Stellvertreter waren, sitzt im Stadtrat. Langjährige Stadträte sind lediglich im Vorstand kooptiert, damit die Partei nicht immer nur mit denselben Personen wahrgenommen wird, heißt es dazu aus Parteikreisen.

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