22.11.2018 - 13:28 Uhr
Neustadt an der WaldnaabOberpfalz

Abwasserzweckverband hat Feuchttuch-Problem

Einstimmig verabschiedeten die Mitglieder des Abwasserzweckverbands den Haushalt fürs kommende Jahr. Altbekannte Probleme gibt es mit einem Alltagsgegenstand.

Feuchttücher gehören nicht in die Toilette.
von Werner ArnoldProfil

Der Verwaltungshaushalt beläuft sich auf 888.142 Euro und der Vermögenshaushalt auf 333.775 Euro jeweils in Ein- und Ausgaben. Sollte die Aufsichtsbehörde ihr "Ja" geben, wird ein Kredit von 80.000 Euro in Anspruch genommen, sagte Vorsitzender Ernst Schicketanz. Dafür will der Zweckverband auf den Dächern der Kläranlage eine Fotovoltaikanlage errichten. Die Ausgaben für die Bewirtschaftung werden um 75.000 auf 195.000 Euro erhöht. Die Anlieferungsgebühren steigen auf 60.000 Euro. Eine Erhöhung um 100 Prozent, der Preis soll bis 2019 stabil bleiben. Wegen der Überschneidung zur Einarbeitung eines neuen Mitarbeiters müssen 10.000 Euro an Personalkosten mehr ausgegeben werden.

Doch der Zweckverband spart mit einem neuen Wartungsvertrag für die beiden Blockheizkraftwerke 27.000 Euro ein. Weitere Ausgaben sind: Digitalkataster 25.000 Euro, Honorarkosten wasserrechtliche Erlaubnis 21.000 Euro und die Erstellung eines Betriebshandbuch 5.100 Euro. Im Vermögenshaushalt sind Ausgaben von 155.004 Euro enthalten. Die Zuführung vom Verwaltungshaushalt zum Vermögenshaushalt beträgt 172.075 Euro. Die Rücklage beträgt derzeit 45.424,61 Euro. Wie Geschäftsführer Peter Forster betonte, ist noch eine weitere Entnahme nötig, sollte noch eine Klärschlammentsorgung in diesem Jahr erfolgen. An der Mindestrücklage von 7.529,61 Euro wird jedoch festgehalten. Einstimmig verabschiedeten die Zweckverbandsräte die Haushaltssatzung 2019, den Finanzplan 2018 bis 2022 und den Stellenplan 2019.

Die Firma Wolf Power Systems aus Wolfhagen wird die nächsten drei Jahre die Wartung der beiden Blockheizkraftwerke für 7.768,32 Euro ausführen. Die Firma Zaunbau Burkhard errichtet für 4.200 Euro am Klärteich einen neuen Zaun.

"Mit dem Einbau von neuen Gebläsen in der Kläranlage erreichen wir eine Energieeinsparung von 30 Prozent. Hier kämen dann Schraubenverdichter im Einsatz. Dies ist zur Zeit das neueste", sagte Klärwärter Härtl. Weiter muss der Hydroslinde im Rückhaltebecken in der Fabrikstraße in Neustadt ausgetauscht werden. Um Strom zu sparen, will man auf den Dächern der Kläranlage eine Fotovoltaikanlage errichten. Insgesamt sind für die drei Maßnahmen 155.000 Euro eingeplant.

Altenstadts Bürgermeister Ernst Schicketanz unterrichtete die Räte über eine Eilentscheidung zum Austausch eines Siebtellers für die Flockungsanlage. Kosten: 6.741,45 Euro.

Der Gewässerschutzbeauftragte Boris Damzog zeigte keine großen Probleme auf. Das einzige Problem in der Kläranlage seien immer noch die Feuchttücher. Hier appellierte auch Schicketanz an die Bürger im Zweckverband, dass diese nicht in über die WC-Spülung in das Abwasserkanalnetz gelangen sollten. Sie gehören in die Restmülltonne, so der Sitzungsleiter. Wie Klärmeister Josef Härtl ausführte, sammeln sich bei längerer Zeit ohne Regenereignis Ablagerungen im Mischwasserkanal - vor allem Toiletten- und Baby-Feuchttücher. Beim nächsten stärkeren Regen werden diese Ablagerungen über den Kanal zum Abwasserhebewerk transportiert, verstopfen dort die Abwasserpumpen und verursachen Pumpenausfälle.

Bis die Pumpe wieder betriebsbereit ist, benötigt das Personal zwei Stunden. Legt man dies aufs ganze Jahr um, müssen diese Arbeiten im Schnitt einmal pro Woche durchgeführt werden. Für das Personal hatte der Vorsitzende nur Lob parat. Mit einem Präsent wurde Burghard Hagemann verabschiedet, der zehn Jahre dem Zweckverband angehörte und sein Amt als Gemeinderat kürzlich niederlegte.

Zwei Stunden werden benötigt, bis die Pumpe wieder läuft, die die Feuchttücher verstopfen.

Für Sie empfohlen

 

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.