01.12.2020 - 12:42 Uhr
Neustadt an der WaldnaabOberpfalz

Alles im Lot beim Abwasser

Einstimmigkeit kennzeichnet die Sitzung des Abwasserzweckverbandes Altenstadt–Neustadt–Störnstein in der Neustädter Stadthalle. Der Verband steht gut da, auch wenn seine Rücklagen stark aufgezehrt wurden.

Zweckverbandsvorsitzender Sebastian Dippold (links) und Geschäftsführer Peter Forster bei der Sitzung des Abwasserzweckverbandes Altenstadt–Neustadt–Störnstein
von fsbProfil

Der Abwasserzweckverband Altenstadt–Neustadt–Störnstein investiert. Verbandsvorsitzender Sebastian Dippold erörterte mit den Verbandsräten der drei Gemeinden sowie Geschäftsführer Peter Forster und Gewässerschutzbeauftragten Boris Damzog Neuanschaffungen und Sanierungen.

Für den vorhandenen Aufsitzmäher der Kläranlage, der etwa 20 Jahre alt ist und laufender Reparatur bedarf, ist eine Ersatzbeschaffung mit Mähwerk in Höhe von etwa 8000 Euro erforderlich. Die Verwaltung wird dazu demnach Vergleichsangebote einholen und den Auftrag an den günstigsten und wirtschaftlichsten Anbieter vergeben. Die Mittel werden im Haushalt 2021 bereitgestellt. Einer Sanierung bedarf die Betonlauffläche des Laufrades des Rundläufers. Diese ist durch den laufenden Betrieb brüchig geworden und in den Abplatzungen sammelt sich das Wasser, was zu weitergehenden Schäden führt. Deshalb soll zur Abriebsminderung die Oberfläche abgestrahlt, auf die Lauffläche ein Edelstahlblech montiert und nächstes Jahr daran eine Absturzsicherung angebaut werden. Für diese Gesamtmaßnahme müssen für 2021 und 2022 Mittel in Höhe von 65 000 Euro beziehungsweise 40 000 Euro bereitgestellt werden. Angebote werden eingeholt.

Höhere Kosten belasten Haushalt

Der Verwaltungshaushalt beläuft sich in den Einnahmen und Ausgaben auf 1 331 355 Euro, der Vermögenshaushalt auf 289 538 Euro. Durch stark angestiegene Kosten für die Klärschlammentwässerung musste die Umlage erhöht werden und beträgt 982 266 Euro für das Jahr 2021. Der Schuldendienst sinkt durch die Tilgung eines Kredits von 201 201,38 Euro auf 170 435,94 Euro. Im letzten Jahr wurden auch die Einnahmen durch den Rückgang der Einlieferung des Fäkalschlamms und des Abwassers nochmals reduziert. Da die Fortbildung einer Fachkraft in 2020 coronabedingt nicht möglich war, wurde der Ansatz in Höhe von 15 000 Euro nochmals angesetzt. Die Zuführung vom Verwaltungs- zum Vermögenshaushalt beträgt 147 038 Euro.

Spielraum für Investitionen beim Abwasserzweckverband

Neustadt an der Waldnaab

Die Rücklage von 177 970,02 Euro wurde durch die Entnahme von geplanten 30 000 Euro sowie 65 000 Euro (Belüfter) und 40 000 Euro (ausstehende Klärschlammentsorgung aus 2019) erheblich aufgezehrt und beträgt derzeit 42 970,02 Euro, wobei die Mindestrücklage eingehalten wird. Eine Kreditaufnahme ist nicht vorgesehen. Ohne Gegenstimmen wurden sowohl die Haushaltssatzung und der Haushaltsplan 2021 als auch der Finanzplan 2020 bis 2024 beschlossen.

Belüfteraustausch bereits erfolgt

In dieser letzten Sitzung war beschlossen worden, 2021 den Austausch der Belüfter vorzunehmen und die entsprechenden Mittel im Haushalt 2021 bereitzustellen. Weil im Laufe dieses Jahres durch mangelhafte Belüftung die Werte des Mediums stark sanken, musste der dringliche Austausch vorgezogen und der Auftrag durch den Verbandsvorsitzenden vorgenommen werden. Dabei wurde mit der ausführenden Firma vereinbart, die Kosten, die durch eine Entnahme aus der Rücklage beglichen wurden, auf die Jahre 2020 und 2021 aufzuteilen, da Mittel noch nicht bereitstanden.

Klärschlammentsorgung teurer

Durch eine angekündigte Preiserhöhung bei der Klärschlammentsorgung über den ZTKS Schwandorf ist auch eine Anpassung der Einlieferungsgebühr in der Kläranlage erforderlich, die ab 1. Januar 2021 von 45 Euro auf 52 Euro je Kubikmeter Fäkalien festgesetzt wird. Die ursprünglich zum 31. Dezember 2020 endende Optionserklärung des Zweckverbandes gegenüber der Finanzverwaltung aus dem Jahr 2016 wird stillschweigend verlängert und vom Zweckverband zur Kenntnis genommen.

Bericht des Gewässerschutzbeauftragten

Boris Damzog gab wegen Corona einen stark verkürzten Bericht für 2020 ab und hatte diesen umfassend in einem verteilten Handout dargestellt. Er sprach von einer guten Reinigungsleistung der Kläranlage, wofür er den Anwesenden sowie den sehr engagierten Mitarbeitern dankte. Die Messwerte wurden alle eingehalten. Der Stromverbrauch konnte aufgrund der Eigenerzeugung der PV-Dachanlage und des Blockheizkraftwerks verringert werden. Aktivitäten eines Bibers im Herbstaugraben stauten wiederholt den Ablauf der Kläranlage, weshalb der zuständige Wasser- und Bodenverband Waldnaabregulierung um Abhilfe gebeten wurde.

Für Sie empfohlen

 

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.